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Sportlerwahl 2025Marvin Iskra kehrte auf der Überholspur zurück

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Marvin Iskra schaut konzentriert (und ein wenig grimmig) drein.

Tolle Scorer-Quote: Zülpichs Marvin Iskra.

Marvin Iskra, Stürmer des TuS Zülpich, hat eine überragende Quote im Jahr 2025: In 29 Meisterschaftsspieler erzielte er 25 Treffer.

Durch die Verletzungen der zuvor so erfolgreichen Stürmer Dominik Spies und Luca Ohrem, die den Klub mit beeindruckenden Statistiken in die Landesliga geschossen hatten, drohte dem TuS Zülpich seine Offensivstärke ein wenig abhanden zu kommen. In dieser Situation kam Trainer David Sasse auf die ziemlich clevere Idee, Marvin Iskra in die Römerstadt zu holen.

Eigentlich wollte es der mittlerweile 32-Jährige, der in seiner Karriere auf höherem Amateurlevel schon einiges erlebt und es zuletzt in Bessenich und Arnoldsweiler nicht mehr lange ausgehalten hatte, deutlich ruhiger angehen lassen. Da es für den Angreifer in seinem Heimatort, beim C-Kreisligisten VfL Kommern, trotz der einkalkulierten sportlichen Abstriche jedoch überhaupt nicht so lief, wie sich der frühere Jugend- und Seniorenspieler des ETSC dies vorgestellt hatte, kam die Anfrage aus Zülpich durchaus gelegen.

Vom Zusammenhalt in der Zülpicher Kabine ist Marvin Iskra begeistert

Obwohl der Angreifer durch eine im Kreispokal erlittene Verletzung noch nicht in bester körperlicher Verfassung war, stellte er sich der Herausforderung beim TuS und schaffte dank harter Trainingsarbeit im hauseigenen Studio und auf dem Kunstrasenplatz in Rekordzeit den Anschluss. „Vor der Art und Weise, mit der sich Marvin zurückgekämpft hat, kann man nur den Hut ziehen“, sagt sein Trainer. Iskra gibt das Kompliment zurück: „Ich habe in Zülpich keine lange Eingewöhnungszeit gebraucht, auch weil ich einige Mitspieler noch aus meiner Schulzeit kannte und mit Thomas Leßenich damals beim ETSC zusammengespielt habe. Es hat sich schnell nach Heimat angefühlt“, schwärmt der Torjäger, der vom Zusammenhalt in der Kabine an der Blayer Straße begeistert ist: „Ich bin ja wirklich viel rumgekommen, aber das Gemeinschaftsgefühl in Zülpich ist unvergleichlich.“

Daher verwundert es nicht, dass Iskra, der auch schon mal mit dem Fahrrad zum Training kommt, seit seinem Comeback überragende Statistiken vorzuweisen hat: Aus 29 Meisterschaftsspielen resultieren 25 Treffer und elf Assists. „Er hat nicht nur eine Menge Routine, die wir gut gebrauchen können, sondern ist außerdem ein großer Teamplayer“, lobt Sasse. Mit seinem körperbetonten Stil, seinem bedingungslosen Einsatz und seiner Flexibilität im Abschluss bringt er eine bis dahin nicht dagewesene Komponente ins Offensivspiel. Iskra selbst sagt über sich: „Ich bin ein Stürmertyp, der ein Gespür dafür hat, wann man dem Gegner wehtun kann.“

Das Krafttraining, das er als junger Spieler bei seinem Aufenthalt in den USA als Bestandteil des Übungsprogramms kennengelernt hat, ist nach wie vor wichtig für ihn. „In meinem Alter ist es ganz entscheidend, auf seinen Körper zu achten. Denn wie ich mit einer weiteren schweren Verletzung umgehen würde, kann ich nicht sagen.“ Nach den vielen Vereinswechseln erscheint ein Ausklang der Karriere beim TuS für Iskra zumindest denkbar. „Die Rahmenbedingungen stimmen. Hier kann ich Spaß und den Leistungsgedanken kombinieren“, resümiert er.