Künstliche Gelenke haben nur eine begrenzte Lebensdauer und der Patient läuft bei frühzeitiger Implantation Gefahr, diesen Eingriff in einem hohen Lebensalter noch einmal wiederholen zu müssen. Alle Möglichkeiten – das sind neben der Schmerzbehandlung vor allem regelmäßige Übungen, um verloren gegangene Funktionen des Gelenks wiederzuerlangen.
Muskulatur stärken
Also Kraft aufbauen, die Muskulatur stärken, damit sie Last vom Gelenk nehmen kann, Beweglichkeit und Geschicklichkeit steigern und Gewicht abbauen. „Der Patient soll sein Gleichgewicht wiederfinden und wieder besser gehen können“, sagt Physiotherapeut Stephan Hinkel. In akuten entzündlichen Phasen der Erkrankung steht zunächst die Schmerztherapie im Vordergrund.
Zusätzlich zu den lindernden und entzündungshemmenden Medikamenten des Arztes kann der Physiotherapeut dann auch Elektrotherapien und Ultraschall einsetzen. Ist diese Phase überwunden, geht es vor allem um Hilfe zur Selbsthilfe. Der Patient soll so instruiert werden, dass er das erreichte Niveau der Belastbarkeit selbst halten kann. Regelmäßiges Training, darin sind sich die Behandelnden einig, ist das Entscheidende, um ein Fortschreiten der Arthrose zu verhindern.
Nicht immer haben das die Betroffenen verinnerlicht. Oft verleiten die Schmerzen dazu, sich möglichst wenig zu bewegen oder eine Schonhaltung einzunehmen. Folge: Die stützenden Muskeln bilden sich noch mehr zurück, noch weniger Gelenkschmiere wird erzeugt.
Reha-Sportgruppen
Wer sich nicht regelmäßig alleine motivieren kann, dem empfiehlt der Physiotherapeut spezielle Reha Sportgruppen, die von den Krankenkassen bezuschusst werden. Schwimmen und Aquagymnastik sind für Arthrosepatienten besonders geeignet, weil hier weniger Gewicht auf den Gelenken lastet. „In einer Kur habe ich spezielle Kräftigungsübungen gelernt, die die Muskeln rund um die Hüfte stärken. Anschließend habe ich damit im Rahmen von Reha-Sport weiter gemacht. Es hilft“, berichtet eine Teilnehmerin.
