Poesie, feine Ironie und eingängige Melodien: Vassil Svechtarov stellt seine neue und voraussichtlich letzte CD vor.
CD-ReleaseNitterscheider Künstler ist ein feiner Beobachter des Alltäglichen

„Von Liebe, Tod und anderen Tabus“ heißt die neue CD von Vassil Svechtarov, der mit seiner Frau Inga Beitz in Nitterscheid zu Hause ist.
Copyright: privat/Svechtarov
Seine Songs sind poetisch-melancholisch, manche auch gesellschaftskritisch und mit feinem Spott oder Selbstironie durchzogen. Vassil Svechtarov ist ein feiner Beobachter des Alltäglichen, einer der Worte findet für abgründige und wohlige Gefühlslagen und der diese dann in eingängige Melodien packt. Dabei begleitet er sich selber an der Ukulele, Ehefrau Inga sitzt dann auch mal am Cajon, liefert den Rhythmus und singt.
„Von Liebe, Tod und anderen Tabus“ lautet der Titel der zweiten CD Svechtarovs, die ab dem 7. Mai auf allen Musik-Streaming-Plattformen sowie als CD erhältlich ist und an der auch einige Studiomusiker mitgewirkt haben.
Liebe und Tod, Freiheit und Frieden sind Themen, denen er sich widmet
Auf dem Cover der Neuerscheinung sieht man auf tiefblauem Grund eine Spirale von Meerestieren, in deren Mitte ein kleines gefaltetes Papierschiffchen. Svechtarovs Frau Inga Beitz lässt „uns alle im Ozean-Universum schweben. Für mich eine schöne Vorstellung“, so der Musiker. Und noch schöner werde sie, wenn man sich vorstelle, „dass wir unsere Rolle in dieser gemeinsamen Existenz erkannt und angenommen haben. Davon handeln meine Lieder. Davon und von vielem anderen, was uns in unverändert gleichem Maße seit eh und je beschäftigt hat: Liebe und Tod, Freiheit und Frieden – Begriffe, welche in letzter Zeit rar, ja schon fast zu Tabus geworden sind“.
Als Mechaniker, Werftarbeiter, Allround-Techniker, Taucher und Skipper habe ich Seiten von ungeahnter Intensität in mein Lebensbuch geschrieben.
Lange Segelreise Vassil Svechtarov ist gebürtiger Bulgare, lebt aber schon lange in Deutschland – mit einer fast elfjährigen Pause, die er mit seiner Frau in einem Segelboot auf den Weltmeeren verbracht hat. Vassil Svechtarov selbst sagt, er sei „ älterer Bauart, hat den Sozialismus in Bulgarien überlebt, hat eine akademische Ausbildung genossen und in 25 Jahren auf den Weltbühnen als Puppenspieler, Bühnenbildner und Musiker die begehrtesten Trophäen und Auszeichnungen gewonnen, denen man als Kleinkünstler so nachlechzt“.
Die lange Segelreise um die Welt habe ihn in eine Art Ursprünglichkeit katapultiert. „Als Mechaniker, Werftarbeiter, Allround-Techniker, Taucher und Skipper habe ich Seiten von ungeahnter Intensität in mein Lebensbuch geschrieben“, so der Künstler. Ein Stück weit spiegeln sich diese außergewöhnlichen Eindrücke und Erfahrungen in den 16 Songs wider, ebenso wie in der liebevollen Grafik des CD-Booklets.
Die Authentizität seiner Songs berühren die Zuhörer
Vassil Svechtarov ist im besten Sinne des Wortes ein Liedermacher. Die Authentizität seiner Songs berühren, lassen den Zuhörer zustimmend nicken, bisweilen auch tief seufzen. „Mein Leben ohne mich“ beispielsweise beschreibt in fünf kurzen Strophen die innere Zerrissenheit eines Menschen, dessen Selbstzweifel auf die Einsicht stoßen, dass es nur dieses eine Leben zu leben gibt.
Svechtarovs Poetik ist pur und gerade heraus. Mal ist es die Atmosphäre eines letzten Sommertages, mal die Erinnerung an einen Kontrahenten aus vergangenen Tagen oder die Frage, wie wenig es braucht, um ein Wunder zu erspüren. Ums Schmunzeln nicht herum kommt der Zuhörer bei Songs wie dem „hidden Track“ (einem zusätzlichen, versteckten letzten Song) mit dem Titel „Grußwort“ oder dem „Schweinehund-Blues“: „Er ist groß und ich ganz klein. Und das Schild auf seiner Brust besagt: Für immer dein!“
Für Vassil Svechtarov soll es die vorerst letzte CD sein, liest man in dem Booklet: „Das soll nicht heißen, dass ich aufhören werde, Lieder zu schreiben, aber durch die verantwortungslose Nutzung von KI werden wir Künstler verschiedenster Branchen auf das Lebensabstellgleis verdrängt“, lautet sein abschließendes Statement.
