Sonnenstich, Hitzschlag, Dehydration: Woran man die gefährlichen Folgen von Hitze erkennt und was im Notfall zu tun ist.
Wenn die Hitze zur Gefahr wirdSo erkennen Sie Sonnenstich, Hitzschlag und Dehydration

Ein schattiges Plätzchen und viel Trinken hilft einem Hitzschlag vorzubeugen.
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Selbst für Liebhaber des Sommers stellen Werte von mehr als 30 Grad eine erhebliche Belastung für den Organismus dar. Die Fähigkeit zur Anpassung an extreme Wärme variiert von Mensch zu Mensch. Nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf dessen Informationsseite «Klima - Mensch - Gesundheit» bestehen erhöhte gesundheitliche Risiken insbesondere für Personen über 65, werdende Mütter, Säuglinge, Kleinkinder sowie für Menschen mit bestehenden Grunderkrankungen.
Ab welchem Punkt die Lage kritisch wird und wie man die Anzeichen erkennt, fasst dieser Überblick zusammen.
Sonnenstich: Warnsignale sind ein heißer Kopf und Nackensteifigkeit
Ein längerer Aufenthalt in direkter Sonneneinstrahlung ohne Kopfbedeckung kann einen Sonnenstich zur Folge haben. Das BIÖG erklärt, dass hierbei eine Irritation der Hirnhäute auftritt, die sich in ernsten Fällen zu einer Schwellung des Gehirns entwickeln kann. Erkennbar wird dies durch Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und einen erhitzten, geröteten Kopf.
Gelegentlich leiden Betroffene zudem unter erhöhter Temperatur, Störungen des Bewusstseins, Krampfanfällen oder einem steifen Genick. Wichtig ist die Information, dass die Symptome erst mit einer Latenz von zwei bis zwölf Stunden nach dem Sonnenbad eintreten können. Ein besonderes Risiko für einen Sonnenstich besteht für Säuglinge, Kleinkinder und Personen mit geringem Haarwuchs.
Hitzschlag: Eine getrübte Wahrnehmung ist ein dringendes Warnsignal
Ein Hitzschlag tritt auf, wenn der Organismus die überschüssige Körperwärme nicht mehr durch Mechanismen wie Schwitzen regulieren kann und diese sich anstaut. Laut der Stiftung Gesundheitswissen erhöht sich die Körpertemperatur in einem Zeitraum von 10 bis 15 Minuten auf 41 Grad oder darüber. Das BIÖG führt zusätzliche Alarmsignale an, die auf einen Hitzschlag deuten: Dazu gehören eine rote, erhitzte und trockene Haut sowie Übelkeit, Schwindelgefühle, Erbrechen und Krampfanfälle.
Des Weiteren können eine beschleunigte Atmung, ein rascher, aber schwacher Puls, Verwirrungszustände und Schläfrigkeit bis zum Verlust des Bewusstseins auftreten. Ein Hitzschlag stellt eine lebensbedrohliche Situation dar; bei einem entsprechenden Verdacht muss umgehend die Notrufnummer 112 kontaktiert werden.
Dehydration: Hautfalten- und Drucktests zur Erkennung
An warmen Tagen kommt es durch starkes Schwitzen zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust des Körpers. Wenn dieser Verlust nicht durch ausreichendes Trinken kompensiert wird, kann eine Dehydration (medizinisch für Flüssigkeitsmangel) eintreten. Gemäß BIÖG äußert sich dieser Zustand durch Symptome wie trockene und rissige Lippen, verminderten Harndrang, nachlassende Leistungsfähigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsprobleme, leichte Kopfschmerzen sowie Schwindel.
Der sogenannte Hautfalten-Test kann Aufschluss darüber geben, ob bereits ein signifikanter Flüssigkeitsverlust vorliegt. Hierzu wird eine Hautfalte am Handrücken angehoben und wieder losgelassen. Eine nur sehr langsame Rückbildung der Falte deutet auf einen Mangel an Flüssigkeit hin.
Eine Alternative ist der kurze Druck auf das Nagelbett, eine Methode, die vom Portal «gesundheitsinformation.de» empfohlen wird. Wenn der Körper adäquat hydriert ist, sollte die rosige Färbung innerhalb von zwei bis drei Sekunden wiederhergestellt sein.
Richtiges Verhalten in Hitzenotfällen
Für medizinische Laien ist eine klare Differenzierung zwischen Hitzschlag, Dehydration und Sonnenstich oft schwierig, zumal diese Zustände auch kombiniert auftreten können. Falls Sie bemerken, dass es Ihnen oder einer weiteren Person an einem heißen Tag gesundheitlich schlecht geht, sind folgende Maßnahmen wichtig: Bei Bewusstseinstrübungen oder bereits eingetretener Bewusstlosigkeit ist unverzüglich der Notruf 112 zu alarmieren.
Grundsätzlich gilt es, die betroffene Person umgehend aus der direkten Hitze zu entfernen und an einen schattigen oder kühlen Platz zu bringen. Der Kopf sowie der Oberkörper sollten in eine leicht erhöhte Position gebracht werden. Besteht der Verdacht auf einen Sonnenstich, kann die Kühlung des Nackens mit feuchten Tüchern Linderung verschaffen. Bei Anzeichen eines Hitzschlags unterstützen feuchte Umschläge die Kühlung des gesamten Körpers. Das BIÖG empfiehlt zudem, nicht benötigte Kleidungsstücke abzulegen.
Eine hohe Flüssigkeitszufuhr ist nun essenziell, nicht nur bei Verdacht auf Dehydration. Ideal sind Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Fruchtsaftschorlen. Sollte eine Person jedoch bewusstlos oder stark desorientiert sein, darf ihr keinesfalls Flüssigkeit verabreicht werden, da laut BIÖG Erstickungsgefahr droht. Bei einer bestehenden Dehydration ist außerdem der Verzehr von Bananen, Trockenobst oder isotonischen Getränken ratsam. Diese Produkte enthalten eine Mischung aus Fruchtzucker und Mineralien, welche die Wasseraufnahme des Körpers beschleunigt.
Sollte keine Besserung der Symptome eintreten, ist eine umgehende ärztliche Abklärung erforderlich. (dpa/red)

