Aachen/Düren – Die Identität des Mannes, der in der Nacht zum Montag mehrere Menschen in Aachen und Düren mit einem Messer verletzt hat, gibt den Ermittlern weiter Rätsel auf. Allerdings haben Polizei und Staatsanwaltschaft eine erste Spur. „Der Mann hatte ein ausweisähnliches Dokument einer Haftanstalt in Irland bei sich“, sagte Peter Jansen von der Staatsanwaltschaft Aachen auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Wir können aber noch nicht sagen, ob er auch dort in Haft gesessen hat.“ Es könne möglicherweise sein, dass der Mann aus Irland oder Großbritannien stamme. Auch über das Motiv des Mannes noch nichts neues bekannt. Ob er Drogen oder ähnliche Substanzen eingenommen hatte, soll jetzt ein toxikologisches Gutachten klären, so Jansen: „Das Ergebnis liegt aber frühestens in zwei Wochen vor.“
Dem Lkw-Fahrer, den der Mann mit seinem Messer auf dem Rastplatz Rurscholle zwischen Düren und Eschweiler angegriffen hatte, geht es mittlerweile besser. Er schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Er und die beiden schwer verletzten Opfer aus Aachen werden weiter stationär in Krankenhäusern behandelt.
Per Funk gewarnt
Der Unbekannte hatte sich in der Nacht zum Montag von einem Taxifahrer aus dem niederländischen Heerlen nach Aachen fahren lassen. Nach der Ankunft verletzte er den Fahrer mit einem Messer schwer. Nur wenige Straßen weiter griff er außerdem einen Passanten an. Auch dieser erlitt durch die Stiche schwere Verletzungen. Wenig später rief er sich nach Angaben der Ermittler ein weiteres Taxi, das ihn nach Köln fahren sollte. Vor der Raststätte Rurscholle auf der A4 bei Düren soll er den Fahrer zum Anhalten aufgefordert haben. Als der Mann dort kurz ausstieg, konnte sich der Taxifahrer, der über Funk gewarnt worden war, in Sicherheit bringen.
Als der Mann merkte, dass sein Taxi verschwunden war, griff er offenbar einen Lastwagenfahrer aus Estland an und verletzte ihn lebensgefährlich. Anschließend lief er auf die Autobahn. Dort wurde er von einem Auto offenbar ungebremst überfahren. Er soll sofort tot gewesen sein. Die Autobahn zwischen Weisweiler und Düren in Fahrtrichtung Köln war mehrere Stunden lang zur Spurensicherung gesperrt. Im morgendlichen Berufsverkehr kam es in der Folge zu kilometerlangen Staus.
