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Fußball-BezirksligaRhenania Bessenich ohne den nötigen Punch

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Bessenichs Torhüter Eamonn Klein macht sich zwar breit, doch der Ball dringt zwischen Pfosten und Hand ins Tor ein.

Beim Tor zum 0:2 schaffte es Bessenichs Keeper Eamonn Klein nicht, das kurze Eck zuzumachen.

Das ersatzgeschwächte Team von Can Celik unterliegt zum Rückrundenauftakt verdient gegen Weiden. Die JSG Erft überrascht gegen Horrem.

SV Rhenania Bessenich – SV Weiden 0:2 (0:1). Die personellen Vorzeichen für die Gastgeber waren alles andere als optimal. Dass der Auftakt in die zweite Saisonhälfte auf diese Art und Weise danebenging, hatte allerdings nur zum Teil mit dem Fehlen einiger Stammkräfte zu tun. Denn zumindest die Startformation der Rhenania konnte sich nominell durchaus sehen lassen und wäre unter normalen Umständen in der Lage gewesen, eine bessere Gesamtleistung abzuliefern als diesen Auftritt, der an einem verregneten Winternachmittag nicht als Stimmungsaufheller taugte.

Das Kernproblem: Bessenich fehlte es an Durchschlagskraft

Aus Sicht der Platzherren war es eines dieser Spiele, die durchaus noch eine halbe Stunde länger oder sogar mehr hätten dauern können, ohne dass ihnen ein Treffer gelungen wäre. Das lag weniger an der schlechten Chancenverwertung als an dem bedauerlichen Umstand, dass es schlichtweg so gut wie keine richtig guten Möglichkeiten für die Bessenicher gab.

Weder Neuzugang Deniz Isitmen, dem seine fehlende Wettkampfpraxis aus der Hinrunde sehr deutlich anzumerken war, noch sein Offensivkollege Arber Jashanica konnten Weidens Schlussmann Pepe Bünning zu einem Nachweis seines Könnens zwingen. Einzig Jehon Vatovci prüfte den Gästekeeper kurz nach der Pause mit einem Abschluss, der allerdings – genau wie seine Hereingaben von der rechten Seite im ersten Durchgang – keinen Erfolg brachte.

Zwei Bessenicher Spieler nähern sich dem ballführenden Gegenspieler.

Zeigte im Spiel gegen Weiden einmal mehr einen vorbildlichen Einsatz: Verteidiger Siggi Kunst (r.).

Bessenichs Trainer Can Celik hebt die Arme.

Konnte nicht zufrieden sein: Rhenania-Trainer Can Celik.

Zusammengefasst: Da auch vom Mittelfeld über die gesamte Dauer kaum Gefahr ausging, fehlte es dem Bessenicher Spiel ganz einfach am nötigen Punch, um den keineswegs übermächtigen Rivalen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Auch der allerletzte Versuch, den gelernten Verteidiger Covenant Oku Smart als kopfballstarken Mann für die Schlussviertelstunde ins Sturmzentrum zu stellen, blieb völlig wirkungslos.

Die Gegentore: Erst patzt Valentin Ivanov, dann Eamonn Klein

Obwohl der Tabellennachbar aus dem Kölner Westen fußballerisch sicherlich nicht die Sterne vom Himmel holte (dazu leistete er sich im Kombinationsspiel wie die Heimelf zu viele Ungenauigkeiten), war er der Rhenania in einem entscheidenden Bereich einen Schritt voraus und gewann deshalb völlig verdient: Die Angriffsaktionen waren unter dem Strich einfach zielgerichteter und führten zweimal zum gewünschten Resultat.

Beinahe mit dem Pausenpfiff nutzte Daniel Mirlach einen Fehlpass von Valentin Ivanov im Aufbau zu einem traumhaften Schlenzer, der aus halblinker Position über den chancenlosen Eamonn Klein exakt im rechten Eck einschlug. Nach etwas mehr als einer Stunde war es Sebastian Kratz, der aus der Lücke auf der rechten Abwehrseite Kapital schlug und den Ball aus relativ spitzem Winkel im kurzen Eck versenkte, wobei der Bessenicher Torhüter keine wirklich glückliche Figur abgab.

Die Einstellung stimmte nicht bei allen Bessenich-Akteuren

Während einige Akteure – allen voran Verteidiger Siggi Kunst, der gleich mehrfach verletzt am Boden lag, dennoch bis zum Schluss durchhielt und hinten wie vorne unermüdlich ackerte – zumindest kämpferisch alles in die Waagschale warfen, um die Begegnung trotz der widrigen Umstände irgendwie zu drehen, war die Einstellung nicht bei allen Akteuren auf Top-Niveau.

„In der Abwehrkette und auf den Sechserpositionen haben wir gut gearbeitet, aber im vorderen Bereich war das von einigen zu wenig. Da fehlte einfach das Feuer“, schilderte Bessenichs Trainer Can Celik seine Eindrücke. Die Hoffnungen ruhen jetzt auf den Spielern, die im Laufe der Woche zurückkehren und den Kader gegen Lövenich/Widdersdorf verstärken werden.


