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Kommentar zur Grundschule
Ein Vergleich der beiden Standorte in Bad Münstereifel ist nötig

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2 min
Die Außenansicht des Grundschulgebäudes.

Noch ist die Grundschule Bad Münstereifel in der Marktstraße untergebracht.

Wenn den Politikern die Kinder am Herzen liegen, entscheiden sie im April in einer Sondersitzung. Bis dahin müssen Fakten auf den Tisch.

Dass Bad Münstereifel eine neue Grundschule benötigt, steht außer Frage. Das wissen nicht nur Eltern und Lehrer. Auch die meisten Politiker haben mittlerweile erkannt, dass es in einem denkmalgeschützten Gebäude einfach zu viele Einschränkungen gibt, um den Bildungsauftrag zeitgemäß zu gewährleisten. Oder anders gesagt: Die Zeit des Schulgebäudes in der Markstraße 15 ist abgelaufen.

Aus rein finanziellen Gesichtspunkten kann man derzeit allen Beteiligten nur raten, sofort zuzuschlagen. Auch wenn Wilfried Schumacher und Martin Mehrens die Kosten ins Spiel bringen: Fast 17 Millionen Euro Fördermittel für ein 26-Millionen-Projekt zu erhalten, ist eine einmalige Chance. Selbst wenn die Stadt – verteilt auf 30 Jahre – am Ende 15 Millionen zahlt. Dass das alles ohne Finanzierungsmodelle mit privaten Partnern oder Steuererhöhungen machbar ist, ist ein weiterer Vorteil.

Thomas Schmitz

Thomas Schmitz

Lokalsportkoordinator in der Redaktion Euskirchen. Außerdem kümmert er sich um die Stadt Bad Münstereifel. Er war von Herbst 2004 bis Mitte 2014 bereits in der Euskirchener Redaktion als Digitaljourna...

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Doch auch, wenn die Eltern die geäußerte Kritik einiger Politiker am Dienstagabend nur ungern hörten, ist sie mehr als berechtigt. Um über ein 26-Millionen-Projekt entscheiden zu können, braucht es Fakten. Die gab es nur rudimentär. Besonders die Frage, wie realistisch es ist, in 3,5 Jahren die Schule zu eröffnen, muss beantwortet werden.

Beide Grundschulstandorte bieten Vor- und Nachteile

Zuallererst sollte die Politik aber die Entscheidung treffen dürfen, ob sie eine Schule im Goldenen Tal oder eine im Schleidpark bevorzugt. Dies war ihr am Dienstag im Ausschuss nicht vergönnt, dort war nur von der Grundschule im Schleidpark die Rede. Dabei haben beide Standorte Vor- und Nachteile. Gegen das Goldene Tal sprechen das Nadelöhr der Sittardwegbrücke und die Hanglage, die das Projekt teurer macht. Dafür sind Eifelbad und Turnhallen direkt nebenan. Die Schule am Schleidpark liegt hingegen im Niemandsland. Selbst bis zum noch zu errichteten Sportplatz müsste man einen Kilometer laufen.

Hier braucht es schnellstens eine Gegenüberstellung mit zumindest groben Fakten und Zahlen: Was sind Vor- und Nachteile der Standorte? Wie unterscheiden sich die Kosten? Und vor allen Dingen: Welcher ist bis Ende 2029 umsetzbar? Da das vermutlich nicht bis zur Ratssitzung am Dienstag zu schaffen ist, sollte für ein solch wichtiges Projekt eben eine Sondersitzung im April einberufen werden. Schließlich entscheidet man für die Kinder – und die liegen den Politiker ja am Herzen, wie sie es mehrfach betont haben.