Tulpen, Narzissen und Co.So halten sich die Osterblumen in der Vase länger

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Eine Frau stellt Tulpen in eine Vase

Wenn Tulpen auf dem Heimweg vom Einkauf schlapp machen, gilt zuhause: sofort ins Wasser stellen.

Mal hält sich der Strauß Blumen länger, mal kürzer. Das kann viele Gründe haben. Blumenproduzenten geben Tipps für Tulpen und Narzissen.

Kaum gekauft, schon verwelkt? Expertenorganisationen verraten, wie sich Blumensträuße mit Narzissen und Tulpen länger halten. Und wie man vermeidet, dass die Oster- und Frühlingsblumen sich gegenseitig das Leben – und Blühen – schwer machen:

Die Tulpen machen schon auf den Heimweg schlapp

Der Tulpenstrauß ist gerade erst frisch gekauft, aber die Stiele sind schon schlapp? Kein Grund, die Blumen zu reklamieren, geschweige denn wegzuwerfen.

Am besten rollt man die Tulpenstängel in Zeitungsseiten oder andere Papiere ein oder lässt sie noch in ihrer Plastikverpackung, dann stellt man sie für eine Stunde ins Wasser. So verpackt sind die Stängel stabilisiert, bis sie genug Wasser gezogen haben, um sich wieder selbst zu halten. Darauf weist die Tulip Promotion Netherlands hin, ein Zusammenschluss von über 500 Tulpenzüchtern und -produzenten aus den Niederlanden.

Narzissen lassen andere Blumen schneller welken

Viele Schnittblumen machen schlapp, wenn Narzissen mit ihnen im Strauß landen. Oder genauer gesagt: sich das gleiche Wasser teilen. Denn Narzissen scheiden einen schleimigen Stoff aus, den andere Blumen nicht vertragen.

Der Tipp: Narzissen erst für einige Stunden, am besten sogar eine Nacht lang in eine extra Vase geben. Wer einen Strauß gemischter Frühlingsblumen geschenkt bekommt und nicht nachvollziehen kann, ob die Narzissen schon „ausgeblutet“ sind, kann Schnittblumennahrung zum Wasser geben. Laut dem Blumenbüro Holland trete dann weniger Schleim aus.

Blätter beschleunigen die Welke

Einen Tipp liest man immer wieder im Zusammenhang mit Schnittblumen, die Experten bestätigen ihn: Bevor die Blumen in die Vase kommen, sollte man Blätter, Blüten und kleine Triebe, die ins Wasser reichen, vom Stängel entfernen. Sonst wird das Bakterienwachstum, das das Welken beschleunigt, durch die Pflanzenteile im Wasser angeregt, erläutert iBulb, ein Zusammenschluss von Betrieben der Zwiebelblumenbranche.

Reifegas lässt Schnittblumen früher welken

Stellt man eine Blumenvase in die Nähe einer Schale mit Äpfeln, Pfirsichen oder Bananen oder neben ein offenes Kaminfeuer, welken alle Schnittblumen deutlich schneller. Der Grund dafür ist das Reifegas Ethylen, das sowohl vom Obst als auch vom Ofen verströmt wird. Dieses Gas kann bei Blumen den Prozess der Alterung beschleunigen. Darauf weist die Landwirtschaftskammer NRW hin.

Auch zu viel Wärme, etwa auf der Fensterbank mit direkter Sonneneinstrahlung, und Zugluft lassen Schnittblumen eher welken.

Tulpen lassen die Köpfe hängen

Eigentlich ist es gar kein Problem, sondern ein Phänomen bei Tulpen: Selbst von ihrer Zwiebel getrennt wachsen die Stängel der Tulpen noch weiter. Innerhalb weniger Tage können die Blütenstiele einige Zentimeter länger werden und so weit über die Vase hinaushängen.

Das liegt daran, dass Tulpen nicht wie etwa der Mensch durch Zellteilung wachsen. Statt neue Zellen zu bilden, pumpen Tulpen ihre vorhandenen Zellen mit Wasser auf und strecken sich so. Diese Fähigkeit besitzen auch andere Pflanzen, unter anderem Gladiolen, Narzissen und die Amaryllis.

Die Lösung: Eine Vase nutzen, die hoch genug ist, um das Wachstum abzufangen. Und wer nicht möchte, dass die Tulpen aus einem kompakten Strauß herauswachsen, sollte ihnen nur wenig Wasser in die Vase geben.

Schnittblumen dursten stark

Gerade Tulpen brauchen viel Wasser, aber auch andere Schnittblumen holen sich eine ordentliche Portion aus der Vase. Daher ist es wichtig, die Gefäße regelmäßig aufzufüllen. Und nicht nur wegen des Durstes: Im Wasser wachsen Bakterien, die das Welken beschleunigen. Also sollte man regelmäßig für frisches Wasser einfüllen.

Was bedeutet „regelmäßig“? Während manche Experten zum täglichen Austausch des Wassers raten, empfehlen andere alle zwei bis drei Tage zu wechseln. Grundsätzlich lässt sich aber festhalten: Bei Blumen mit weichen Stielen wie Tulpen und Narzissen wird am besten häufiger gewechselt, dafür aber weniger Wasser auf einmal nachgefüllt. Anders als bei hartstieligen Blumen wie etwa Rosen: Hier kann die Vase auch voller werden und das Wasser länger halten, so das Blumenbüro.

Während die meisten Frühblüher zimmerwarmes oder noch wärmeres Wasser mögen, brauchen Tulpen eher kaltes Wasser. In zu warmem Wasser weichen ihre Stiele auf und die Blumen werden geschwächt, erläutert die Züchter- und Produzentenvereinigung Tulip Promotion Netherlands.

Übrigens: Die Wasseraufnahme verbessert sich, wenn man die Schnittblumen vor dem Arrangieren in der Vase noch mal anschneidet. Dafür sollte man keine Schere nutzen, sondern ein scharfes Messer, empfiehlt die Landwirtschaftskammer NRW. Eine Schere ist nicht so scharf und kann die Leitungsbahnen verletzen, so dass die Tulpen kein Wasser aufnehmen können. (dpa)

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