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GanztagsschuleKinder profitieren in vielerlei Hinsicht

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Sonja Kallas, Eva Müller und Katharina Wings (von links) mit den Schülern der Klasse 5 der Georgschule Dahlem, die seit diesem Schuljahr Ganztagsunterricht bekommen.

Dahlem-Schmidtheim – Das Zeitalter des Ganztagunterrichts hat nun auch in der Georgschule Einzug gehalten. Die neuen Schüler, die in diesem Jahr in die fünfte Klasse aufgenommen wurden, kommen in den Genuss des Programms, das für die Schule einige Vorteile bietet. Geleitet wird die Förderschule mit den Schwerpunkten Emotionale und Soziale Entwicklung, Lernen und Sprache von Sonja Kallas. Sie begrüßt die Entwicklung eindeutig, auch wenn der Übergang noch etwas kompliziert ist.

Da nur die neun Schüler, die in diesem Jahr in die fünfte Klasse gekommen sind, von der Neuregelung betroffen sind, musste für die Eingangsklasse ein komplett neues Konzept erarbeitet werden. Denn für die Mitschüler in den höheren Klassen gilt immer noch ein Vertrauensschutz, mit dem Eltern, die nicht mit einer ganztägigen schulischen Betreuung ihrer Kinder einverstanden sind, vor Veränderungen sicher sein können.

„Diese Umstellung ist nur möglich, da die Kollegen die neue Entwicklung mittragen“, sagte Kallas. Und da die Initiative zum Übergang in den Ganztagsunterricht von den 16 Lehrern kam, die in Schmidtheim insgesamt 80 Schüler unterrichten, war diese Voraussetzung gegeben. An drei Nachmittagen bleiben die neun Schüler, die von der Neuregelung betroffen sind, in der Georgschule.

Nach einer einstündigen Mittagspause, in der das aus der Grundschule in Dahlem angelieferte Essen serviert wird, folgt eine so genannte Selbstlernzeit. Dabei wird den Schülern vermittelt, wie sie eigenständig Defizite aufholen und nacharbeiten können.

Enges Zeitgerüst

„Etwas, was wir schon lange machen, aber angesichts des engen Zeitgerüstes nicht realisieren konnten“, so die Schulleiterin. Außerdem können pro Woche je eine Stunde Deutsch, Mathe und Englisch mehr gegeben werden.

Dann folgt, was die Kinder wohl schwerlich als klassischen Unterricht ansehen werden. Die letzte Stunde ist entweder ein Kreativprojekt oder Natur- und Technikunterricht sowie Sport, zu dem die Kinder in die Turnhalle gefahren werden. Und das neue Konzept kommt bei den Kindern gut an. „Es macht Spaß, hier zu lernen“, meinte die zehnjährige Anna-Lena spontan, und Fabian, elf Jahre alt, gab ihr recht: „Zu Hause ist es nachmittags so langweilig.“ Nur sein Klassenkamerad Niko findet es langweilig, in der Schule zu sein. Er würde lieber mit seinen Freunden herumtollen. Erst als Anna-Lena ihn daran erinnerte, dass sie ihre Hausaufgaben jetzt auch schon in der Schule erledigen, wurde ihm auf einmal klar, dass die neue Regelung auch ihre Vorteile haben könnte. Und der Tag, an dem die Kinder an der nahen Urft kleine Flöße bauten, hat auch ihm Spaß gemacht.

Schulleiterin Kallas verfolgte mit Klassenlehrerin Eva Müller und Kollegin Katharina Wings staunend die positiven Äußerungen der Kinder, die unbefangen und offen dem fremden Besucher Auskunft gaben.

Dass die Neuerung nicht nur pädagogische Vorteile hat, sondern auch bei den Schülern gut ankommt, hätte sie so nicht erwartet. Für sie steht die Stärkung der Kernfächer im Vordergrund und die Möglichkeit, am Nachmittag fächerübergreifend arbeiten zu können. Doch auch das Soziale kommt nicht zu kurz. „Hier gibt es Kinder, die sind befreundet, konnten sich aber nachmittags nie treffen“, weiß die Pädagogin, „die profitieren besonders von dem neuen Konzept.“ (sev)