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ESC 2026Bulgarien gewinnt Eurovision Song Contest – Deutschland weit abgeschlagen

5 min
Dara gewinnt für Bulgarien.

Dara gewinnt für Bulgarien.

25 Länder kämpften am Samstag beim Finale des 70. ESC in Wien um den Sieg. Am Ende hatte Bulgarien die Nase vorn.

Der 70. Eurovision Song Contest in Wien ist Geschichte. In einer dramatischen Voting-Phase in der Wiener Stadthalle sicherte sich am Ende Dara aus Bulgarien die europäische Musikkrone. Mit insgesamt 516 Punkten aus Jury- und Publikumsstimmen setzte sie sich gegen die starke Konkurrenz durch und tritt damit die Nachfolge von Vorjahressieger JJ aus Österreich an. Es ist der erste Sieg für Bulgarien in der 70-jährigen Geschichte des ESC.

Auf den weiteren Plätzen folgen Israel auf Rang zwei und Rumänien auf dem dritten Platz. Der deutsche Beitrag von Sarah Engels landete mit dem Song „Fire“ am Ende auf Platz 23 mit lediglich 12 Punkten. Die stargespickte Jubiläumsshow zum 70. Geburtstag des Wettbewerbs lieferte bis zur letzten Sekunde der Punktevergabe ein echtes Nervenduell.

Das Endergebnis:

  1. Bulgarien: Dara – „Bangaranga“ (516 Punkte)
  2. Israel: Noam Bettan – „Michelle“ (343 Punkte)
  3. Rumänien: Alexandra Căpitănescu – „Choke Me“ (296 Punkte)
  4. Australien: Delta Goodrem – „Eclipse“ (287 Punkte)
  5. Italien: Sal Da Vinci – „Per sempre sì“ (281 Punkte)
  6. Finnland: Linda Lampenius & Pete Parkkonen – „Liekinheitin“ (279 Punkte)
  7. Dänemark: Søren Torpegaard Lund – „Før vi går hjem“ (243 Punkte)
  8. Moldau: Satoshi – „Viva, Moldova!“ (226 Punkte)
  9. Ukraine: Leléka – „Ridnym“ (221 Punkte)
  10. Griechenland: Akylas – „Ferto“ (220 Punkte)
  11. Frankreich: Monroe – „Regarde !“ (158 Punkte)
  12. Polen: Alicja – „Pray“ (150 Punkte)
  13. Albanien: Alis – „Nân“ (145 Punkte)
  14. Norwegen: Jonas Lovv – „Ya Ya Ya“ (134 Punkte)
  15. Kroatien: Lelek – „Andromeda“ (124 Punkte)
  16. Tschechien: Daniel Žižka – „Crossroads“ (113 Punkte)
  17. Serbien: Lavina – „Kraj mene“ (90 Punkte)
  18. Malta: Aidan – „Bella“ (89 Punkte)
  19. Zypern: Antigoni – „Jalla“ (75 Punkte)
  20. Schweden: Felicia – „My System“ (51 Punkte)
  21. Belgien: Essyla – „Dancing on the Ice“ (36 Punkte)
  22. Litauen: Lion Ceccah – „Sólo quiero más“ (22 Punkte)
  23. Deutschland: Sarah Engels – „Fire“ (12 Punkte)
  24. Österreich: Cosmó – „Tanzschein“ (6 Punkte)
  25. Vereinigtes Königreich: Look Mum No Computer – „Eins, Zwei, Drei“ (1 Punkt)

Alle Songs des Eurovision Song Contests in der offiziellen ESC-2026-Playlist bei Spotify.


ESC 2026: Worauf dürfen wir uns im Finale freuen?

Eröffnet wird die Show von JJ mit dem Song „The Queen of the Night“. Durch den Abend führen die Moderatoren Victoria Swarovski und Michael Ostrowski, während Emily Busvine die Künstler im Green Room empfängt, der thematisch der Wiener Kaffeehauskultur nachempfunden ist. 

ESC-Gipfel in Wien: Vorjahressieger JJ und Conchita Wurst beim Empfang des Bundespräsidenten in der Hofburg.

ESC-Gipfel in Wien: Vorjahressieger JJ (r) und Conchita Wurst (l) beim Empfang des Bundespräsidenten in der Hofburg.

Während der Abstimmungsphase wird ein umfangreiches Showprogramm zum 70. Jubiläum geboten: Neben einem Medley ehemaliger ESC-Größen wie Lordi, Erika Vikman, Kristian Kostov, Ruslana, Verka Serduchka und Max Mutzke treten der Elektro-Swing-Pionier Parov Stelar sowie Cesár Sampson mit einer Interpretation von Billy Joels „Vienna“ auf. In Deutschland beginnt die Live-Übertragung im Ersten um 21.00 Uhr.


ESC 2026: Wann startet Deutschland und wer tritt für uns an?

Deutschland ist als Teil der „Big Five“ automatisch für das Finale des Eurovision Song Contest 2026 qualifiziert. Sarah Engels tritt mit der Startnummer zwei an. Die Sängerin präsentiert ihre Empowerment-Hymne „Fire“. Mehr zu unseren Chancen finden Sie hier:


Eurovision Song Contest 2026: Das sind die fünf Favoriten im Finale

Finnland: Linda Lampenius x Pete Parkkonen – „Liekinheitin“

Finnland geht als klarer Favorit der Buchmacher in das Finale, wobei die Siegchance nach dem überragenden Auftritt im Halbfinale auf rund 44 % geschätzt wird. Damit liegt das Land, das bereits 2006 mit den Metal-Monstern von Lordi den Sieg holte, seit Wochen weit vorne. Der Song kombiniert klassische Elemente mit einer hochenergetischen Rock-Produktion und einer bildgewaltigen Inszenierung. 

