Frankfurt/Main – Wie kann man als Künstler in einer Diktatur weiterarbeiten? Dieser Frage geht die Frankfurter Kunsthalle Schirn am Beispiel des Nationalsozialismus nach. Während Exilkünstler heute oft berühmt sind, sind unangepasste Künstlerinnen und Künstler, die in Deutschland blieben, bis heute kaum bekannt. Die Ausstellung „Kunst für keinen. 1933-1945” stellt 14 von ihnen bis 6. Juni vor.
Die Ausstellung zeigt 140 Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien und erklärt in langen Texten, welche Strategien ihre Urheber nutzten, um weiterzuarbeiten, obwohl die Nazis sie mit Berufsverbot belegten oder sie verfolgten.
Viele zogen sich komplett zurück, arbeiteten im Privaten, ohne Ausstellungen, Einnahmen oder Kontakte - sogar im Gefängnis oder an der Front. Sie verlegten sich auf Fotografie oder das Schnitzen von Holzköpfen als Broterwerb. Sie passten sich an, wurden zum Teil sogar Parteimitglied oder ließen sich von jüdischen Ehepartnern scheiden. Otto Dix - einer der wenigen bekannten Namen in der Schau - verlegte sich von gesellschaftskritischen Satiren auf Landschaftsbilder.
Wen die NS-Kunstpolitik ausgrenzte, das hatte weniger mit der Kunst als mit Politik zu tun, wie Kuratorin Ilka Voermann sagte: verfemt wurden Künstler meist wegen ihrer Religion, politischen Einstellung, Herkunft oder sexuellen Orientierung. Die Kunst dieser Zeit allein in „systemkonform” und „entartet” einzuteilen, gehe an der Lebensrealität vieler Künstler vorbei.
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