Die eigene EntscheidungJeder Mensch hat das Recht, mit seinem Körper anzustellen was er oder sie möchte. Insofern dürfte eine Schönheits-Operation eigentlich kein großes Problem darstellen. Erst recht nicht in einer angeblich so toleranten und weltoffenen Gesellschaft wie unserer. Aber das ist nicht so. In Deutschland sind Schönheits-OPs immer noch ein heikles Thema.
Ich gehöre im Übrigen auch nicht zu der angeblich so toleranten Gesellschaft, denn ich stehe dem Thema eher skeptisch gegenüber. Solche Operationen können schließlich manchmal auch böse schief gehen. Das muss nicht einmal an unfähigen Ärzten liegen. In Frankreich gab es zuletzt wieder Fälle von heftigen Infektionen wegen fehlerhafter Implantate. Das bringt die Diskussionen zum Thema immer wieder in Schwung.
Ich stelle mir jetzt mal vor: Ein junges Mädchen, das gerade 18 geworden ist, möchte an sich rumschnippeln lassen. Ein Aufschrei geht durch die ganze Familie. Es entsteht eine hitzige Diskussion. Die Verwandten versuchen, das Mädchen umzustimmen. Es fallen Sätze wie „Du bist doch so schon wunderschön, du brauchst keine Operation“ oder „Das ist doch alles Humbug, wie kommst du auf solche blöden Ideen?“
Wenn ich darüber nachdenke, fallen mir zwei Fragen ein: „Muss dieses Thema überhaupt diskutiert werden?“ und „Ist nicht jeder für sich selbst verantwortlich?“. Die zweite Frage beantworte ich ganz klar mit „Ja“. Es sollte kein Problem sein, wenn sich jemand zu einer Schönheits-Operation entschließt. Die andere Frage ist da schon etwas schwieriger. Logisch, dass Eltern und Familie von so einem Plan meistens nicht begeistert sind. Eine Diskussion ist meiner Meinung nach richtig und wichtig. Die endgültige Entscheidung sollte trotzdem immer vom potenziellen Patienten getroffen werden – und nicht von dessen Familie.
Marvin Kutz
Frankenstein-Barbie
Ganz nach dem Motto „Wer schön sein will, muss leiden“ legen sich immer mehr Jugendliche unters Messer. Für viele ist der Traum von der Schönheit gewaltig und gleicht teils schon einer Sucht. Plastische Chirurgie ist für mich aber eher ein Albtraum als ein Traum. In den Medien ist es schon alltäglich: Nasen werden verkleinert, Brüste vergrößert und bei Beinverlängerungen werden die Beine sogar gebrochen, um länger nachzuwachsen. So abstrakt das auch klingen mag, es gewinnt im Alltag immer mehr an Bedeutung. Inzwischen spielen Schönheitsoperationen nicht mehr nur in Hollywood eine Rolle. Vielmehr gibt es unzählige Jugendliche, die bei Operationen teils sogar ihr Leben gefährden. Warum? Um perfekt zu sein, einem Ideal zu entsprechen, das von Medien erschaffen wurde.
Schon im Kindesalter gelten falsche Ideale, die zum Beispiel von Barbie vermittelt werden. Die Spielzeugpuppe hat das perfekte Aussehen und einen makellosen Körper, für Mädchen scheint sie das Vorbild schlechthin zu sein. So streben etliche ein gleiches Äußeres an. Falsch finde ich das nicht, allerdings sollte man meiner Meinung nach lieber an sich selbst arbeiten, als dass man sich direkt von Chirurgen modellieren lässt. Fast immer gibt es einfachere, natürlichere Lösungen. Statt sich das Fett absaugen zu lassen, könnte man es zuerst mit Sport zumindest versuchen. Bei einer Operation kann schließlich so einiges schiefgehen. Auch „gelungene“ OPs lassen den Menschen danach meist künstlich und unattraktiv erscheinen. Natürlich ist es schön, wenn bestimmten Menschen damit ihr Leben erleichtert werden kann und sie sich endlich selbst akzeptieren können.
