Ein großer, milchig-grauer Schimmer: Das ist das typische Bild des Nachthimmels für die meisten Westeuropäer. Aber in der Eifel, im Gebiet des Nationalparks, gibt es einen Dunkelbereich, über dem die Sterne noch wirklich hell erstrahlen. Jetzt hat die „International Dark-Sky Association“ den Nationalpark als „Sternenpark“ anerkannt – als einziger in Deutschland.
Antragsteller für die Anerkennung war die Nationalparkverwaltung, aber die Region ist mit im Boot. Schon früher waren es die örtlichen Naturschutz-Verantwortlichen, die Kommunen und viele andere Organisationen, die das Ziel verfolgten. Rund um das als Sternenpark anerkannte, etwa 110 Quadratkilometer große Areal zwischen Schleiden und Nideggen soll ein 15 Kilometer breiter, ebenfalls nachts möglichst dunkler Streifen entstehen – damit keine Lichtstrahlen den Blick auf den Sternenhimmel trüben. Langfristig ist angestrebt, für das Nationalparkgebiet den Status eines „Sternenreservats“ zu erhalten.
Keine Lampen sollen Abendhimmel erhellen
Schon jetzt achtet die Stadt Schleiden darauf, dass neue Lampen nicht mehr den Abendhimmel erhellen, sondern nur nach unten strahlen. Der Nationalpark hat aus Naturschutzgründen ein großes Interesse daran, dass es im Schutzgebiet wirklich dunkel wird. Das ist wichtig für viele Arten wie Fledermäuse und Zugvögel, die durch künstliches Licht gestört werden.
Hauptinitiator des Dunkelgebietes war der Kölner Astronom Harald Bardenhagen, der betont, dass man im Reservat nachts bei klarem Himmel die Milchstraße mit bloßem Auge sehen könne – was nur selten in Deutschland möglich ist. Er plant, im Nationalpark eine Sternwarte mit einer Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“ aufzubauen. (FA)
