Zecken sind für den Menschen unangenehme Gesellen in der Natur. Was vor Infektionen durch Zeckenstiche schützt.
Schutz vor ZeckenWie man sich am besten vor den Blutsaugern schützt

Eine Wiesenzecke neben einer Ein-Cent-Münze. (Symbolbild)
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Zecken übertragen Krankheitserreger und verstecken sich vor allem auf Gräsern und Büschen im Wald, aber auch im eigenen Garten. Durch milde Winter und den Klimawandel sind sie inzwischen ganzjährig aktiv. Selbst die aktuellen kalten Temperaturen bremsen die Blutsauger Experten zufolge kaum. Ein Überblick über Risiken und Schutzmöglichkeiten:
Wo finden sich Zecken?
Sie leben in Wäldern, Parks und Gärten auf Pflanzen wie Gräsern, Farnen, Sträuchern oder in losem Laub. Von dort aus gelangen sie zu vorbeilaufenden Tieren oder Menschen und beißen sich an weichen Hautpartien wie Kniekehlen, unter den Armen und am Haaransatz fest. Mit Hilfe ihres mit Widerhaken versehenen stachelartigen Mundwerkzeugs bohren sie sich in die Haut, um Blut zu saugen. Dabei können allerdings auch Krankheitserreger übertragen werden. Ab etwa fünf Grad werden Zecken aktiv.
Welche Krankheiten können Zecken übertragen?
Zecken können den Erreger der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, einer virusbedingten Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Insbesondere bei Erwachsenen besteht die Gefahr von Spätfolgen wie Müdigkeit, lange andauernden Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten sowie neurologischen Ausfällen. Selten kommt es auch zu Todesfällen. Für 2025 erfasste das Robert-Koch-Institut (RKI) bundesweit bislang mehr als 690 FSME-Erkrankungen, womit das Jahr zu den Rekordjahren zählt. In seltenen Fällen kommt es zu einer Übertragung über infizierte Rohmilch.
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Am häufigsten durch Zecken übertragen wird jedoch eine andere Krankheit - die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose, die das Nervensystem und die Gelenke schädigen kann. Schätzungen zu Krankheitsfällen schwanken sehr stark zwischen rund 40.000 und 120.000 pro Jahr oder sogar mehr. Treten binnen vier Wochen grippeähnliche Symptome, Fieber, Lymphknotenschwellungen oder die sogenannte Wanderröte auf, sollte sicherheitshalber ein Arzt aufgesucht werden. Denn sonst drohen Betroffenen noch nach vielen Jahren Spätfolgen wie Lähmungen, Nervenschmerzen oder Gelenkentzündungen.
Gibt es eine Schutzimpfung gegen FSME?
Gegen FSME schützt längerfristig eine aus drei Einzeldosen bestehende Impfung, die alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden muss. Von den Erkrankten sind annähernd alle nicht oder unzureichend geimpft. Eine Schutzimpfung gegen Borreliose gibt es dagegen nicht. Früh erkannt, können Mediziner eine Infektion allerdings gut mit Antibiotika behandeln.
Wie hoch ist das Risiko einer FSME-Erkrankung?
Im vergangenen Jahr stufte das RKI bundesweit rund 183 Stadt- und Landkreise als FSME-Risikogebiete ein. Zu den Regionen, in denen mit einem erhöhten Infektionsrisiko nach Zeckenbissen zu rechnen ist, gehören ganz Bayern und Baden-Württemberg sowie Südhessen. Dazu kommen weite Teile Sachsens und Thüringens sowie das südöstliche Brandenburg und einzelne Kreise in anderen Bundesländern. Nach Angaben des Leiters des Nationalen Konsiliarlabors FSME am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München, Gerhard Dobler, gibt es allerdings keine Region in Deutschland, die FSME-frei ist.
Dem RKI zufolge sind aber selbst in den FSME-Risikogebieten nur wenige Zecken infiziert. Im Mittel tragen 0,1 Prozent bis fünf Prozent der Zecken FSME-Viren in sich. Laut Zecken-Expertin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim werden die Erreger binnen zehn Minuten nach dem Zeckenstich übertragen.
Den Erreger der deutschlandweit vorkommenden Borreliose tragen je nach Region bis zu 30 Prozent der Zecken in sich. Borreliose wird erst übertragen, wenn die Zecke bereits einige Stunden Blut saugt. Außerdem entwickelt nur ein sehr kleiner Teil der Infizierten am Ende auch Krankheitssymptome.
Welche Schutzmöglichkeiten gibt es gegen Zecken noch?
Spaziergänger sollten in Wäldern sowie auf Feldern und Wiesen am besten lange Kleidung und feste Schuhe tragen. Über die Hosenbeine gezogene Strümpfe erschweren den Zecken die Suche nach nackter Haut zusätzlich. Nach einem Ausflug ins Freie sollte die Haut gründlich abgesucht werden, um festgebissene Zecken rechtzeitig zu entdecken und mit einer speziellen Pinzette zu entfernen.
Antizeckenmittel auf Haut und Kleidung sind ebenfalls hilfreich, dieser Schutz ist aber zeitlich begrenzt. In einer Untersuchung der Stiftung Warentest von 2025 hielten die besten Präparate die Blutsauger immerhin bis zu siebeneinhalb Stunden auf Abstand. (AFP)


