Lohnt sich ein Solarstromspeicher für die neue Photovoltaikanlage? Mit einer einfachen Rechnung in drei Schritten finden Sie es heraus.
Lohnt sich ein SolarspeicherSo berechnen Sie die Wirtschaftlichkeit in drei Schritten

Wer selbst erzeugten Solarstrom speichert und später nutzt, kann den Netzbezug reduzieren und damit die laufenden Stromkosten spürbar senken.
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Die Überlegung, eine Photovoltaikanlage zu installieren, wirft oft die Frage nach der Rentabilität eines zusätzlichen Solarstromspeichers auf. Nach Auskunft des Informationsprogramms Zukunft Altbau ist eine solche Investition bei neuen Anlagen in der Regel vorteilhaft. Für eine exakte Einschätzung lässt sich die Wirtschaftlichkeit eines Speichersystems unkompliziert in drei Stufen kalkulieren.
Die Vorgehensweise ist wie folgt:
Stufe 1: Einsparung je Kilowattstunde bestimmen
Im ersten Schritt wird die finanzielle Einsparung ermittelt, die durch die Nutzung einer selbst produzierten und gespeicherten Kilowattstunde anstelle des Bezugs einer Kilowattstunde aus dem öffentlichen Netz entsteht.
Zur Veranschaulichung: Belaufen sich die Kosten für eine Kilowattstunde Netzstrom auf aktuell etwa 33 Cent, während die Vergütung für die Einspeisung des selbst generierten Stroms bei knapp acht Cent liegt, ergibt sich ein Vorteil. Die Nutzung des eigenen Solarstroms führt in diesem Szenario zu einer Einsparung von ungefähr 25 Cent je Kilowattstunde.
Stufe 2: Gesamtersparnis über die Nutzungsdauer berechnen
Anschließend wird die Kostenreduktion je Kilowattstunde Speicherkapazität für die gesamte Betriebsdauer des Akkus kalkuliert. Das Programm Zukunft Altbau legt hierfür eine Annahme von 225 Vollzyklen jährlich zugrunde. Dies bedeutet, dass eine Kilowattstunde der Batteriekapazität im Jahresverlauf 225-mal mittels der hauseigenen Photovoltaikanlage komplett aufgeladen und durch den Eigenverbrauch wieder gänzlich geleert wird. Die Verbraucherzentralen geben an, dass für Batteriespeicher eine prognostizierte Nutzungsdauer von 10 bis 15 Jahren realistisch ist.
In der Beispielkalkulation von Zukunft Altbau führt die Multiplikation von 225 Zyklen mit einer Einsparung von 25 Cent, hochgerechnet auf eine Dauer von 15 Jahren, zu folgendem Ergebnis: Über die gesamte 15-jährige Betriebsdauer wird eine Summe von etwa 840 Euro je Kilowattstunde Speicherkapazität eingespart.
Stufe 3: Verluste und Anschaffungskosten gegenüberstellen
Zuletzt müssen noch die Energieverluste des Speichers berücksichtigt werden, welche beim Laden, Entladen und durch den Stand-by-Betrieb auftreten. Laut Zukunft Altbau belaufen sich diese üblicherweise auf ungefähr 15 Prozent.
Im genannten Rechenexempel verbleibt somit eine Nettoersparnis von circa 720 Euro je Kilowattstunde Speicherkapazität über die gesamte Nutzungsdauer des Akkus.
Sofern die Investitionskosten für den Batteriespeicher je Kilowattstunde Kapazität diesen Betrag unterschreiten, gilt die Anschaffung als rentabel. Übersteigen die Kosten hingegen diesen Wert, ist eine finanzielle Wirtschaftlichkeit laut Zukunft Altbau unwahrscheinlich.
Die korrekte Dimensionierung des Speichers
Für die Wahl der passenden Speichergröße geben die Verbraucherzentralen eine Orientierung: Sie raten zu ungefähr einer Kilowattstunde Akkukapazität je 1.000 Kilowattstunden jährlichem Strombedarf. Laut Frank Hettler von Zukunft Altbau führt aus, dass für einen Haushalt mit einem Jahresbedarf von 6.000 Kilowattstunden eine Batteriekapazität im Bereich von sechs bis acht Kilowattstunden im Normalfall ausreichend ist. „Mit Blick auf eine Zukunft mit Elektroauto und Wärmepumpe kann allerdings bereits heute die Anschaffung eines größeren Speichers sinnvoll sein.“
Eine höhere Speicherkapazität erweist sich laut dem Informationsprogramm ebenfalls als nützlich, sofern flexible Stromtarife verwendet werden. Bei geringen Preisen an der Strombörse und gleichzeitig wenig oder keinem Solarertrag ermöglicht der Speicher das Aufladen mit preiswertem Strom aus dem Netz. Dieser kann dann zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Tarife steigen oder die Photovoltaikanlage keine Energie erzeugt, für den Eigenverbrauch zur Verfügung gestellt werden. (dpa/red)
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