Gießen – Nach dem Rassismusvorwurf gegen einen Beamten des Polizeipräsidiums Mittelhessen geht die Staatsanwaltschaft von aufwendigeren Ermittlungen aus. Der von dem Vorfall mutmaßlich betroffene Mann befinde sich in Albanien, was die Untersuchungen erschwere, erklärte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde in Gießen am Dienstag. Um ihn befragen zu können, müssen die zuständigen Behörden in dem Balkanland eingeschaltet werden.
Vor einer Woche war ein Internet-Video bekannt geworden, das einen Polizisten in Gießen zeigen soll, der sich gegenüber einem Mann rassistisch äußert. Dem Polizeipräsidium zufolge konnte der Beamte identifiziert werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Polizisten wegen des Anfangsverdachts der Beleidigung und der Volksverhetzung. Zudem laufen disziplinarrechtliche Ermittlungen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums mitteilte.
Wann genau sich der Vorfall ereignet haben soll, ist laut Staatsanwaltschaft noch unklar. Derzeit gehe man von Ende 2018 oder Anfang 2019 aus, sagte der Sprecher. Danach sei der mutmaßliche Geschädigte wegen einer Strafsache in Haft gekommen und später nach Albanien abgeschoben worden. Gegenstand der Ermittlungen sei auch der laut Medienberichten erhobene Vorwurf des Mannes, in der Vergangenheit mehrfach erfolglos versucht zu haben, den Beamten anzuzeigen.
© dpa-infocom, dpa:220621-99-745472/2 (dpa/lhe)