Europa hat den drittwärmsten Sommer seit Beginn der Messungen erlebt, Westeuropa sogar den heißesten. Der EU-Klimadienst Copernicus meldet extreme Hitze, Trockenheit und Rekord-Niedrigwasser in den Flüssen.
Heißester SommerWesteuropa bricht Rekord aus 2003

Ein Mann trocknet sich den Schweiß von der Stirn: Im Sommer 2026 war es viele Tage sehr heiß. (Symbolbild).
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Hitze, extreme Trockenheit und niedrige Wasserstände: Klimaextreme haben laut dem EU-Klimadienst Copernicus den Sommer in ganz Europa geprägt. Die anhaltende und außergewöhnliche Hitze habe den Sommer zum drittwärmsten des Kontinents seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemacht, teilte Copernicus am Freitag in Bonn mit. Westeuropa durchlebte demnach sogar den heißesten jemals gemessene Sommer.
Die sommerliche Durchschnittstemperatur habe in Westeuropa bei 21,7 Grad Celsius gelegen und damit 2,5 Grad über dem Vergleichswert der Jahre 1991 bis 2020, hieß es. Der bisherige Rekord aus dem Sommer 2003 sei damit übertroffen worden.
„Rekordhohe Tagestemperaturen“ schon im Mai
Der meteorologische Sommer umfasst die Monate Juni, Juli und August. Mit Blick auf Westeuropa hoben die Copernicus-Fachleute hervor, dass die außergewöhnliche Wärme weit über die Kernmonate des Sommers hinaus angehalten habe. Auch im Mai und September seien „rekordhohe Tagestemperaturen“ gemessen worden.
Vor allem Hitze machte laut Copernicus den Menschen in Europa zu schaffen. Etwas mehr als die Hälfte des Kontinents (52 Prozent) habe sehr starken Hitzestress erlebt, also eine gefühlte Temperatur von 38 Grad Celsius oder mehr. Für Westeuropa sei im Durchschnitt die Rekordzahl von 13 Tagen mit solchen Temperaturen festgestellt worden, hieß es. An durchschnittlich 41 Tagen sei starker Hitzestress aufgetreten, was gefühlten Temperaturen von 32 bis 38 Grad entspricht – ebenfalls ein Rekord.
„Sommer mit sich überschneidenden Klimaextremen“
Samantha Burgess, Strategieleiterin für Klima beim Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW), sprach von einem „Sommer mit sich überschneidenden Klimaextremen“. Mit Blick auf die Folgen, etwa für die Verfügbarkeit von Wasser oder für die Gesundheit, mahnte sie an, „Widerstandsfähigkeit gegenüber zunehmend miteinander verknüpften Klimarisiken aufzubauen“.
Angesichts der anhaltenden Trockenheit wurden laut Copernicus auch die stärksten Niedrigwasserstände in Europa seit Beginn der Erfassung im Jahr 1992 festgestellt. Im Juli und August seien an vielen großen europäischen Flüssen gleichzeitig „Rekord- oder Beinahe-Rekordtiefstände“ aufgetreten, darunter im Rhein, der Donau und der Seine. (RND/epd)