Die JSG Erft 01 Euskirchen schenkt ihrem Trainer eine Niederlage zum Geburtstag. Schwaches Spiel zwischen Sindorf und Erftstadt-Lechenich.
Fußball-BezirksligaSV Bessenich muss sich wieder mit dem Thema Abstiegskampf beschäftigen

Erst fassungslos über eine Schiedsrichterentscheidung, später Torschütze zum 1:1: Bessenichs Kuss Kunzika.
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SV Rhenania Bessenich – TuS Langerwehe 1:2 (1:1). Im Vorfeld der Partie stellte sich dem neutralen Beobachter die Frage, wohin die Reise für die Gastgeber in den kommenden Wochen gehen wird. Nach der unnötigen Niederlage gegen Tabellenschlusslicht Erftstadt-Lechenich am vergangenen Spieltag kam dem Duell gegen den Nachbarn im Klassement eine vorentscheidende Bedeutung zu. Gelingt mit einem Dreier der Anschluss ans Mittelfeld oder muss bei einer Niederlage der Blick nach unten gerichtet werden?
Die Antwort nach insgesamt enttäuschenden 90 Minuten: Die Rhenania muss sich wohl oder übel wieder intensiv mit dem Thema Abstiegskampf auseinandersetzen. Angesichts von nur noch sechs Punkten Vorsprung auf den akut gefährdeten Bereich besteht zwar kein Grund zur Panik, wohl aber zur allergrößten Wachsamkeit.
Bessenich verschläft die Anfangsphase, hat aber viel Glück
Diese legte die Mannschaft von Can Celik und Stefan „Fetzi“ Storb in der Anfangsphase nur bedingt an den Tag. Wie ist es sonst zu erklären, dass die Gäste schon nach wenigen Minuten bei einer Ecke gleich zweimal ungestört zum Kopfball kamen, was nur dank des ob seiner Freiheit vollkommen überraschten und deshalb am Kasten vorbeizielenden Angreifers kein frühes Gegentor nach sich zog?

Der Ex-Zülpicher Julian Eversheim (l.) im Zweikampf mit Arber Jashanica.
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Ähnlich großes Glück besaßen die Platzherren zehn Minuten später, nachdem Langerwehe einen Elfmeter zugesprochen bekommen hatte, diesen jedoch in Person von Stephan Salger neben den Kasten setzte. Der missglückten Ausführung vorausgegangen waren Proteste von Kuss Kunzika, der vehement seine Unschuld beteuerte, damit bei Schiedsrichter Dominik Queins allerdings auf taube Ohren stieß. Es war zwar kein glasklarer Strafstoß, aber sicher auch keine Fehlentscheidung, weil der SV-Kapitän bei seinem risikoreichen Tacklingversuch Richtung Ball auch die Beine seines TuS-Kontrahenten erwischte.
Während sein Einsteigen im eigenen Sechzehner nicht von Erfolg gekrönt war, machte es Kunzika kurz vor der Pause auf der anderen Seite deutlich besser, als er einen Eckball von Kaloyan Petrov mit der Stirn zum eher schmeichelhaften Ausgleich in die Maschen wuchtete. Nach dem Wechsel sah Can Celik dann einen stärkeren Auftritt seiner Schützlinge, ärgerte sich aber über einen nicht gegebenen Elfmeter nach Foul an Manuel Macherey sowie die beiden vergebenen Dreifachchancen zur Führung. Letztlich leitete ein Ballverlust in der Vorwärtsbewegung die bittere Pleite ein.
Erft 01 hat nur noch fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge
SV Weiden – JSG Erft 01 4:2 (1:1). Am Ende stellt sich die Frage: War der SV Weiden ein Partycrasher oder verpasste es Chris Kockerols' Mannschaft, ihren Trainer zu dessen 33. Geburtstag zu beschenken. Der Erft-Coach sah eine taktisch geprägte erste Halbzeit und konstatierte: „Das war kein Leckerbissen für den neutralen Zuschauer.“
Beide Teams zogen sich nach Ballverlusten weit zurück, damit der Gegner nicht kontern konnte. Ein Freistoß, geschossen von Tobias Rick und mit dem Kopf verwandelt von Lucas Spilles, bedeutete spät in der ersten Halbzeit die Führung (42.). Mit dem Pausenpfiff erzielten die Gastgeber allerdings den Ausgleich – auch, weil sich seine Mannschaft nicht clever anstellte. „Da müssen wir anders arbeiten“, sagte ein verärgerter Kockerols.
Das war kein Leckerbissen für den neutralen Zuschauer.
Der Unmut sollte noch zunehmen. In der 58. Minute sah der Unparteiische ein gelbwürdiges Foul des bereits verwarnten Jan Walther, das nicht nur die Gelb-Rote Karte, sondern auch einen Strafstoß nach sich zog. Während Kockerols der Elfmeterentscheidung noch zustimmen konnte, fand er die Hinausstellung als zu hart: „Jan Walther wird sehr aktiv von seinem Gegenspieler in den ballführenden Gegenspieler hineingeschubst.“ Den fälligen Strafstoß verwandelte Weiden.
Danach habe seine Mannschaft gut agiert, aber die Chance zum 2:2 liegen gelassen. Weiden erhöhte auf 3:1 (84.). In der Nachspielzeit gelang Aaron Mertens, der in der A-Junioren-Bezirksliga bereits 15 Treffer erzielt hat, sein erstes Tor bei den Senioren (90.+4). Doch Weiden schlug postwendend zurück. „Nach der Chance zum 2:2 haben wir weiter aufgemacht, sind mutiger hoch angelaufen, was in Unterzahl natürlich schwierig ist, und dann kommt der Gegner zu seinen Möglichkeiten“, so Kockerols. Durch den Überraschungssieg von Ahrem beim Tabellenführer Düren beträgt der Vorsprung der JSG auf einen Abstiegsplatz nur noch fünf Punkte.
Erftstadt-Lechenich verkürzt Abstand auf den Nichtabstiegsplatz
VfL Sindorf – Germania Erftstadt-Lechenich 2:2 (1:0). Die Frage muss erlaubt sein: Wenn man gegen den Vorletzten nicht gewinnt, wie soll man dann noch Hoffnung auf den Klassenerhalt haben? „Wir haben nach fünf Minuten eine hundertprozentige Torchance nach einem tollen Spielzug und machen die leider nicht“, sagte Erftstadts Trainer Karsten Kochems. Danach sei es dann ein sehr zerfahrenes Spiel gewesen mit zwei Mannschaften, die darauf bedacht gewesen seien, keine Fehler zu machen.
Kurz vor der Pause ging Sindorf in Führung (38.) – nach dem Seitenwechsel trafen dann die A-Jugendlichen des Tabellenletzten. Den Ausgleich erzielte Colin Greis (49.), Aryan Suthaharan brachte Lechenich sogar in Führung (67.). Doch aus dem Anstoß heraus gelang Sindorf der Ausgleich. „In der letzten Minute der Nachspielzeit hatten wir dann noch Glück, dass Sindorf eine Hundertprozentige vergibt“, so Kochems, der seinen Torwart Nils Grüttner lobte.
Insgesamt sei es aber kein gutes Niveau beider Mannschaften gewesen. „Wir haben aber einen Punkt auf Frechen gutgemacht, das ist das Einzige, das zählt“, so Kochems. Der Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt drei Punkte.

