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FußballDer SSV Lommersum trennt sich von Trainer Sebastian Reisenauer

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Sebastian Reisenauer steht am Spielfeldrand, In der Hand hält er eine kleine Taktiktafel.

Nicht mehr Trainer des SSV Lommersum ist Sebastian Reisenauer (r.).

Wißkirchen will eine Mannschaft für die Kreisliga A stellen. Füssenich-Geich bildet bei den Männern eine Spielgemeinschaft mit Vettweiß.

Ein Sprichwort besagt, dass es der Mai ist, der alles neu macht. Doch der Fußball im Kreis Euskirchen ist seiner Zeit offenbar voraus. Denn allein in dieser Woche gab es einige durchaus interessante Neuerungen: akut, aber auch die neue Saison betreffend.

Bis zum Saisonende setzt Lommersum auf ein Trainertrio

Der SSV Lommersum und Trainer Sebastian Reisenauer gehen getrennte Wege. Das hat der Verein auf Anfrage bestätigt. „Aufgrund der sportlichen Situation haben wir uns dazu entschieden, auf der Trainerposition für den Rest der Saison auf einen neuen Impuls zu setzen“, sagt der Sportliche Leiter Alexander Kill. Für den Rest der Spielzeit setzt der Tabellenletzte auf ein Trainertrio: Timo Bong, Hendrik Schilli und Jürgen Braun übernehmen den stark abstiegsbedrohten A-Ligisten. „Für die neue Saison werden wir in den nächsten Tagen und Wochen die bestmögliche Lösung für unseren Verein suchen“, so Kill.

Der Zeitpunkt der Entlassung überrascht mindestens auf den ersten Blick. Der SSV schwebt seit der Hinrunde in Abstiegsgefahr. Dennoch verzichtete der Verein auf einen Neuanfang im Winter. In der Rückrunde holte der SSV mit „Reisi“ acht Punkte in sieben Spielen, in den 13 Partien der Hinrunde waren es nur vier gewesen. Zuletzt führte das Schlusslicht beim SV Frauenberg mit 2:0, verlor aber dennoch mit 2:4. Auch bei der TuS Mechernich wurde eine deutliche Führung verspielt. Am Sonntag kommt nun der Tabellenzweite TuS Zülpich mit Ex-Trainer Marc Altendorf nach Lommersum. Es könnte leichter kommen.

Aufgrund der sportlichen Situation haben wir uns dazu entschieden, auf der Trainerposition für den Rest der Saison auf einen neuen Impuls zu setzen.
Alexander Kill

Denn für die Römerstädter zählt auch jeder Punkt im Kampf um den Aufstieg. Selbst wenn der TuS Zweiter wird, hat er aussichtsreiche Chancen. Über die Quotientenregel könnte er als einer der bisher fünf besten Tabellenzweiten aufsteigen. Im Vergleich mit den anderen Zweitplatzierten der Kreisliga-A-Staffeln am Mittelrhein liegt Zülpich II auf dem ersten Platz und wäre somit ebenfalls aufgestiegen.

Die Situation wird sogar noch einmal erleichtert: Da die zweite Mannschaft des 1. FC Düren angekündigt hat, im kommenden Jahr nicht in der Bezirksliga anzutreten, wird sich die Zahl der Aufsteiger, die als Zweiter „hochgehen“, auf sechs erhöhen. Sollte Eintracht Hohkeppel II ebenfalls verzichten, wären es sogar sieben Tabellenzweite aus neun Kreisligen A.

Alexander May wird die erste Mannschaft von Wißkirchen trainieren

Tobias Rick, Geschäftsführer des SC Wißkirchen, hat die sportliche Ausrichtung des Vereins für die kommende Saison 2026/27 skizziert. Demnach plant der Verein, mit einer Herrenmannschaft in der Kreisliga A an den Start zu gehen. Aktuell steht das Team als Absteiger aus der Bezirksliga fest und befindet sich in einer Übergangsphase. Um für die neue Spielzeit konkurrenzfähig aufgestellt zu sein, laufen bereits Gespräche mit potenziellen Neuzugängen.

Auch ein Trainer steht schon fest: Alexander May, der seit der Winterpause die zweite Mannschaft betreut, die sich im Abstiegskampf der Kreisliga B befindet, übernimmt zur neuen Saison die Verantwortung für die erste Mannschaft in der Kreisliga A. Unterstützung erhält er von Maurice Hilger, der vom TuS Zülpich zurückkehrt und als Co-Trainer verpflichtet wurde. Aufgrund seiner Verletzungshistorie ist ein Einsatz als Spieler derzeit offen, zunächst liegt der Fokus auf seiner Tätigkeit an der Seitenlinie.

