Mit Felix Fiedler und Peter Trimborn gehen zwei Integrationsfiguren beim TV Palmersheim. Wie es bei den Frauen der HSG Euskirchen weitergeht, ist offen.
Trikot unters Dach gezogenEmotionen beim TV Palmersheim – Trainer und Spieler verabschiedet

Nach dem Spiel wurde Felix Fiedler (oben) von seinen Mannschaftskollegen ausgiebig gefeiert.
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Oberliga Männer: TV Palmersheim – SC Fortuna Köln 34:27 (18:15). Menschen, Tore, Emotionen. So in etwa lässt sich das letzte erfolgreiche Saisonspiel der Palmersheimer gegen die Mannschaft des ehemaligen HSG-Euskirchen-Trainers Stefan Tuitje mit drei Worten zusammenfassen.
Eines, an dessen Ende ein verdienter Heimsieg stand und in dem den knapp 250 Zuschauern noch einmal einige Kabinettstückchen geboten wurden. Palmersheim lag nach ausgeglichenem Beginn mit 9:12 zurück, fing sich dann aber, erzielte sechs Tore am Stück und ließ sich die Führung anschließend auch nicht mehr nehmen.
Bereits vor dem Anwurf wurde es emotional
Bereits vor der Partie wurde es hochemotional. Zwei große Persönlichkeiten des TVP bekamen die ihnen zustehenden Huldigungen: Trainer Peter Trimborn, der nach zehn erfolgreichen Jahren sein Amt zum Ende der Saison niederlegt, und Felix Fiedler, der Leisetreter, der ebenfalls seine Handballkarriere in der ersten Mannschaft beenden wird. Felix Fiedler, ein ruhiger, fokussierter Vertreter seiner Zunft, der stets das große Rampenlicht scheute und stattdessen in all den Jahren mit Einsatz und Leistung zu einer absoluten Größe der Mannschaft wurde. Der Linksaußen konnte gegen die Fortuna noch einmal groß aufspielen und fünf Tore zum Erfolg beitragen.
Da war aber auch Nico Trimborn, der reaktivierte Torhüter, der Mitte der zweiten Halbzeit ins Tor musste und sich mit gekonnten Paraden ein ums andere Mal auszeichnen konnte. Ja, und dann war da noch Marius Schmitz, der insgesamt zehn Tore verbuchte und am Ende mit 201 Saisontoren bester Werfer der Liga wurde. Und letztlich müssen auch die Brüder Dennis und Daniel Schüller erwähnt werden, die ihren Hollandurlaub unterbrachen, um beim letzten Meisterschaftsspiel dabei sein zu können.

Marius Schmitz (M.) traf gegen Köln zehn Mal und holte sich mit 201 Toren auch erstmals die Torjägerkanone in der Oberliga.
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Musste in seiner emotionalen Rede vor Spielbeginn ein Tränchen verdrücken, denn nach zehn Jahren als Trainer ist Schluss für Peter Trimborn.
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Aber zurück zu Peter Trimborn, dem Vater der Palmersheimer Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre. Nach zehn Jahren an der Seitenlinie war das Spiel gegen die Fortuna keines wie jedes andere, denn er war schon vor dem Spiel angespannt. Über die Jahre zieht er ein positives Fazit.
„Am Anfang ging es erst einmal darum, Mannschaft und Spielsystem umzubauen. Das hat etwas gedauert, aber irgendwann waren wir im Flow“, blickt er zurück. Drei Aufstiege innerhalb von nur drei Jahren seien außergewöhnlich gewesen. Zwei davon seien komplett verdient gewesen, beim dritten habe „auch ein bisschen Glück dazugehört“.
Das Schönste war für mich nicht nur der sportliche Erfolg, sondern dass wir Menschen begeistern konnten.
Besonders stolz ist Trimborn auf die Entwicklung des gesamten Vereins. Aus kleinen Anfängen mit „zehn Zuschauern in der Halle“ sei mittlerweile ein Verein mit mehreren hundert Fans pro Spiel geworden. Auch die „Räuberbande“, die Fangruppe des TV Palmersheim, habe sich überregional einen Namen gemacht und werde inzwischen sogar bei All-Star-Spielen angefragt.
„Das Schönste war für mich nicht nur der sportliche Erfolg, sondern dass wir Menschen begeistern konnten“, betont Trimborn. Viele Spieler hätten sich sportlich enorm entwickelt, einige ehemalige Palmersheimer seien zurückgekehrt. Genau das sei von Beginn an seine Idee gewesen: „Wenn alle Palmersheimer wieder in Palmersheim spielen, haben wir eine Top-Mannschaft“, so Trimborn.
