Bad Münstereifel hat die tibetische Flagge am Rathaus gehisst. Hier lebende Tibeter berichten von wachsender Sorge um Verwandte in der Heimat.
Tibetische Flagge gehisstBad Münstereifel setzt ein Zeichen für Menschenrechte

Flagge zeigen für Tibet: Am Rathaus in Bad Münstereifel hisste Bürgermeister Sebastian Glatzel im Beisein von Mitgliedern der Tibet Initiative Deutschland die Flagge des autonomen Gebiets.
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Es ist eine Premiere im Kreis Euskirchen: Zum ersten Mal beteiligt sich eine Kommune an der Kampagne „Flagge zeigen für Tibet“, die es seit 30 Jahren gibt. Die Stadt Bad Münstereifel hat am 10. März, dem Jahrestag des tibetischen Volksaufstands von 1959 gegen die chinesische Herrschaft, die Flagge des autonomen Gebiets gehisst. Mit dabei waren auch Mitglieder zweier Familien mit tibetischen Wurzeln, die im Bad Münstereifeler Stadtgebiet leben.
„Ich bin stolz, dass meine Heimatstadt Bad Münstereifel mit Bürgermeister Sebastian Glatzel in diesem Jahr erstmals Teil dieser großen Aktion ist“, sagte Tenzin Naktsang, der Mitglied des Vereins „Tibet Initiative Deutschland“ ist. Eine Stadt wie Bad Münstereifel könne mit dem Hissen der Flagge Weltpolitik sichtbar machen und ein klares Signal für Menschenrechte senden. Ein direkter Austausch mit Familienmitgliedern, die in Tibet leben, sei nur eingeschränkt möglich.
Die Aktion soll zeigen, dass die Lage in Tibet nicht vergessen ist
Gleichzeitig wachse die Sorge, dass Druck, Überwachung und Einschüchterungsversuche durch chinesische Behörden auch Menschen im Ausland erreichten. Etwa 1000 Tibeter leben in Deutschland, im Kreis Euskirchen etwa ein Dutzend. Tenzin Naktsang weiß von zwei Familien in Bad Münstereifel und einer in Euskirchen. Das größte Aufkommen sei im Ballungsraum Köln/Bonn.
„Wir müssen das Thema Menschenrechte ins Bewusstsein bringen“, sagt die SPD-Kreisvorsitzende Annegret Lewak, die einen Vergleich zu Mahatma Gandhis Direktive „Widerstand, aber gewaltlos“ zieht. „Als jemand, der in Deutschland lebt, will ich zeigen, dass die Lage in Tibet nicht vergessen ist“, sagt Norbu Naktsang.
Es sei ein starkes Zeichen, dass die Stadt, in der er aufgewachsen sei, sich an der Kampagne beteilige. Gleichzeitig sei es auch ein Zeichen, das stellvertretend für die allgemeine Weltlage stehe. „Das ist nicht nur für Tibeter wichtig“, ergänzt Tenzin Tseten Naktsang. „Ich freue mich, dass es geklappt hat. Es ist ein wichtiges Zeichen“, sagte Bad Münstereifels Bürgermeister Sebastian Glatzel. „Weltweit werden Menschenrechte nicht so geachtet, wie sie geachtet werden sollten“, so Glatzel.

