Wenn im Großraum Köln beständiges Regenwetter herrscht und die Grünflächen im eigenen Garten rasant sprießen, stehen viele vor der Frage, ob die Halme trotz Feuchtigkeit gekürzt werden dürfen. Spezialisten für Grünflächenpflege geben hierfür prinzipiell grünes Licht, denn selbst regennasse Halme vertragen den Schnitt. Um Schäden an der Grasnarbe vorzubeugen, sind dabei jedoch gewisse Vorgaben einzuhalten.

Bereits unter normalen Umständen fällt die Wahl des richtigen Mähzeitpunkts oft schwer, was sich durch dauerhafte Niederschläge und stetiges Wachstum weiter verkompliziert. Ein Verzicht auf die Gartenarbeit bringt allerdings ökologische Vorteile für die Natur mit sich, da sich auf unberührten Arealen diverse Wildpflanzen ausbreiten, welche wiederum ein wertvolles Nahrungsangebot für heimische Insekten darstellen. Wer beides vereinen möchte, kürzt die Hauptfläche regulär, spart dabei jedoch gezielt „wilde Ecken“ oder eine unberührte Zone im Zentrum für die Tierwelt aus. Dadurch profitieren die Sechsbeiner weiterhin von einem geschützten Lebensraum. Das berichtet „oekotest.de“.
Grünpflege trotz Feuchtigkeit: So urteilen Spezialisten
Seitens der Deutschen Rasengesellschaft wird der Einsatz von Gartengeräten auf feuchtem Untergrund entspannt bewertet. „Grundsätzlich kann man auch bei Regen oder bei nassem Rasen mähen. Die wenigsten Schwierigkeiten bereitet das Mähen allerdings, wenn die Blätter trocken sind.“ Mit diesen Worten fasst der Vereinsvorsitzende Harald Nonn die Thematik zusammen.
Martin Degenbeck, tätig an der Bayerischen Landesanstalt für Stadtgrün und Landschaftsbau (LWG), erinnert in diesem Zusammenhang an historische Arbeitsweisen: „Traditionell hat man die Wiesen mit der Sense frühmorgens gemäht, wenn noch Tau auf den Gräsern ist; das ergibt einen sauberen und schonenden Schnitt. Insofern kann man einen Rasen problemlos mähen, wenn er nass ist.“

Beide Spezialisten stimmen folglich darin überein, dass Niederschläge die anstehende Gartenarbeit keineswegs zwingend blockieren. Für eine pflegliche Behandlung des heimischen Grüns bedarf es allerdings einiger Vorsichtsmaßnahmen.
Oberste Priorität hat hierbei das Unterlassen des Mulchens. Herrscht nasse Witterung, empfiehlt sich der reine Mähvorgang inklusive montiertem Auffangbehälter. Die Ursache hierfür liegt im Zusammenkleben der feuchten Halmreste zu einer breiigen Schicht, welche die Grasnarbe erstickt und die Luftzirkulation erheblich beeinträchtigt. Daraus resultieren mitunter Schimmelbildung sowie Fäulnisprozesse. Überdies benötigen die rotierenden Klingen des Geräts eine optimale Schärfe, damit das feuchte Grün glatt durchtrennt und keinesfalls ausgefranst wird. (red)
