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Klage gegen Amazon wächstSchon 130.000 Prime-Kunden fordern Geld zurück

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Amazon Prime

Die Verbraucherzentrale NRW hat den Online-Händler Amazon wegen einer Preiserhöhung im Sommer 2022 verklagt. (Archivbild)

Verbraucherzentrale NRW klagt gegen Amazon wegen Prime-Preisen. Mehr als 130.000 Menschen haben sich angeschlossen.

Inzwischen haben sich mehr als 130.000 Personen der Sammelklage angeschlossen, welche die Verbraucherzentrale NRW wegen der Preisanpassung bei Amazon Prime führt. Laut Mitteilung der Organisation können sich Betroffene weiterhin für eine Teilnahme registrieren.

Im Sommer 2022 hob Amazon die Gebühren für sein Prime-Abonnement in Deutschland an, was nach Angaben der Verbraucherzentrale Millionen von Nutzern tangierte. Die Verbraucherschützer bewerten diese Preisanpassung als unzulässig.

OLG Düsseldorf: Vorherige Entscheidung zugunsten der Verbraucher

In einem früheren Verfahren gegen Amazon hatte die Verbraucherzentrale bereits vor dem Landgericht sowie dem Oberlandesgericht Düsseldorf Erfolg. Die Gerichte stuften die Klausel zur Preisanpassung für die deutsche Prime-Mitgliedschaft in beiden Verhandlungen als unwirksam ein.

Die Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig, da Amazon Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt hat. Vor diesem Hintergrund reichte die Verbraucherzentrale im Dezember 2025 eine neue Sammelklage beim zuständigen Oberlandesgericht Hamm ein (Az. I-13 VKl 1/25).

Wie sich Betroffene der Klage anschließen können

Vom Bundesamt für Justiz wurde im Januar ein entsprechendes Klageregister eingerichtet. Im Erfolgsfall könnten registrierte Teilnehmer eine Rückerstattung der zu viel gezahlten Beträge erhalten. „Je nach Tarif können das derzeit bis zu rund 60 Euro sein. Sollte das Verfahren noch länger andauern, kann dieser Betrag weiter steigen“, führte Alina Baumann von der Verbraucherzentrale NRW aus.

Ein Termin für die Befassung des OLG Hamm mit der Angelegenheit ist noch unbestimmt. Gemäß dem Bundesamt für Justiz (BfJ) können sich Interessierte bis drei Wochen nach Abschluss der mündlichen Verhandlung in das Register eintragen.

Amazon rechtfertigt die höheren Gebühren

Die Kosten für Prime-Mitglieder stiegen im September 2022 auf 89,90 Euro bei jährlicher Zahlweise (zuvor 69 Euro) und auf 8,99 Euro bei monatlicher Abbuchung (zuvor 7,99 Euro). Dafür erhalten Abonnenten unter anderem einen zügigeren, kostenfreien Versand sowie Zugang zu einem Filmangebot. Als Grund für die Anpassung nannte der Konzern damals gestiegene Ausgaben.

Der Online-Händler wies die Anschuldigungen zu Beginn des Jahres abermals von sich. „Wir haben Kund:innen transparent und unter Einhaltung geltenden Rechts über die Änderungen der Prime-Mitgliedsgebühr informiert“, äußerte ein Sprecher von Amazon auf Nachfrage. Es habe für Mitglieder stets die Möglichkeit bestanden, ihr Abonnement zu beenden, worüber auch informiert worden sei. Die Revision sei eingelegt worden, da man mit der Entscheidung des OLG Düsseldorf nicht einverstanden sei. (dpa/red)

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