Aber die meisten dieser Eingriffe sind völlig sinnlos und unberechtigt. Aufgespritzte Lippen sehen in meinen Augen fürchterlich aus, genau wie die Silikonballons anstelle eines normalen Busens. Wenn ein Mensch also so weit geht, so viele Risiken auf sich zu nehmen, ist er wohl schon sehr stark von der Gesellschaft der Schönheitskranken beeinflusst worden. Leider sind wir alle es, die die neuen Normen der Schönheit akzeptieren und dadurch den Schönheitswahn erschaffen.
Dieses exzessive Streben nach perfektem Aussehen ist allerdings kein neu auftretendes Phänomen, sondern existierte schon vor tausenden Jahren. Die Maya verformten die Schädel ihrer Kinder mit Hilfe von Holzbrettern, auch der Lotusfuß aus China ist ein Beispiel. Heute verurteilen wir diese Formen der Schönheit sofort als schrecklich und schlecht, aber seien wir mal ehrlich: Unterscheiden sich die Operationen denn sehr von dem, was wir so abwerten? Ist es nicht lohnenswerter, seine Makel zu akzeptieren und glücklich zu sein mit dem, was man hat? Für mich steht jedenfalls fest: Eine echte Person ist mir sympathischer als eine zusammengebastelte Frankensteinbarbie.
Laura Schneider
Wenige Ausnahmen
Genau wie jede andere Frau habe auch ich meine Stellen, die mir an mir nicht gut gefallen. Unters Messer legen würde ich mich dafür aber auf keinen Fall, ich bin eben so, wie ich bin. Dennoch lehne ich plastische Chirurgie nicht kategorisch ab, denn es kommt immer auf die Situation an. Es gibt Menschen, für die solche Eingriffe eine Erleichterung für ihr Wohlbefinden sind, da sie sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Dabei rede ich nicht von Fettabsaugen, sondern beispielsweise von Brustverkleinerungen, die helfen können, Rückenschmerzen in den Griff zu bekommen oder helfen, Haltungsschäden, die gerade bei kleinen Frauen durch zu viel Oberweite entstehen, zu korrigieren. Für sogenannte Schönheitsoperationen, um den Nasenbuckel zu entfernen oder die Lippen aufspritzen zu lassen, habe ich kein Verständnis. Jeder sollte sich so, wie er ist, akzeptieren und nicht an sich herumpfuschen, nur weil er nicht dem Idealbild anderer Menschen entspricht – niemand muss sich da unter Druck setzen lassen!
Christina Balsam
Nachdenken ist angesagt
Über Schönheitsoperationen kann man meiner Meinung nach keine allgemeine Aussage treffen, denn es sind oft spezifische Gründe, die die Menschen haben. Natürlich fallen einen bei dem Begriff plastische Chirurgie sofort prominente Beispiele ein, die zeigen, dass solche Aktionen auf dem Operationstisch ganz schnell schlecht enden können. Nicht zu vergessen ist, dass auch solche Operationen süchtig machen können. Ich finde, dass man einfach als Jugendlicher viel zu jung ist. Nicht umsonst darf man als Minderjähriger keine Zigaretten kaufen, nur eingeschränkt Alkohol trinken und nur beschränkt Auto fahren. Das alles hat auch seinen Grund. Wenn es um eine Nasenkorrektur oder wirkliche „Schönheitsmakel“ geht, die die Jugendlichen persönlich stören, sollte eine Operation nicht kurzfristig gemacht werden. Ähnlich wie bei Tattoos können auch Schönheitsoperationen eine Modeerscheinung sein, sie sind aber nicht so einfach zu wechseln wie ein T-Shirt, das einfach nicht mehr gefällt. Trotzdem gibt es durchaus Schönheitsoperationen, die gesundheitlich bedingt sind. Aktionen wie die von Gisele Bündchen, die blutige Schönheitseingriffe veralbert hat, sind da trotzdem Zeichen, die Jugendliche verstehen sollten. Noch mehr als bei Piercings oder Tattoos ist Nachdenken angesagt und irgendwie gehört die Selbstakzeptanz zur Findungsphase von Jugendlichen ja auch dazu.
