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„Darf sich nicht wiederholen“16-Jähriger tot in NRW geborgen, Vermisste im Rhein – DLRG warnt

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Ein Schwimmer im Rhein-Herne-Kanal (Archivfoto).

Ein Schwimmer im Rhein-Herne-Kanal (Archivfoto).

Auch für einen 23-Jährigen kam bereits jede Hilfe zu spät. Die DLRG warnt vor den Gefahren.

Die anhaltende Hitze führt zu einer dramatischen Zunahme von Badeunfällen in Deutschland. Innerhalb weniger Tage sind mehrere Menschen in Flüssen und Seen ums Leben gekommen. In Nordrhein-Westfalen konnte ein 16-Jähriger nur noch tot aus einem Kanal geborgen werden. Die DLRG warnt vor den Gefahren.

Todesfälle am Wochenende: 16-Jähriger tot geborgen, 23-Jähriger geht in See unter

Das tragische Ausmaß der aktuellen Situation zeigt sich an mehreren Einzelfällen: In Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) ist ein 16-jähriger Jugendlicher ums Leben, der am Samstagabend (20. Juni) in den Rhein-Herne-Kanal gesprungen war und nicht wieder auftauchte. Taucher der Feuerwehr bargen ihn relativ schnell, doch Rettungskräfte konnten ihn trotz Reanimationsbemühungen nicht retten.

Im baden-württembergischen Rheinstetten spielte sich eine ähnlich tragische Szene ab: Ein 23-Jähriger ging plötzlich im Epplesee unter. Erst nach einer rund zweistündigen Rettungsaktion mit Booten und einem Hubschrauber konnte die Leiche des Mannes geborgen werden.

Im hessischen Biblis werden drei Männer – ein 50-Jähriger sowie zwei Nichtschwimmer im Alter von 23 und 27 Jahren – seit ihrem Badegang am Samstag im Rhein vermisst. Trotz einer großangelegten Suchaktion konnten die Einsatzkräfte von ihnen bis Sonntagmorgen keine Spur finden. „Wir müssen von dem Schlimmsten ausgehen", sagte ein Polizeisprecher.

DLRG schlägt Alarm: „Pfingsten darf sich nicht wiederholen“

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt eindringlich vor einer Wiederholung der Bilanz vom Pfingstwochenende. Damals kamen deutschlandweit mindestens elf Menschen bei Badeunfällen ums Leben – von Samstag bis Montag allein. In der darauffolgenden Woche verzeichnete die DLRG sieben weitere tödliche Badeunfälle.

Eine besonders besorgniserregende Beobachtung: Von den 18 verstorbenen Personen war eine weiblich; zwei von drei Opfern waren Männer zwischen 20 und 40 Jahren. „Diese Zahlen sind alarmierend – und sie dürfen sich in den kommenden heißen Tagen nicht wiederholen", betont DLRG-Präsidentin Ute Vogt.

Fehleinschätzungen kosten Leben

Die Ursachen der Unfälle folgen einem bekannten, aber tödlichen Muster: Sprünge in trübe oder fließende Gewässer, Schwimmen gegen die Strömung von Flüssen, Überschätzung der eigenen Ausdauer und mangelnde Schwimmfähigkeiten. Hinzu kommen oft gesundheitliche Probleme, die durch kaltes Wasser ausgelöst werden, sowie die gefährliche Kombination aus Hitze, Alkohol und Selbstüberschätzung.

„Es sind oft keine spektakulären Situationen, sondern folgenschwere Fehlentscheidungen. Ein falscher Sprung, eine überschätzte Strecke – und aus unbeschwerter Freizeit wird tödlicher Leichtsinn“, warnt Vogt.

Die DLRG beobachtet dabei ein auffälliges Phänomen: Gerade Männer unterschätzen ihre Fähigkeiten und gehen Risiken ein, die vermeidbar wären. Mit steigenden Temperaturen und wachsendem Andrang an Gewässern erhöht sich die Unfallgefahr in Schwimmbädern sowie an Seen, Flüssen und Küsten erheblich.

Die Organisationen rufen die Bevölkerung eindringlich dazu auf, beim Baden und Schwimmen Umsicht walten zu lassen und Gefahren nicht zu unterschätzen. Der Appell ist unmissverständlich: „Lernen wir aus Pfingsten."