Bei der Stadt Bad Münstereifel sind zwei Beschwerden eingegangen. Tilman Wrede, Restaurant-Inhaber in Eschweiler, kann es nicht verstehen.
Trotz AusnahmeregelungStadt Bad Münstereifel untersagt Viewing im Restaurant in Eschweiler

Will ein Public Viewing anbieten: Tilman Wrede.
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Eigentlich hätte Tilman Wrede, Inhaber von Chaplin’s Café & Restaurant auf dem Golfclub-Gelände in Eschweiler, am Montagabend gerne das Spiel der Deutschen gegen Paraguay mit Gästen geschaut – so wie die drei deutschen Gruppenspiele zuvor auch. Doch die Stadt Bad Münstereifel hat ihm ein Public Viewing nach zwei Beschwerden – wegen Ruhestörung, vermutet Wrede – untersagt und verweist an den Kreis Euskirchen, weil der „Tatbestand, der zur Untersagung geführt hat“, so schreibt die Stadt, in der Verantwortlichkeit des Kreises liege.
Wrede führt aus, dass es an der Baugenehmigung liege, die nur für einen Betrieb bis 22 Uhr erteilt wurde. Die beiden Gruppenspiele gegen die Elfenbeinküste und Ecuador wurden erst um diese Uhrzeit angepfiffen. Allerdings hat die Bundesregierung für die Fußball-WM Ausnahmen zum Lärmschutz beschlossen. Gemeinsames Fußballgucken ist auch nach 22 Uhr zugelassen.
Groß ist das Interesse am Public Viewing bislang nicht
Im Fall vom Chaplin’s Café & Restaurant ist die Übertragung zwar öffentlich, aber nur wenig besucht. Wie Tilman Wrede ausführt, seien beim ersten Spiel gegen Curaçao, das um 19 Uhr angestoßen worden war, etwa 35 Personen anwesend gewesen. Beim Spiel gegen die Elfenbeinküste, auf das sich die Beschwerde nach Wredes Kenntnis beruft, 13. Und beim letzten Gruppenspiel gegen Ecuador am Donnerstagabend drei, wobei nur einer ein Gast war. „Ich mache damit kein Geschäft“, gibt Wrede zu.
Vielmehr ging es ihm darum, für den Ort Eschweiler etwas anzubieten. Entsprechende Anfragen, ob im Restaurant auch deutsche Spiele der K.-o.-Runde übertragen werden, habe es bereits gegeben. Das war nun zumindest für das Sechzehntelfinale nicht möglich. „Ich werde auf jeden Fall das Spiel gucken, muss aber Gäste abweisen“, sagte er vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe und damit auch vor dem Spiel.
Tilman Wrede ist davon überzeugt, dass keine Lärmbelästigung vorliegt
Was Tilman Wrede sauer aufstößt: Die Stadt hat laut seiner Kenntnis das Public Viewing ohne Prüfung, ob eine Lärmbelästigung vorliegt, untersagt. Die Beschwerde, so teilt die Stadt mit, sei erst nach dem letzten Gruppenspiel eingegangen, weshalb nicht kontrolliert werden konnte.
Tilman Wrede ist davon überzeugt, dass es keine Lärmbelästigung gegeben habe. Denn geschaut wird im Innenraum des Chaplin’s, der noch von einem Wintergarten umrahmt wird. „Ein Mitarbeiter ist während des Spiels gegen die Elfenbeinküste zum Rauchen auf die Terrasse gegangen und hat gesagt, dass man dort noch nicht einmal den Kommentar gehört habe“, so Wrede.
Darüber hinaus habe ihm das Ordnungsamt der Stadt, „das uns nicht negativ gegenübersteht“, wie er ausdrücklich sagt, schon im Mai auf Basis der Ausnahmeregelung das Public Viewing erlaubt. „Es ist schade, dass Einzelpersonen die Gemeinschaft in Schach halten“, so Tilman Wrede. Eine Untersagung zerstöre das Versprechen der Politik, die Gemeinschaft im ländlichen Raum zu fördern.
