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WohnungsnotZu zweit auf 24 Quadratmetern

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„Das Fahrrad war Bedingung", sagt Mike Jordan. Vor einem Jahr ist er in Nicoles Studentenwohnung mit eingezogen.

Köln – Nicole Niegot und Mike Jordan wohnen auf 24 Quadratmetern. Zusammen. Darin enthalten: Ein winziges Bad, eine Mikrowelle, zwei Kochplatten, ein Garderobenschrank, ein Kleiderschrank, zwei Schreibtische, ein Hochbett, zwei Sessel, ein Balkon, zwei Rennräder. „Das Rennrad musste mit in die Wohnung, das war Bedingung“, sagt Mike.

Der 21-Jährige macht Triathlon, geht mindestens drei Mal in der Woche zum Training. Als er vor einem Jahr begann, Sportmedizinische Technik in Remagen zu studieren, ist er zu Nicole in ihre Studentenwohnung gezogen. Übergangsweise. „Wir haben in Köln mehr als ein halbes Jahr lang nach einer Zwei-Zimmer-Wohnung gesucht“, sagt Nicole, die an der Kölner Uni Sonderpädagogik auf Lehramt studiert. „Aber die Wohnungen, die in unserem Budget von 700 Euro lagen, waren furchtbar. Man hätte mir Geld bezahlen müssen, damit ich dort einziehe!“

Unten rattert die Linie 18

Kein Einzelfall, nicht wenige der Kölner Studenten leben in ziemlich beengten Wohnverhältnissen, die sie außerdem noch teuer bezahlen müssen: 20 Euro pro Quadratmeter sind keine Seltenheit. Nicoles Studentenwohnung liegt im Uni-Center, fünfter Stock und kostet 450 Euro Warmmiete. Vom Balkon aus geht der Blick auf den Dom, unten rauschen Autos über die Luxemburger Straße, die Linie 18 rattert alle paar Minuten vorbei, der Südbahnhof ist fußläufig erreichbar.

„Irgendwann haben wir beschlossen, dass meine Wohnung jetzt eben unsere gemeinsame Studentenwohnung bleibt“, sagt Nicole. „Dann haben wir angefangen zu renovieren“, ergänzt Mike. Die beiden haben den alten PVC-Boden rausgerissen und durch neues Laminat ersetzt, das 1,40-Meter große Bett, das fast die Hälfte des Wohnraums ausfüllte, tauschten sie gegen ein Hochbett aus. Gemütlich wirkt die Wohnung jetzt. „Seitdem kann ich endlich meine Liegestütze machen, ohne vorher den halben Inhalt der Wohnung auf den Balkon zu räumen“, sagt Mike und lacht.

Die Sitzecke wanderte unter das Bett und im Raum war Platz für einen zweiten Schreibtisch. Dort sitzen die beiden – vor allem in der Klausurphase – oft nebeneinander und arbeiten still vor sich hin. „Nur, wenn Nicole so laut tippt, kann ich mich kaum auf das Lernen konzentrieren“, sagt Mike. Generell mehr Streit gebe es aber nicht, seitdem sie so eng zusammenwohnen.

Kaum Platz für Besuch

Weil beide so viel unterwegs sind – Uni, Sport, Freunde – sehen sie sich aber gar nicht so oft. „Wir versuchen aber immer, einen Abend in der Woche zusammen zu verbringen“, sagt Nicole. Dennoch hat eine Mini-Wohnung auch Nachteile. Mehrmals täglich muss gespült werden, weil es keine Arbeitsplatte gibt, auf der das dreckige Geschirr gestapelt werden könnte. Jeder kleine Gegenstand braucht seinen festen Platz – und dabei haben die beiden viele Sachen noch bei den Eltern am Niederrhein geparkt.

„Ich bin eigentlich ein unordentlicher Mensch“, sagt Nicole. „Aber hier geht das einfach nicht.“ Auch Besuch kommt selten, weil es zu eng ist. Zum Telefonieren geht Nicole ins Bad, weil sie Mike nicht stören will. Der Fernseher wird nur eingeschaltet, wenn beide einverstanden sind. Für Geheimnisse ist auf 24 Quadratmetern auch kein Platz. „Letztes Mal hatte Mike zum Glück an einem Dienstag Geburtstag“, sagt Nicole. „Das war super, weil ich montags immer Babysitten gehe – und dort heimlich für ihn einen Kuchen backen konnte.“

Ein Gutes habe die kleine Wohnung jedenfalls, finden beide. „Sie ist ein super Beziehungstest“, sagt Mike. „Wenn wir auf so kleinem Raum gut auskommen, dann schaffen wir das in einer Drei-Zimmer-Wohnung auch“, ergänzt Nicole. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit. Drei bis vier Jahre werden die beiden noch studieren.