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Fußball-LandesligaAuch der zweite Anzug des TuS Zülpich passt

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Freudestrahlend steckt Thoma Leßenich inmitten seiner Spieler, die ihm zum Freistoßtor gratulieren.

Hatte allen Grund zum Jubeln: Thomas Leßenich erzielte mit einem traumhaften Freistoß das 5:0.

Der Landesligist TuS Zülpich kompensiert hochkarätige Ausfälle gegen Abstiegskandidaten Arnoldsweiler völlig problemlos und gewinnt hoch.

TuS Chlodwig Zülpich – Viktoria Arnoldsweiler 8:1 (3:0). Obwohl den Platzherren mit Lucas Carell (beruflich verhindert), dem verletzten Georg Salmon oder Marvin Iskra (fünfte Gelbe Karte) einige wichtige Akteure fehlten, schickte man den Abstiegskandidaten mit acht Treffern auf die Heimreise. Nachdem man für das erste Erfolgserlebnis ein wenig Anlaufzeit benötigt hatte, lief es anschließend wie aus einem Guss.

Erkenntnis des Spiels: Auf die zweite Garde ist Verlass

Auch wenn der Kontrahent sicherlich nicht zur Crème de la Crème der Landesliga zählt, durfte Trainer David Sasse mit großer Genugtuung registrieren, dass er sich auch auf die Jungs verlassen kann, die ansonsten nicht in jeder Woche in der Startformation auftauchen. Einer davon war Julian Riße, der sich nach seinem Wechsel zu Saisonbeginn sicherlich mehr Einsatzzeit bei seinem neuen Klub versprochen hatte, nun aber seine Chance erhielt und diese auch sehr gut nutzte.

„Er hat nach einer eher schwachen Vorbereitung in den letzten drei Wochen hervorragend trainiert und das Vertrauen mit einer starken Leistung und der tollen Vorlage zum 4:0 absolut gerechtfertigt“, lobte sein Coach. Auch die Akteure, die im Laufe der Begegnung ins Rennen geschickt wurden, fügten sich sofort nahtlos ein. Exemplarisch sei Pascal Schiffer genannt, der in kürzester Zeit mit zwei erfolgreichen Abschlüssen zur Stelle war.

Mann des Tages: Gustavo von Aschwege erhielt ein Sonderlob

Sogar noch ein wenig mehr auf sich aufmerksam machen konnte ein anderer Neuzugang: Gustavo von Aschwege, der in der Winterpause aus der zweiten Mannschaft des SC Fortuna Köln nach Zülpich gekommen war. Der junge Abwehrspieler erledigte nicht nur in der Defensive seinen Job, sondern imponierte darüber hinaus mit seinen Qualitäten im gegnerischen Strafraum.

Gustavo von Aschwege am Ball, von hinten nähert sich ein Gegenspieler.

Mit zwei Treffern vor der Pause machte Gustavo von Aschwege (M.) nachdrücklich auf sich aufmerksam.

Zunächst gelang dem 20-Jährigen nach einer Ecke von Nico Berekoven der Dosenöffner zum 1:0 (34.), ehe er beinahe mit dem Pausenpfiff auch noch den dritten Treffer beisteuerte. „Wenn du als Innenverteidiger zwei Tore machst, dann hast du es natürlich verdient, herausgehoben zu werden“, bemerkte Sasse, der zudem an Marlon Große und den ebenfalls zweifachen Schützen Tim Birkenheuer die Bestnote vergab. Der formstarke Angreifer durfte sich beim 6:0 von Luca Ohrem auch noch einen Assistpunkt gutschreiben.

Szene der Partie: Ein Freistoßtor mit kurioser Vorgeschichte

Bei so vielen gelungenen Offensivaktionen fällt es selbstverständlich schwer, eine einzige Szene herauszuheben, doch am Ende fiel die Wahl auf den Freistoß von Thomas Leßenich, der in seiner Ausführung nicht mehr zu toppen war: Aus 17 Metern zentraler Position schoss der Mittelfeldmann den Ball perfekt ins linke obere Dreieck.

Der Treffer zum 5:0 war auch aufgrund seiner recht kuriosen Vorgeschichte erwähnenswert. Eigentlich hatte Gästekeeper Aiman Jahic die Kugel gesichert und es drohte keinerlei Gefahr. Doch beim Versuch, sie schnell nach vorne zu bringen, spielte der geplante Empfänger nicht mit, sodass der Schlussmann seinen Wurf abbrechen musste. Da er jedoch in vollem Tempo war, überquerte er mit dem Spielgerät in seiner Hand die Strafraumgrenze, was einen Freistoß für den TuS in äußerst günstiger Lage zur Folge hatte – ein Geschenk, das Leßenich dankend annahm.

Fazit der Begegnung: Das Ziel kann nach oben korrigiert werden

Sasses Credo („Der TuS Zülpich soll für Entwicklung und Offensivfußball stehen“) setzte das Team zum wiederholten Mal in dieser Spielzeit glänzend in die Praxis um. Der zum Rückrundenauftakt als Ziel ausgegebene sechste Platz darf angesichts von 14 Zählern Vorsprung auf Rang vier mittlerweile getrost nach oben korrigiert werden. Die Frage lautet eher, welcher der ersten drei Plätze es am Ende wird.