Luke Bungart dreht per Doppelpack das Spiel zugunsten der JSG Erft

JSG Erft 01 – Horremer SV 2:1 (1:1). Einen Rückrundenstart aus dem Bilderbuch legte der Aufsteiger aus Euskirchen hin. „Wir sind nicht nur sehr gut ins Spiel reingekommen, sondern konnten auch über die gesamte Distanz mithalten. Der Dreier ist aus meiner Sicht definitiv verdient“, jubelte Trainer Chris Kockerols über den Heimerfolg gegen die vom Papier her klar favorisierten Gäste.

Luke Bungart nimmt in vollem Lauf einen Ball mit.

Schaltete nach einem Distanzschuss seines Bruders Ben am schnellsten: Erft-Torjäger Luke Bungart.

Nachdem die JSG durch Gian Luca Cardinale und Luke Bungart die ersten Möglichkeiten vergeben und Florian Welter die Premieren-Chance für Horrem kaltschnäuzig per Picke zur Führung genutzt hatte, schien die Partie den erwarteten Gang zu gehen. Doch dann gelang Luke Bungart, weil er nach dem Distanzversuch seines Bruders Ben am schnellsten schaltete, bereits gut zehn Minuten später der Ausgleich und den Kerpenern dämmerte, dass es an diesem Nachmittag alles andere als ein Selbstläufer werden würde.

Da der Versuch ziemlich in die Hose gegangen ist, haben wir die Gelegenheit zur Entscheidung leichtfertig aus der Hand gegeben.
Christopher Kockerols über die verpasste Chance von Tim Krämer

„Obwohl Horrem mit zunehmender Spieldauer stärker wurde, konnten wir die Begegnung stets ausgeglichen gestalten und hatten durch Ben nach einer Stunde die große Möglichkeit zum 2:1“, berichtete der Coach der Platzherren. Für den entscheidenden Moment war elf Minuten vor dem Schlusspfiff einmal mehr Luke Bungart verantwortlich. Nachdem er von Luc-Seal Roggendorf perfekt auf die Reise geschickt worden war, blieb der Goalgetter aus halblinker Position ruhig und schob den Ball abgeklärt ins rechte untere Eck. „Horrem hat hoch gepresst und konsequent Mann gegen Mann verteidigt. Die daraus resultierenden Räume haben wir in dieser Situation super ausgenutzt“, freute sich Kockerols.

Weniger begeistert war er über die Idee von Joker Tim Krämer, kurz darauf frei vor dem gegnerischen Gehäuse den Abschluss mit dem Außenrist zu wählen. „Da der Versuch ziemlich in die Hose gegangen ist, haben wir die Gelegenheit zur Entscheidung leichtfertig aus der Hand gegeben. Zum Glück haben wir danach alles sauber wegverteidigt“, kommentierte der Übungsleiter. Nicht verschweigen wollte er auch noch die starke Parade von Torwart Max Vornweg, der in der Schlussphase den Ausgleich verhinderte.


Ex-Profi Adam Matuschyk gelingt ein Traumtor gegen Erftstadt-Lechenich

Türkischer SV Düren – SC Germania Erftstadt-Lechenich 4:1 (1:0). Obwohl dem Team von Karsten Kochems und Ralph Hoppen beim Aufstiegsaspiranten keine Überraschung gelang, waren die Trainer mit der Leistung ihrer Schützlinge äußerst zufrieden. „Gerade wenn man bedenkt, dass wir zahlreiche Kranke und Verletzte ersetzen mussten und zwei Spieler aus der zweiten Mannschaft auf der Bank saßen, haben es die Jungs wirklich super gemacht“, erklärte Kochems.

Als die Schwarz-Gelben nach wenigen Sekunden dank der formidablen Reaktion ihres Schlussmanns Dominik Zimmer einen wahren Schreckmoment schadlos überstanden hatten, lief es bis kurz vor der Halbzeitpause richtig gut. Es hätte sogar noch besser sein können, wenn Noah Becker nach dem Lattenkopfball von Emil Bey aus wenigen Metern nicht am leeren Gehäuse vorbeigeschossen hätte. „Dieser Ball musste einfach drin sein“, ärgerte sich Kochems.

Dann aber zeigte sich die individuelle Qualität des Spitzenreiters in Person von Ex-Profi Adam Matuschyk, der den Ball zunächst mit rechts mitnahm und dann aus gut 20 Metern mit links in den Winkel knallte. „So ein Tor schießt nur er, aber für uns war der Treffer natürlich ein Stimmungskiller“, schwankte Erftstadts Coach zwischen Bewunderung und Enttäuschung. Dass der Tabellenführer nach dem Seitenwechsel zwischenzeitlich auf 3:0 davonzog und nach Jan Ole Koschinats Anschlusstreffer auch das letzte Wort zum 4:1 hatte, konnte Kochems guten Gesamteindruck überhaupt nicht trüben.