Annika Niederkorn
Bedenklich
Der Wahn, einen perfekten Körper haben zu wollen, endet immer häufiger mit dem Gang unters Messer, auch für junge Leute werden Schönheitseingriffe beliebter und sogar selbstverständlicher. Doch ist Schönheit nicht subjektiv? Es gibt keine allgemeingültigen Schönheitskriterien. Also gibt es auch keinen perfekten Körper. Zumindest nicht den ultimativen, für alle geltenden perfekten Körper. Sind es nicht gerade spezielle Körpermerkmale, die wir an Freunden schätzen? Aber wer solche Eingriffe unbedingt machen möchte, den will ich nicht aufhalten. Man sollte tolerant genug sein, solche Entscheidungen zu akzeptieren. Eines kann ich aber nicht akzeptieren: Und das ist der häufigste Grund für Schönheitsoperationen, nämlich der unbewusste Gesellschaftsdruck. Das selbst schon junge Leute dem Druck der Gesellschaft, die in jeder Hinsicht nach Perfektion strebt, nachgeben, ist bedenklich. Von selbst würde man doch nicht auf den Gedanken kommen, dieses oder jenes an seinem Körper zu verändern, weil es einem nicht gefällt.
Es ist vielmehr die Angst, dass es anderen Menschen nicht gefallen könnte und man aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird, die zu solchen Eingriffen treibt. Höher, schneller, weiter, schöner, besser. Das ist das Motto unserer Gesellschaft. Und die Schönheitsoperationen sind da nur ein Beispiel dafür. Diese unbewusste Beeinflussung macht mich wütend und ängstlich zugleich. Wie weit wird das Streben nach Perfektion noch gehen? Wie viel Risiko werden Menschen gehen, um die Vorstellung der Perfektion zu erreichen? Lässt man, nachdem man den Körper verändert, in Zukunft auch seinen Charakter verändern?
Lucas Lorenz
Niemand ist perfekt
Meiner Meinung nach sollte jeder Mensch selbst entscheiden, ob er sich einer Schönheitsoperation unterziehen will oder nicht. Es gibt jedoch einen erheblichen Unterschied, ob man sich die Lippen aufspritzen lässt oder ob man sich aus gesundheitlichen Gründen die Brüste verkleinern lässt. Sollte man sich durch sein Aussehen unwohl oder sogar ausgegrenzt fühlen, könnte man über eine Operation nachdenken. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass eine entsprechende Operation sehr teuer sein kann. Aus meiner Sicht kann man mit kleineren Schönheitsfehlern leben. Niemand ist perfekt.
Till Stange
Der letzte Ausweg
Schönheitsoperationen sind generell ein heikles Thema. Doch bei Jugendlichen ist noch etwas ganz anderes, welcher Jugendliche ist schon mit seinem Körper und Aussehen zufrieden?Natürlich muss man sich in seinem Körper wohlfühlen und wenn es nach reiflicher Überlegung und Abwägung der Folgen, der beste Weg ist, soll man es tun. Danach aber auch dazu stehen!Botox ist dabei noch ein anderes Thema. Es macht süchtig, und wenn man dann übertreibt, hat man genau das Gegenteil erreicht, statt schön, glatt und natürlich – unnatürlich, unbeweglich und maskenartig.Ich würde es nicht tun wollen, schließlich sollte man zu seinem Körper stehen und so etwas nur vornehmen, wenn es der letzte Ausweg ist um sich gut zu fühlen. Dafür ist Angelina Jolie, die ich für diesen Schritt bewundere, ein gutes Beispiel. Sie nutzte Plastische Chirurgie nach einer Brustamputation, um sich wieder wohlzufühlen und ihr Aussehen wiederherzustellen.
Isabel Gurschke