Peter Trimborn bleibt dem TV Palmersheim erhalten
Trotz seines Rückzugs bleibt Peter Trimborn dem Verein erhalten. Künftig wird er als Teammanager und sportlicher Leiter im Hintergrund arbeiten. Die Verantwortung an der Seitenlinie übernimmt Marco Mayer, den Trimborn bereits in der Rückrunde eng begleitet hat. „Er macht einen hervorragenden Job, hat viele Ideen und bringt genau das mit, was die Mannschaft braucht“, sagt Trimborn. Er selbst wolle sich künftig stärker um organisatorische Themen wie Sponsoring, Kaderplanung und die strukturelle Weiterentwicklung des Vereins kümmern.
Auch die zweite Mannschaft und die Jugendarbeit sollen weiter gestärkt werden. „Wenn wir den nächsten Schritt machen wollen, müssen wir die Aufgaben besser aufteilen“, erklärt er. An seiner emotionalen Bindung zum Verein werde sich jedoch nichts ändern. „Ich bin nicht weg. Ich werde weiter bei den Trainings und Spielen dabei sein und die Entwicklung begleiten.“ Loslassen könne er trotzdem: „Ich klebe nicht an meinem Stuhl. Ich kann der Mannschaft und dem Verein auch auf andere Weise helfen.“
TV Palmersheim: Delschen, Trimborn – Fiedler (5/3), Schmitz (10/3), Lönenbach (3), Adolph (1), Schouren (1), Sinaci (3), Nzoikanua Domingos (1), Voiß (2), Dennis Schüller (2), Daniel Schüller, Johnen (2), Simsek, Lukas Königshoven (4).
Ein großes Fragezeichen bei den Frauen der HSG Euskirchen
Oberliga Frauen: HSV Bocklemünd – HSG Euskirchen 39:21 (17:8). Auch ihr letztes Saisonspiel haben die Frauen der HSG Euskirchen verloren. Sehr ersatzgeschwächt stand für die HSG nur eines auf dem Plan, nämlich diese Partie mit Spaß und Anstand zu absolvieren. Dies gelang ihnen auch phasenweise recht gut, wenngleich es zu keiner Zeit danach aussah, dass noch einmal Punkte auf das ziemlich leere Konto wandern würden. Am Ende stand eine klare Saisonniederlage auf dem Spielbericht. Der Abstieg aus der Oberliga stand zuvor bereits fest.
Wie es mit den HSG-Frauen weitergeht, ist derzeit unklar. Es soll eine Mannschaft für die Verbandsliga gemeldet werden. Der jetzige Trainer Kajeepan Maheswaran stand der Mannschaft als Feuerwehrmann schon früh in der Spielzeit zur Verfügung, allerdings nur bis zum Saisonende. Der junge Trainer wird sich wieder voll und ganz um die männliche A-Jugend kümmern, die aktuell die Qualifikation für die neue Spielzeit spielt. Zudem wird Maheswaran wieder häufiger auf dem Feld bei der ersten Männermannschaft zu sehen sein.
Herren der HSG Euskirchen gehen mit Erfolg in die Pause
Verbandsliga Männer: TV Birkesdorf II – HSG Euskirchen 27:31 (14:15). Mit einem Auswärtssieg hat sich die HSG Euskirchen einen erfolgreichen Saisonabschluss beschert. Einen, der der HSG am Ende einen guten sechsten Platz im Gesamtklassement einbringt.
Im Jugendbereich haben die A-Junioren der HSG Euskirchen die Kreisqualifikationsspiele gegen die Wölfe Voreifel gewonnen. Nach dem 32:22-Hinspielsieg in eigener Halle mussten die HSG-Talente in Rheinbach diesen Vorsprung nur noch über die Ziellinie bringen. Mit Ruhe und Besonnenheit und ohne direkt zu Beginn ein Ausscheiden zu riskieren, agierte Euskirchen mit viel Bedacht. Die Wölfe mussten kommen.
Euskirchen kontrollierte das Spiel, das dann auch bis zur 50. Minute und bis zum 23:23 absolut auf Augenhöhe war. Dann setzte sich die Euskirchener individuelle Klasse durch und so gewann man auch das zweite Spiel mit 33:25. Damit hat die HSG direkt die zweite Qualifikationsrunde für die Nordrhein- beziehungsweise Oberliga erreicht, in der es Ende Juni weitergeht. Die Mannschaft von Trainer Kajeepan Maheswaran peilt eine Teilnahme auf Verbandsebene an.
