Köln – Herr Horn, Sie haben Pädagogik studiert. Warum?
Nach dem Abi habe ich ein soziales Jahr in den Werkstätten für Behinderte in Trier absolviert. Meine Mutter hat damals dort einen Behindertenbus gefahren. Ich habe gemerkt, dass die Arbeit mit geistig Behinderten absolut mein Ding ist. Ich war fasziniert von dieser Welt, hatte viel Spaß und es hat mich als Mensch geformt. Das war mir klar, dass Pädagogik voll mein Ding ist und ich hab mich an der Uni Trier angemeldet – und es nie bereut.
Hatten Sie ein wildes Studentenleben?
Der Schlagersänger Guildo Horn studierte von 1986 bis 1994 Pädagogik in Trier. Seit 1991 macht er Karriere als Musiker. Zu seinen größten Erfolgen gehört der siebte Platz beim Eurovision Song Contest 1998 mit dem Titel „Guildo hat euch lieb“. Bei der Studienmesse „Einstieg“ war er zu Gast bei der „Lounge-La-La“ der Fresenius Hochschule. (ris)
Ich hab natürlich viel gefeiert und viel Musik gemacht. Aber wenn eine Prüfung anstand, habe ich mich hingesetzt und mich anderthalb Monate von morgens bis abends vorbereitet. Ganz diszipliniert. Ich habe im Studium überhaupt gelernt, so richtig auf den Punkt zu sein. Feiern hin, feiern her. Morgens um acht saß ich am Schreibtisch und habe Gas gegeben.
Von der Uni ins Showgeschäft
Der Name Ihrer Band „Die Orthopädischen Strümpfe“ ist ja in ihrer Uni-Zeit entstanden. Wie kam das?
Der Asta wollte beim Uni-Ball Guildo Horn haben. Ich stand mit denen in Verhandlung, als sie wissen wollten wissen, wie die Band eigentlich heißt. Ich hatte keine Ahnung, hatte zu der Zeit aber viel Monty Python geguckt. Ein Gag heißt bei denen „Die Welt der orthopädischen Strümpfe“. Aus dem Bauch heraus habe ich dann gesagt „Die Band heißt die Orthopädischen Strümpfe“. Seitdem sitzt das.
Wie kamen Sie von der Uni ins Showgeschäft?
Ich hab ja immer Musik gemacht. mit neun Gitarre gespielt, mit 13 Schlagzeug, um einmal Studiomusiker zu werden. Dann war das Studium vorbei, ich habe als Musiklehrer gearbeitet und dann habe ich wild um mich geschossen, um Musik-Projekte zu starten.
Was haben Sie aus dem Psychologie-Studium für sich und Ihre Karriere mitgenommen?
Vor allem Disziplin. Ohne das Studium gäbe es mich als Künstler gar nicht, weil man im Showgeschäft sehr auf dem Punkt sein sein muss. Und Kants Kategorischer Imperativ, nachdem man andere so behandeln soll, wie man von ihnen behandelt werden möchte, ist für mich eine Lebensdevise.
