Neuer Anlauf nach vier Jahren Diskussion
Es gibt eine weitere Wendung beim seit vier Jahren diskutierten Bau eines Dorfgemeinschaftshauses in Baasem: Jetzt soll ein Neubau als Anbau an die ohnehin zu sanierende Umkleidehütte am Sportplatz entstehen – hierfür erhofft man sich Fördergelder. Vorbild für die Idee ist ein vergleichbares Projekt im Mechernicher Ortsteil Lessenich. Architektenpläne für einen Neubau am Ortsrand, die der Gemeinderat schon grundsätzlich begrüßt hatte, sind damit wohl vom Tisch.
Bedarf im Dorf seit Langem bekannt
Vor vier Jahren wurde erstmals während einer Bürgerversammlung über ein Dorfgemeinschaftshaus gesprochen. Damals war schon lange klar, dass ein Bedarf besteht. Denn dem knapp 400-Einwohner-Dorf fehlt als einzigem im Gemeindegebiet ein Kneipensälchen fürs Gesellige und ein Probenraum für die Vereine.
Eine Planungsgruppe gründete sich und brachte es bis zu Plänen eines Entwurfs durch ein Architekturbüro für den Bau am Ortsrand. Der Gemeinderat befand diese für gut, hatte aber noch Beratungsbedarf – und der führt nun wohl dazu, dass die Entwürfe schlicht in die sprichwörtliche Tonne wandern.
Fördergeld und Kosten als Grund fürs Umdenken
So sieht es jedenfalls auf Basis der aktuellen Beschlusslage im Fachausschuss der Gemeinde aus. Es soll neu geplant werden, und zwar für einen neuen Standort. Ein Grund für das Umdenken ist dabei die maximal 250.000 Euro hohe mögliche Förderung des Bauvorhabens aus dem Budget für Struktur- und Dorfentwicklung des Landes NRW. Bei einem Kostenvolumen von deutlich über einer Million Euro wäre das für die klamme Gemeindekasse von Dahlem schlicht ziemlich teuer.

Vier für das Dorfhaus.
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Bauausschuss votiert einstimmig für neuen Standort
In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses fand sich für einen Neuanlauf nun eine einstimmige Mehrheit. Das Thema kommt erneut in den Gemeinderat, vermutlich schon in der Sitzung Ende November, schätzt Baasems Ortsbürgermeister Martin Kinnen. Man schlage von der Planungsgruppe aus und in Abstimmung mit der Verwaltung einen neuen Standort auf der Wiese zwischen Sportplatz und der Umkleidehütte vor. Die Hütte müsse ohnehin saniert werden, da böten sich Synergieeffekte etwa beim Bau einer neuen WC-Anlage an. Den Spatenstich für eine solche förderfähige Koppelung von Sportplatzanlagensanierung und Neubau eines Bürgerhauses hat es in Lessenich gegeben.
Haken beim Flächennutzungsplan
Einen Haken haben die Umplanungen allerdings: Das benötigte Wiesengrundstück gilt derzeit laut Flächennutzungsplan als „Öffentliche Grünfläche - Sportanlagen“. Da es sich um ein Gelände mit einer Zweckbindung handelt, wird ein Neubau nach den aktuellen Förderrichtlinien des Landes nicht unterstützt. Von der Unteren Bauaufsichtsbehörde des Kreises erhielt die Gemeinde den Tipp, für den angedachten neuen Bauplatz die Flächennutzungsplanwidmung in „Gemeindebedarfsfläche“ zu ändern.
Hoffnung auf Mittel aus „Moderne Sportstätten 2026“
Wenn das geschehen ist, könnten auch Fördermittel fließen. Das habe die Bezirksregierung signalisiert, so die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage zur Bauausschusssitzung. Eine „öffentlich zugängliche Fläche, die vereinsunabhängig von jedem genutzt werden kann“ erfülle solche Kriterien. Das hoffen sie nun in Baasem, und dass höhere Fördergelder als die 250.000 Euro aus der Dorferneuerung locker gemacht werden können. Denn nun würde man Unterstützung aus dem Budget des Landesprogramms „Moderne Sportstätten 2026“ beantragen, für das es offenbar großzügigere Förderrichtlinien gibt. Klar ist für Ortsbürgermeister Martin Kinnen, dass ein Dorfgemeinschaftshausneubau mit viel Muskelhypothek, also Eigenleistung der Ortsbevölkerung, unterstützt werden müsse, um Kosten zu senken.

