Wiesbaden – Der frühere Präsident des hessischen Landesamts für Verfassungsschutz, Alexander Eisvogel, hat den verurteilten Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke wegen zahlreicher Vorstrafen und Gewalttaten schon vor der Tat für „brandgefährlich” gehalten. So erklärte Eisvogel am Mittwoch im Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags seinen handschriftlichen Kommentar auf einem Vermerk aus dem Jahr 2009. Eisvogel war von November 2006 bis April 2010 beim Landesverfassungsschutz tätig.
Wie militant der Täter aktuell sei, hatte er als Frage dazugeschrieben. Diese sei nicht unbeantwortet geblieben, sagte der 56-Jährige am Mittwoch. So sei der wegen Mordes an Lübcke verurteilte Stephan Ernst etwa auch in späteren Lagebildern enthalten gewesen. Nachrichtendienstliche Maßnahmen seien mangels tatsächlicher Anhaltspunkte auf bevorstehende Straftaten nicht möglich gewesen, eine Observation sei ohne umfangreiche Voraufklärung nicht in Betracht gekommen. Walter Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf der Terrasse seines Hauses im Kreis Kassel von dem Rechtsextremisten Ernst erschossen worden.
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