Unfug im Schnee
Es begab sich aber zu der Zeit, dass ich kurz vor Weihnachten drei Freistunden hatte. Der Fluch der Freistunden ist, dass man die Zeit in der 13. Klasse bitter benötigt, aber partout nicht produktiv sein kann. Also ging ich mit ein paar Jungs auf den Schulhof und widmete mich einer gepflegten Schneeballschlacht. Irgendwann waren alle eingeseift genug. Neue Ziele mussten her. Es folgte der Klassiker: Zielwerfen in Fenster, die von nach Frischluft lechzenden Schülern geöffnet wurden. Die pädagogische Reaktion hatte etwa eine 5,6 auf der nach oben hin offenen Anpfiffskala. Sprich: viel zu wenig, um endlich zum Hausaufgabenmachen zu motivieren. Stattdessen bauten wir zwei Calmund-dicke Schneekugeln. Die eine machte eine Reise aus dem zweiten Stock, quittiert von ungläubigen Blicken des Hausmeisters. Die zweite rollte anmutig geradewegs in Richtung des Englischlehrers. Obwohl wir wegrannten, mussten die Lehrer nur eins und eins zusammenzählen, um zu wissen, wer die Schneeterroristen waren. Ein Tag später folgte das pädagogische Nachbeben: Wir mussten die Pausenaufsicht führen und dafür sorgen, dass niemand eine Schneeballschlacht veranstaltet. Und das nach unserer Aktion am Vortag. Ich vermisse diese Quatschtage. (hag)
Coole Lehrer
Denke ich an die Schule zurück, fallen mir viele lustige Momente oder Streiche ein, die wir den Lehrern gespielt haben. Was allerdings die gesamte Schulzeit lang immer Spaß gemacht hat, war, in der Schülervertretung mitzuarbeiten. Unsere SV-Lehrer waren wirklich die besten. Einmal im Jahr fuhren wir alle zusammen auf SV-Fahrt und erlebten dort zusammen immer wieder unvergessliche Momente, von denen wir noch heute gerne erzählen. Hätte ich die Möglichkeit, noch einmal mitzufahren, würde ich es sofort machen. Und weil es für mich unmöglich ist, nur einen Höhepunkt auszuwählen, hier ein weiterer: Ich hatte das Glück, vom besten Musiklehrer unserer Schule unterrichtet zu werden. Er hat mir gezeigt, wie viel Spaß es machen kann, zu musizieren. Ihm habe ich zahlreiche Auftritte in der Schule zu verdanken, die jedes Mal Spaß gemacht haben und immer ein Erfolg waren. Es ist sehr schade, jetzt nach dem Abitur nichts mehr mit diesen Leuten zu tun zu haben. Ich hoffe dass auch die Schüler, die nach mir kommen, den Wert dieser besonderen Menschen zu schätzen wissen. (meur)
Pausenbrote
Wenn ich an die Schulzeit zurückdenke, fällt mir sofort ein Highlight ein: meine Schulbrote, fester Bestandteil der morgendlichen Routine. Jeden Tag lagen in meiner Lunchbox mindestens vier große Brote, und der Belag variierte fast täglich. Da ich vegan lebe, bestand er meistens aus Sojawurst oder gebratenem Tofu mit Tomate, Gurke und viel frischem Salat, aber es war auch immer ein süßes Brot dabei. Der Ruf meiner Schulbrote eilte mir auf dem Schulhof voraus. Regelmäßig wollten Mitschüler mal abbeißen oder ihre langweiligen Pausenbrote mit mir tauschen. Umso schlimmer waren die Tage, an denen ich meine Brotbox zu Hause vergessen hatte. Ein Schultag ohne Superstullen? Der pure Überlebenskampf. Ich hoffe, dass die Pausenbrot-Tradition auch auf der Uni weitergeführt wird. (manu)
Nie wieder Mathe
Integrale, Vektoren, Funktionen – wenn ich diese Begriffe hörte, formte sich in meinem Kopf immer ein großes Fragezeichen. Einigen Schülern gefällt Mathematik, ich habe leider nie zu ihnen gezählt. Vor jeder Matheklausur gab es schlaflose Nächte, und während der Prüfung starrte ich schier endlos auf die Aufgaben, die mir einfach gar nichts sagen wollten. Doch ich wusste: Eines Tages wird der Augenblick kommen, ab dem es für mich kein Mathe mehr geben wird. 13 Jahre lang betete ich mir dieses Mantra vor. Als die letzten Minuten der letzten Matheprüfung im letzten Schuljahr vergingen, konnte ich mein Glück kaum fassen. Das war’s! Als ich meinem Mathelehrer die Klausur reichte, standen mir die Tränen in den Augen, und als ich den Klassenraum verließ, wurde ich mein Grinsen im Gesicht nicht mehr los. Allein für das Gefühl hat sich die Schule gelohnt. (mich)
Mann der alten Schule
Es ist vor allem mein Lateinlehrer, der durch seinen Unterricht die Zeit in meinem Gedächtnis überdauern wird. Er ist wohl einer der letzten Lehrergestalten der alten Generation. An sich erzkonservativ, diszipliniert, autoritär, in puncto Regeln wenig tolerant. Anzug und Krawatte – täglich. Stets mit schwarzen Aktenkoffer und Schnauzbart. Er erinnerte mich trotzdem immer, vor allem wegen seiner Selbstironie, ein bisschen an Homer Simpson. Nur deutlich schlauer. Wie sein Aktenkoffer hatte er Ecken und Kanten. Bis heute widersetzt er sich genüsslich in einer Dunstwolke in seinem eigenen Sessel im Lehrerzimmer dem Raucherverbot. Der Unterricht beim ihm war etwas Besonderes. Er konnte erzählen, gestalten, Spannung erzeugen. Selbst die drögeste altrömische Sage wurde aus seinem Mund zur fantastischen Story. Einmal, ich glaube es war im Frühling, wirkte er etwas betrübt. Er fragte uns, ob wir unseren Liebsten denn auch ab und zu kleine Aufmerksamkeiten bereiten würden. Man solle das nie vergessen, solange die Mutter oder die Verwandten noch da sind. Als Hausaufgabe gab er uns auf, unseren Müttern einen Blumenstrauß zu pflücken. Am Ende unserer Schulzeit verriet er uns den Sinn des Lebens. Ich bin sicher, er hat ihn entdeckt. (balz)
