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Kommentar zur NationalmannschaftDie deutsche Elf braucht eine Revolution

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Löw (1)

Joachim Löw ist seit dem Jahr 2004 bei der Nationalmannschaft.

  1. Das 3:3 der deutschen Elf gegen die Türkei war keine Blamage, aber ein Sieg fehlt bereits seit auffallend langer Zeit.
  2. Jürgen Klinsmann reformierte die Nationalmannschaft vor 16 Jahren, doch ist der Zenit dieser Entwicklung lange überschritten.
  3. Nun braucht die DFB-Auswahl eine neue Ausrichtung und muss sich fragen, ob dazu nicht auch neue Gesichter gehörten.

Köln – Es war nur ein Test, eine Art Sichtungsmaßnahme, ein Inventurspiel sozusagen. Joachim Löw hat für die Partie gegen die Türkei ein paar Fußballer berufen, von denen zwar einige zuletzt nicht zu den Leistungsträgern ihrer Mannschaften zählten. Die aber fraglos die Qualität haben, um auf anständigem Niveau Fußball zu spielen. Der Abend in Müngersdorf war weit davon entfernt, eine Blamage zu sein, niemand musste sich gekränkt fühlen, weil eine Elf, die im Trikot der deutschen Nationalmannschaft aufgelaufen war, dreimal geführt und doch nicht gewonnen hatte.

Spielen, um zu gewinnen

Dennoch spielt eine Nationalmannschaft, zumal der viermalige Weltmeister, grundsätzlich, um zu gewinnen. Insofern darf man durchaus problematisieren, wenn eine DFB-Auswahl, in welcher personellen Zusammensetzung auch immer, ständig Führungen aus der Hand gibt.

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Es ist kein neues Phänomen, bereits im Oktober 2018 gab Löws Mannschaft in Paris eine 1:0-Führung aus der Hand, verlor 1:2. Fünf Wochen später kassierte die Mannschaft nach einer 2:0-Führung gegen die Niederlande noch Gegentreffer in der 85. und 90. Minute.

Mannschaft im Umbruch

Derartige Verläufe sind ein Merkmal einer Mannschaft im Umbruch, und spätestens seit der WM 2018 ist der Umbruch gewollt. Der DFB muss sich allerdings grundsätzlich die Frage stellen, ob man den Umbruch konsequent genug vollzieht, wenn dasselbe Personal in der Führung ist, das seit mittlerweile 16 Jahren die Geschicke der Nationalelf verantwortet.

Es war Jürgen Klinsmann, der die Nationalmannschaft revolutionierte: Athletisch neue Standards setzte, das Team aus den Sportschulen der Provinz in die Herzen der Großstädte holte und zum Erlebnis machte. Die Entwicklung führte, ohne Revolutionär Klinsmann, dafür mit Fachkräften wie etwa Hansi Flick, zum WM-Triumph von Rio. Aber eben auch zur Über-Kommerzialisierung und damit zur Entfremdung von ihren Fans.

Tiefgreifende Veränderung

Die Welt verändert sich, und mit ihr der Fußball – aber auch die Art, wie eine Mannschaft wahrgenommen wird. Taktisch setzt die DFB-Elf schon lange keine Standards mehr, und auch methodisch wirken Löw und seine Leute eher wie Verwalter als wie Trendsetzer.

Die deutsche Elf, sie benötigt mehr als nur eine neue Spielergeneration. Sie braucht eine tiefgreifende Veränderung. Eine nächste Revolution.