Starke Regelschmerzen oder ein Brennen im Intimbereich müssen Frauen nicht ertragen. Wann ein Arztbesuch ratsam ist.
Wenn der Unterleib schmerztWas hinter Endometriose, Vulvodynie und Co. stecken kann

Häufiges Leiden: Unterleibsbeschwerden gehören zu den am weitesten verbreiteten gynäkologischen Problemen und betreffen Frauen in jedem Lebensalter.
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Heftige Menstruationsbeschwerden, Schmerzen beim Einführen von Tampons oder ein brennendes Gefühl während des Radfahrens sind Leiden, mit denen manche Frauen konfrontiert sind. Anstatt diese zu ertragen, ist es ratsam, ein Gespräch mit dem Gynäkologen zu suchen. Dies ist besonders wichtig, falls die Unterleibsschmerzen wiederholt über eine längere Dauer anhalten oder das tägliche Leben beeinträchtigen, sodass es nur noch unter Einsatz von Schmerzmedikation bewältigt werden kann.
„Schmerzen sind ein wichtiges Signal des Körpers“, erläutert Markus Haist, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF). Solche Signale deuten darauf hin, dass eine Störung vorliegt. Eine ärztliche Konsultation, eine gynäkologische Prüfung und bei Notwendigkeit zusätzliche Ultraschall- sowie Laboranalysen oder eine Weiterleitung an eine spezialisierte Einrichtung können helfen, den Grund zu ermitteln. Dies schafft die Voraussetzung für eine adäquate Therapie, da häufig Optionen existieren, die Leiden zu mildern oder den Umgang damit zu erleichtern.
Mögliche Gründe für Schmerzen im Unterleib
Intensive Schmerzen während der Menstruation, aber auch beim Geschlechtsverkehr oder auf der Toilette, können auf eine Endometriose hinweisen. Bei dieser Erkrankung wächst Gewebe, das der Schleimhaut in der Gebärmutter ähnelt, außerhalb des Uterus.
Zu den Therapieoptionen zählen hormonelle Ansätze, welche Blutungen in den Endometriose-Arealen verhindern können, sowie die operative Beseitigung der Herde mittels einer Laparoskopie. Die Endometriose ist allerdings nicht die einzige gynäkologische Ursache für starke Schmerzen. Auch Eierstockzysten, Verwachsungen infolge von Operationen oder Myome, also gutartige Muskelknoten des Uterus, sind mögliche Gründe.
Vulvodynie: Wenn der äußere Intimbereich schmerzt
Ein Brennen, Stechen oder Wundgefühl im Bereich der Vulva, dem äußeren Genitalbereich, kann auf eine Vulvodynie hinweisen. Für betroffene Frauen ist dies oft sehr belastend, da Aktivitäten wie Sitzen, Fahrradfahren, das Tragen enganliegender Kleidung, Geschlechtsverkehr oder die Verwendung von Tampons starke Schmerzen verursachen können. Die Ursachen sind vielfältig und werden in der gynäkologischen Praxis abgeklärt. Dazu zählen Infektionen, Hautleiden, hormonell bedingte Veränderungen der Schleimhaut oder Probleme mit dem Beckenboden. Abhängig vom jeweiligen Befund können laut BVF spezifische Physiotherapie, Schmerzbehandlungen oder sexualmedizinische Konsultationen zur Therapie eingesetzt werden.
Anhaltende Schmerzen im Unterbauch
Für wiederkehrende oder persistierende Schmerzen im Unterleib ist häufig ein Zusammenspiel mehrerer Einflüsse verantwortlich. Laut dem BVF können neben den Reproduktionsorganen auch Beschwerden an Blase, Darm, Beckenboden, Nerven, Muskulatur oder als Folge von früheren Eingriffen ursächlich sein. Eine besonders gründliche diagnostische Abklärung ist in solchen Fällen entscheidend.
Das Schmerztagebuch als Vorbereitung für den Arzttermin
Um eine zutreffende Diagnose zu ermöglichen, sind möglichst genaue Angaben zu den Schmerzen für den behandelnden Arzt essenziell. Der BVF empfiehlt betroffenen Frauen aus diesem Grund, über mehrere Wochen ein Protokoll über ihre Schmerzen anzufertigen. Als Leitfaden können dabei folgende Aspekte dienen: der Zeitpunkt des Auftretens der Schmerzen, ein möglicher Bezug zur Menstruation, Geschlechtsverkehr, dem Toilettengang, körperlicher Aktivität oder Anspannung. Notiert werden sollten zudem die Schmerzintensität, lindernde Medikamente oder Handlungen und ob Begleiterscheinungen wie Fieber, Ausfluss, Blutungen, Magen-Darm- oder Blasenprobleme vorhanden sind. (dpa/red)
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