Wer mit über 50 eine Rentenlücke feststellt, hat noch Zeit zu handeln. Welche Optionen sich jetzt noch lohnen.
Renten-Schock mit 50So schließen Sie die Rentenlücke auch mit über 50 noch

Mit über 50 noch mit der Altersvorsorge anfangen? Das ist längst kein unmögliches Unterfangen, erfordert aber Ausdauer.
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Für die Altersvorsorge gilt: Je früher, desto besser. Doch oft wird das Sparen aufgeschoben. Wer dann mit über 50 seine Finanzen prüft, stellt häufig eine Versorgungslücke fest – die Differenz zwischen dem bisherigen Einkommen und den künftigen Bezügen. Trotz des begrenzten Zeitraums bis zur Rente gibt es aber noch Wege, um Kapital für den Lebensabend aufzubauen.
Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf empfiehlt Betroffenen ein planvolles Vorgehen. Zunächst muss geklärt werden, wie gravierend die Versorgungslücke ist: Zwingt sie nur zur Reduzierung des gewohnten Lebensstandards oder sind sogar grundlegende Ausgaben für den Lebensunterhalt gefährdet? Wer seinen Lebensstil ohne Weiteres anpassen kann, steht vor einer geringeren Herausforderung als jemand, dem im Ruhestand die Mittel für Miete und Nahrungsmittel fehlen.
Strukturiert vorgehen und die eigene Rentenlücke berechnen
Zur Prüfung der Finanzen im Ruhestand werden Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt. Als Basis dient die prognostizierte Rentenhöhe aus der Information der Deutschen Rentenversicherung. Berücksichtigen Sie zusätzliche Einkünfte wie eine Betriebsrente und prüfen Sie, welche Kostenpunkte, etwa für den Arbeitsweg, entfallen. Sobald die Höhe der Lücke feststeht, muss eine Strategie entwickelt werden. Generell gilt: Mit Anfang 50 und einem verbleibenden Zeitraum von etwa 15 Jahren sind die Handlungsmöglichkeiten vielfältiger als für Personen, die bereits kurz vor dem 60. Lebensjahr stehen.
Sinnvolle Optionen, um die Rentenlücke zu schließen
Eine Möglichkeit sind freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. „Es kann sich rechnen, freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen“, sagt Andreas Irion, Präsident des Bundesverbands der Rentenberater. Der Vorteil ist die lebenslange Auszahlung. Für Personen, die über eine größere Summe verfügen, kann auch ein Bank- oder Fondsauszahlplan infrage kommen. Hierbei wird monatlich ein Betrag ausgeschüttet, bis das Kapital aufgebraucht ist.
Laut Scherfling stellt auch das Sparen mit Indexfonds (ETFs) eine Alternative dar. Wer Anfang 50 ist, kann Anteile an einem breit diversifizierten Aktien-ETF erwerben und die Aktienquote zum Ruhestand hin senken, um Risiken zu minimieren. Eine weitere Option ist die private Sofortrente, bei der ein Einmalbetrag in eine lebenslange Rente umgewandelt wird. Scherfling warnt jedoch: „Bei Versicherungslösungen muss man oft älter als 90 Jahre alt werden, um das eingezahlte Geld über die monatlichen Rentenzahlungen zurückzuerhalten“.
Schließlich besteht die Option, im Ruhestand weiterzuarbeiten. „Den Rentenbeginn zu verschieben und weiterhin eine versicherungspflichtige Beschäftigung auszuüben, kann sich rechnen“, bestätigt Irion. Jeder Monat Aufschub resultiert in einem Rentenzuschlag von 0,5 Prozent, was bei einem Jahr sechs Prozent ausmacht. Zudem erhöhen die weiter gezahlten Beiträge die spätere Rente.
Welche Möglichkeiten weniger geeignet sind
Von kapitalbildenden Lebensversicherungen rät die Verbraucherzentrale NRW ab, da diese laut Scherfling oft teuer und unflexibel sind. Auch private Rentenversicherungen sind wegen des niedrigen Höchstrechnungszinses von aktuell einem Prozent nicht empfehlenswert. Ein Banksparplan ist aus Renditesicht ebenfalls keine gute Wahl, da die Zinsen meist nicht die Inflation ausgleichen. (dpa/red)
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