Neben der ersten Mannschaft plant der Verein zudem, wieder eine zweite Herrenmannschaft ins Rennen zu schicken. Auch die Damenmannschaft wird weiterhin am Spielbetrieb teilnehmen. Dort steht jedoch ein personeller Umbruch an: Trainer Horst Bartz wird den Verein zum Saisonende verlassen. Die Verantwortlichen befinden sich bereits in Gesprächen, um die Trainerposition neu zu besetzen und die Mannschaft gezielt zu verstärken.

Auch die Füssenicher Frauen profitieren von der Spielgemeinschaft

Im Jugendfußball ist es gang und gäbe, im Seniorenfußball im Fußballkreis Euskirchen dürfte es eine Premiere sein: Erstmals geht eine Spielgemeinschaft über die Fußballkreisgrenze hinaus. Die Herrenmannschaften der TB-SV Füssenich-Geich (Fußballkreis Euskirchen) und der VfR Vettweiß (Fußballkreis Düren) werden ab der kommenden Saison eine SG mit zwei Teams bilden. Füssenich-Geich kämpft derzeit gegen den Abstieg in der Kreisliga B, die Vettweißer Mannschaften spielen in der Kreisliga C, wobei die erste den Aufstieg im Visier hat.

Vom Saisonausgang ist nicht nur der künftige Name der SG abhängig, sondern auch die Fußballkreis-Zugehörigkeit. Hält Füssenich-Geich die Klasse würde die SG Füssenich/Vettweiß in Euskirchen melden, steigt Füssenich ab und Vettweiß auf, spielt die SG Vettweiß/Füssenich in Düren. „Wenn der Worst Case eintritt, werden wir uns noch einmal besprechen“, sagt Axel Sendscheid, der mit Andreas Davepon derzeit Füssenich trainiert. Die beiden sollen, verstärkt um Justin Dörsam (derzeit Trainer Vettweiß, zukünftig Torwarttrainer) und Betreuer Ralf Künzel (derzeit Betreuer Vettweiß), auch für die Geschickte der SG zuständig sein. Bis Ende Mai müssen sich die Vereine auf einen Fußballkreis geeinigt haben.

Es herrschte von Anfang an eine Sympathie, die Gespräche fanden auf Augenhöhe statt.
Axel Sendscheid

Die beiden Dörfer liegen Luftlinie laut Sendscheid nur zwei Kilometer voneinander entfernt. „Beide Vereine freuen sich auf die Zusammenarbeit, es herrschte von Anfang an eine Sympathie, die Gespräche fanden auf Augenhöhe statt“, sagt er. In der Jugend wurde dieser Schritt zum JFV Bördeland schon längt vollzogen.

Die ungewisse Zukunft, ob man genug Spieler für eine oder zwei Mannschaft zusammenbekommt, dürften damit vorbei sein. „Alle Vettweißer Spieler haben schon zugesagt und auch die meisten Füssenich“, so Sendscheid. Norbert Bonn lasse derzeit seine Kontakte spielen, um neue Akteure zu akquirieren, allerdings erschwere die noch nicht feststehende Ligazugehörigkeit das Ganze.

Aber auch infrastrukturelle Gründe spielten eine Rolle: Vettweiß verfügt über einen Kunstrasenplatz, Füssenich über Naturrasen. Zukünftig gelte: „Wir haben feste Trainingszeiten, aber flexible Trainingsorte“, so Sendscheid. Je nach Witterung wird entschieden, wo trainiert und gespielt wird. Davon profitieren auch die TB-SV-Frauen, die eigenständig bleiben, allerdings zukünftig dort spielen sollen, wo auch die Männer kicken: also in Füssenich oder Vettweiß, und zwar immer um 13 Uhr. Die zweite Vettweißer Mannschaft wird weiterhin freitagabends ihre Spiele austragen.


Markus Ramers und Doris Mager waren beim Fußballverband

Unter anderem ein Tor mit der Hacke hat Euskirchens Landrat Markus Ramers beim „Sportpolitischen Gipfeltreffen“ in der Sportschule Hennef erzielt, an dem Oberbürgermeister und Landräte mit Vertretern aus den Fußballkreisen teilnahmen. Aus Euskirchen war die Vorsitzende Doris Mager vor Ort, die von einer gelungenen Veranstaltung berichtete.

Mager sagt: „Ich freue mich sehr darüber, dass unser Markus an der Veranstaltung teilgenommen hat.“ Nach Vorträgen durch Präsident Dr. Christos Katzidis und Sportschulleiter Sascha Hendrich-Bächer gab es eine Walking-Football-Partie zwischen Politik und FVM, bei denen Ramers laut Mager „drei wunderschön herausgespielte“ Tore geschossen hat, die Politik siegte 10:3.

Im Mittelpunkt des Treffens stand die wichtige Rolle des Fußballs, insbesondere im Breitensport. Diskutiert wurden auch Herausforderungen und Chancen bei der Förderung des Frauenfußballs, gerade im ländlichen Raum. „Der Fußball verbindet Generationen und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt – das gilt es auch künftig gezielt zu unterstützen“, betonte Ramers.