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WorringenSchülerinnen erfinden Entführung

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Polizeieinsatz rund um Worringen

Worringen – Aus Angst vor einer Klausur haben zwei Schülerinnen aus Worringen am Mittwoch eine Entführung erfunden, um nicht in die Schule gehen zu müssen. Das berichtete die Polizei. Mit ihrer Geschichte hielten die Zwölf- und 15-Jährigen den halben Stadtteil und die Polizei sechs Stunden lang in Atem.

Ihren Eltern hatten die beiden am Morgen erzählt, sie hätten beobachtet, wie ein großer, kräftiger Mann an der Bushaltestelle am Bahnhof Worringen ein Mädchen geschlagen und in ein Auto gezerrt hätte. Dann sei das dunkle Fahrzeug mit getönten Scheiben und Kölner Kennzeichen in Richtung Dormagen davon gefahren. Die Eltern informierten sofort die Polizei, da war es 8.20 Uhr.

Hundert Beamte im Einsatz

Ein Riesenapparat geriet in Bewegung: Hundert Beamte durchkämmten Wohnstraßen und den Worringer Bruch, klingelten an unzähligen Haustüren auf der Suche nach weiteren Zeugen. Eine Hubschrauberbesatzung hielt aus der Luft Ausschau nach dem Auto, Experten der Spurensicherung untersuchten den angeblichen Tatort. Ermittler glichen die interne Vermisstenliste ab und fragten in allen Kindergärten und Schulen in Worringen, ob ein Mädchen vermisst werde – Fehlanzeige.

Derweil ließen sich Kripoermittler von den beiden Schülerinnen wieder und wieder ihre angeblichen Beobachtungen schildern. „Wir konnten zunächst nicht ausschließen, dass ihre Angaben stimmen“, sagte Polizeisprecher Christoph Gilles. Von einem zwei Meter großen Mann sprachen die vermeintlichen Zeuginnen, er sei mit einem dunklem Kapuzenshirt und Jeans bekleidet gewesen, das Opfer habe schwarze Haare und eine pinkfarbene Jacke sowie einen dunklen Rucksack getragen.

„Ab einem gewissen Zeitpunkt war dann klar, dass die Schülerinnen uns eine Räuberpistole auftischen“, berichtete ein Ermittler. Um 14.30 Uhr räumten die Mädchen schließlich ein, alles frei erfunden zu haben.

Die Kosten für den Einsatz seien „enorm“, wenn auch noch nicht genau zu beziffern, hieß es. Im Präsidium wird nun gerechnet. „Wie immer in solchen Fällen prüft die Polizei auch die Frage der Kostenübernahme dieses Einsatzes“, bestätigte Gilles. Da die Zwölfjährige strafunmündig ist, werden womöglich nur die Eltern der 15-Jährigen haftbar gemacht. Darüber hinaus ermittelt die Kripo gegen die Ältere wegen Vortäuschens eines Straftat. In Deutschland gelten Jugendliche erst zwischen 14 und 17 Jahren als „bedingt strafmündig“.