Eine Besonderheit des Auftritts ist die Ausnahmegenehmigung der EBU, die es Linda Lampenius erlaubt, ihre 265 Jahre alte Violine live auf der Bühne zu spielen, da dies in diesem Jahr bei künstlerischer Begründung gestattet ist. Begleitet von massiver Pyrotechnik, die den Titel „Liekinheitin“ visuell untermalt, verschmelzen das virtuose Geigenspiel und die kraftvolle Rock-Performance zu einem der spektakulärsten Momente des diesjährigen Wettbewerbs.


Australien: Delta Goodrem – „Eclipse“

Australien entsendet in diesem Jahr mit Delta Goodrem einen ihrer größten Superstars nach Wien. Ihr Song „Eclipse“ ist eine kraftvolle Ballade à la Céline Dion, die thematisch das Zusammenspiel von Licht und Schatten sowie die Spannung zwischen Tag und Nacht behandelt. Dank ihrer überragenden stimmlichen Präsenz konnte Goodrem in den Wettquoten nach dem Halbfinale deutlich Boden gutmachen und wird mittlerweile als ernsthafte Konkurrentin für den Favoriten Finnland gehandelt.

Die Inszenierung ist exakt auf diese Dynamik abgestimmt und soll laut Goodrem „wie das Universum selbst“ wirken, wobei die Performance moderne australische Ästhetik mit der Eleganz der Gastgeberstadt Wien verbindet.

Nach den eher enttäuschenden Ergebnissen der letzten Jahre setzt „Down Under“ große Hoffnungen in den international bekannten Popstar, der 2023 auch in der Kölner Kantine ein Konzert gab. Mit ihrem Hit „Lost Without You“ hatte die 41-Jährige 2003 auch in Deutschland einen Hit und erhielt für ihr Debütalbum „Innocent Eyes“ eine Gold-Auszeichnung. 


Griechenland: Akylas – „Ferto“

Griechenland schickt mit Akylas einen Act nach Wien, der musikalisch wie inhaltlich aus der Reihe tanzt: Sein Song „Ferto“ mixt moderne Trap-Beats mit Hyper-Techno und traditioneller griechischer Folklore. Hinter der lauten Fassade steckt eine persönliche Geschichte, denn Akylas verarbeitet darin seine Erfahrungen mit Armut und Konsumwahn – Themen, die er während seiner Zeit als Kellner und Angestellter auf Kreuzfahrtschiffen hautnah miterlebt hat.

Besonders emotional: Der Song ist auch eine Hommage an seine Mutter, die zeitweise im Ausland arbeitete, um Familienschulden zu begleichen. Die Inszenierung in der Wiener Stadthalle ist als „Fiebertraum eines 90er-Jahre-Kinds“ konzipiert, inklusive eines riesigen, rotierenden Bühnenteils mit verschiedenen Themenräumen und Gaming-Animationen. Trotz des bunten Looks bleibt die Botschaft kritisch, was „Ferto“ zu einem der tiefgründigsten Beiträge des Finales macht.


Dänemark: Søren Torpegaard Lund – „Før vi går hjem“

Dänemark schickt mit Søren Torpegaard Lund einen echten Profi der dänischen Musicalszene nach Wien, der bereits Rollen in „West Side Story“ und „Kinky Boots“ verkörperte. Sein Song „Før vi går hjem“ (Bevor wir nach Hause gehen) wird komplett auf Dänisch gesungen. Lund bringt eine der gewagtesten Inszenierungen des Wettbewerbs auf die Bühne. Seine Performance spielt offen mit einer Ästhetik, die an die BDSM- und Underground-Clubszene erinnert: Während er anfangs in einer gläsernen Box agiert, wird die Atmosphäre durch dunkle Leder-Optiken und ein markantes Mesh-Top geprägt, das er nach einem Outfit-Reveal enthüllt. 

Die Kombination aus der intimen dänischen Ballade und dieser provokanten visuellen Sprache soll den Kontrast zwischen Verletzlichkeit und unterdrücktem Verlangen symbolisieren. In Fankreisen wird bereits intensiv darüber diskutiert, ob dieser stilistische Bruch dem Musical-Darsteller dabei hilft, sich im Finale von der Konkurrenz abzuheben.


Rumänien: Alexandra Căpitănescu – „Choke Me“

Rumänien kehrt nach zwei Jahren Pause mit einem Skandal-Song zurück, der die Gemüter spaltet: „Choke Me“ (Würg mich) von Alexandra Căpitănescu, eine Mischung aus Alternative Rock und modernen Pop-Elementen. Der Titel und Zeilen wie „I want you to choke me“ (Ich will, dass du mich würgst) oder „make my lungs explode“ (bring meine Lungen zum Explodieren) lösten bereits im Vorfeld heftige Proteste von Kinderschutzorganisationen und Kritikern aus, die eine Glorifizierung von Gewalt befürchteten.

Alexandra selbst verteidigt die Nummer als rein metaphorisch: Für sie symbolisiert das „Würgen“ den erstickenden Druck der Gesellschaft, Selbstzweifel und das Gefühl, an eigenen Erwartungen zu zerbrechen. Auf der Bühne in Wien wird diese Beklemmung visuell durch eine extrem physische Performance umgesetzt, die den Schmerz und den Befreiungskampf der Sängerin spürbar machen soll. Alles zum Skandal finden Sie hier: