Öko-Test rät von Magnesium-Mitteln ab: Viele sind überdosiert und für gesunde Menschen meist überflüssig.
Oft überdosiert und unnötigÖko-Test rät von Magnesium-Präparaten für Gesunde ab

Magnesium-Präparate sind weit verbreitet: Im Handel gibt es zahlreiche Produkte, die gezielt an Sportler, Schwangere und Senioren vermarktet werden.
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Eine Linderung von Muskelkrämpfen oder die Verbesserung des Schlafs sind häufige Werbeversprechen von Magnesium-Produkten. In einer Untersuchung von 28 solcher Nahrungsergänzungsmittel durch die Zeitschrift „Öko-Test“ (Ausgabe 06/2026) zeigte sich ein problematisches Resultat: Die Hälfte der getesteten Artikel enthielt eine zu hohe Dosis.
Die Preisspanne für die empfohlene tägliche Einnahme belief sich auf 2 Cent bis 1,25 Euro. Eine Überschreitung der vom Bundesinstitut für Risikobewertung („BfR“) angeratenen Tagesmenge von 250 Milligramm Magnesium führte zur Einstufung als überdosiert. Des Weiteren wurden in manchen Mitteln bedenkliche Inhaltsstoffe wie künstliche Süßungsmittel entdeckt. Es wird vermutet, dass diese sich negativ auf die Darmflora auswirken und auch den Blutzuckerspiegel beeinflussen können. Der Nachweis von Verdichtungsmitteln und Emulgatoren gelang ebenfalls.
Bewertung von „Öko-Test“: Alle Präparate als „unnötig“ klassifiziert
„Öko-Test“ verzichtete auf die Vergabe von Testnoten und klassifizierte stattdessen sämtliche geprüften Mittel mit dem Urteil „unnötig“. Die Beurteilung basierte auf einem dreifarbigen System, das Dosierung, enthaltene Zusatzstoffe und die Summe der festgestellten Mängel berücksichtigte. Infolgedessen erhielten sechs Produkte eine gelbe Kennzeichnung, 13 eine hellrote und neun eine dunkelrote.
Die Begründung für diese Klassifizierung lautet, dass bei einer ausgewogenen Ernährungsweise gesunde Personen normalerweise keine ergänzenden Magnesium-Produkte benötigen. Als ergiebige Quellen für Magnesium gelten unter anderem Nüsse, Vollkornprodukte, Blattgemüse, Fisch, Milch, Mineralwasser sowie dunkle Schokolade.
Was sagen andere Experten?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) kommt ebenfalls zu dem Schluss: „Ein Magnesiummangel ist bei einer ausgewogenen Ernährung bei stoffwechselgesunden Personen relativ selten.“ Darüber hinaus existieren laut DGE „keine konsistenten Hinweise auf einen Mehrbedarf an Magnesium während des Stillens“ oder für Frauen in der Schwangerschaft.
Im Gegensatz dazu kann eine zu hohe Dosierung negative gesundheitliche Auswirkungen haben. Die Verbraucherzentrale gibt an, dass bereits eine tägliche Aufnahme von über 300 Milligramm Magnesium bei Erwachsenen Durchfall auslösen kann. Unter Berufung auf die DGE warnt „Öko-Test“ zudem vor möglicher Übelkeit, Erbrechen und in seltenen Fällen sogar vor kardiovaskulären Beschwerden, also Problemen mit dem Herz-Kreislauf-System.
Wann die Einnahme von Magnesium sinnvoll sein kann
Laut „Öko-Test“ kann die Zufuhr von Magnesium bei gewissen Stoffwechselerkrankungen eine sinnvolle Maßnahme sein. Die Einnahme entsprechender Produkte sollte aber keinesfalls ohne vorherige ärztliche Konsultation erfolgen. Speziell für Personen, deren Nierenfunktion beeinträchtigt ist, bergen die Mittel sogar ein gesundheitliches Risiko.
Ob Magnesium wirklich bei Wadenkrämpfen hilft, dafür gibt es laut „Öko-Test“ bislang keine wissenschaftlichen Beweise. Stattdessen werden regelmäßige Dehnübungen und eine adäquate Flüssigkeitszufuhr angeraten, weil auch ein Mangel an Flüssigkeit Krämpfe verursachen kann. Als zusätzliche mögliche Gründe werden unpassende Schuhe oder eine muskuläre Überlastung genannt. (dpa/red)
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