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IG BCE fordert kräftigen Aufschlag für Chemie-Beschäftigte

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Wiesbaden – Die Gewerkschaft IG BCE fordert spürbar mehr Geld für die knapp 100.000 Beschäftigten in der hessischen Chemie- und Pharmaindustrie. Angesichts der hohen Inflation in Deutschland und der guten Geschäfte in der Branche müssten die Entgelte und Ausbildungsvergütungen so stark wachsen, „dass die Kaufkraft der Beschäftigten in der Chemieindustrie nachhaltig gesteigert wird”, teilte die IG BCE Hessen-Thüringen am Dienstag in Wiesbaden mit. Sie peilt bei den anstehenden Tarifverhandlungen eine Laufzeit von 12 Monaten an, verzichtete aber auf eine konkrete Forderung.

Darüber hinaus sollten die Zuschläge für die besonders belastenden Nachtschichten auf einheitlich 25 Prozent steigen, verlangte die Gewerkschaft. Auch der Schutz der Beschäftigten im Strukturwandel und mobiles Arbeiten müssten ein Thema bei den Tarifgesprächen sein.

Der Arbeitgeberverband HessenChemie lehnte die Forderung ab. „Eine auf die gegenwärtig verzerrte Inflation bezogene Reallohnsteigerung, plus Erhöhung der Nachtschichtzuschläge, ist zusammen mit den weiteren Forderungen ein zu teures Überraschungspaket, das wir zurückweisen müssen”, sagte Hauptgeschäftsführer Dirk Meyer. Die Unternehmen würden von massiv gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten sowie Logistikproblemen belastet.

Die Verhandlungen in Hessen, die am 2. März in Wiesbaden beginnen, sind der Auftakt für die bundesweiten Tarifgespräche. Am 22. Februar will die Bundestarifkommission der IG BCE ihre Forderung beschließen. Die Tarifverhandlungen für die rund 580.000 Beschäftigten in der deutschen Chemie- und Pharmabranche sollen dann am 21. März starten.

© dpa-infocom, dpa:220201-99-933705/2 (dpa/lhe)