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HandballDer dezimierte TV Palmersheim kassiert die siebte Pleite in Folge

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Ali Umat Sinaci liegt beim Wurf quer in der Luft, der Gegenspieler schaut in Richtung eigenes Tor.

Mit seinem zweiten Treffer erzielt Ali Umut Sinaci im Spiel gegen den 1. FC Köln das 2:4 aus Palmersheimer Sicht.

Palmersheim fehlt das Selbstvertrauen. Eine Leistungssteigerung im Angriff nach der Pause reichte nicht, um Köln in Gefahr zu bringen.

Oberliga Männer: TV Palmersheim – 1. FC Köln 31:36 (11:15). Auch der nächste Versuch, in die Erfolgsspur zurückzufinden, ist misslungen. Der TV Palmersheim, der schon seit Anfang Dezember auf ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis wartet, kassierte die siebte Meisterschaftsniederlage in Serie.

Gegen hellwache Kölner fand der TVP zunächst nicht in die Partie und lag schnell mit 0:4 zurück. Vorne klappte nichts. Marco Mayer musste bereits nach weniger als sechs Minuten seine erste Auszeit nehmen und seine Mannschaft wachrütteln. Die Wirkung verpuffte allerdings schnell. Der TVP verkürzte auf 3:4, dann noch einmal auf 5:6.

1. FC Köln spielt Katz und Maus mit dem TV Palmersheim

Ansonsten jedoch betrieben die Kölner, die in der ersten Halbzeit zwar einen starken Torhüter hatten, aber genauso fehlerbehaftet agierten wie Palmersheim, das bekannte Katz-und-Maus-Spiel. Kam der TVP zu zwei oder drei Toren in Folge, so taten es ihm die Kölner gleich und zogen wieder davon. Insgesamt war es eine sehr schwache erste Halbzeit von beiden Mannschaften, da die Fehlerquote hoch war und viele Würfe ungenau ausfielen.

„Im Training sieht das deutlich besser aus und so ist es umso unerklärlicher, dass wir gerade bei den freien Abschlüssen so wenig daraus machen“, sagte Peter Trimborn aus dem Palmersheimer Trainerteam, der vor allem mentale Ursachen für das derzeitige Versagen vor dem gegnerischen Tor ausmacht. „Die Jungs sind zu verkopft und man spürt, dass sie Angst haben, beim Torwurf zu versagen.“

Palmersheim agiert nach der Pause energischer und zielstrebiger

Die aus gesundheitlichen Gründen sowie verletzungs- und berufsbedingt dezimierten Palmersheimer, denen gerade einmal zehn Feldspieler zur Verfügung standen, rissen sich nach dem Seitenwechsel zusammen. Ihr Spiel wurde energischer und zielstrebiger, sodass die Kölner alles aufbieten mussten, was ihnen an personellen und taktischen Mitteln zur Verfügung stand.

Daniel Schüller wendet seine ganze Kraft auf, um einen Ball zu werfen. Ein Gegenspieler macht sich vor ihm groß.

Mit Kraft zum Abschluss: Daniel Schüller (M.) traf zweimal ins Schwarze.

Der TVP steigerte sich in der Offensive und kam zu vielen Toren, allerdings waren das Tempospiel und die teilweise minutenlang angewandte offene Deckung so kräftezehrend, dass er nie in Schlagdistanz kam. Auf maximal drei Treffer konnte Palmersheim verkürzen. Spätestens beim 20:27 war die Partie zu Gunsten der Gäste entschieden, aber die Moral der Hausherren war noch lange nicht gebrochen.

Die Zuschauer spürten, dass der TV Palmersheim lebt

Sie kämpften weiter um jedes Tor und das honorierten, bei aller Enttäuschung, auch die rund 250 Zuschauer auf der Tribüne. Sie spürten, dass die Mannschaft lebt, wenngleich sie ihre Leistungen aus der Saisoneingangsphase nicht mehr abrufen kann. Es fehlt schlicht und ergreifend das Erfolgserlebnis, das der Mannschaft wieder Selbstvertrauen gibt.

„Ich bin davon überzeugt, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben werden“, sagte Trainer Peter Trimborn mit Blick auf die restlichen zehn Spiele seiner Mannschaft, die ihr Leistungsvermögen aktuell nicht in Gänze abruft.

TV Palmersheim: Delschen, Roland, Rübenach – Fiedler, Schmitz (13), Schöller (2), Lönenbach (4/1), Schouren (2), Sinaci (4), Dennis Schüller (1), Daniel Schüller (2), Simsek, Lukas Königshoven (3).


Euskirchener Männer mit Personalproblemen gegen Eschweiler

Verbandsliga Männer: Eschweiler SG – HSG Euskirchen 25:18 (13:10). Die Euskirchener Handballer verloren in Eschweiler deutlich. Als einen der Gründe sieht Trainer Frank Rösgen die personelle Situation seiner Mannschaft. „Wir sind um sieben Spieler dezimiert nach Eschweiler gefahren und hatten mit nur drei Auswechselspielern nicht genügend Power, um dort etwas zu holen“, sagte Euskirchens Trainer. Trotz allem fand seine Mannschaft gut in die Partie und konnte das Spiel bis zum 10:10 auch fast eine Halbzeit lang offen gestalten.

Dann kassierte Euskirchen aber rund um die Halbzeitpause fünf Tore in Folge und befand sich im Anschluss auf der Verliererstraße. „Der Kräfteverschleiß in Durchgang zwei war meinen Jungs dann deutlich anzumerken“, so Rösgen. Besonders in der Offensive war das anzumerken, viele Abschlüsse fanden nicht den Weg ins Tor.

Wir sind um sieben Spieler dezimiert nach Eschweiler gefahren und hatten mit nur drei Auswechselspielern nicht genügend Power, um dort etwas zu holen.
Frank Rösgen

Mit dem Defensivspiel seines Teams ist der HSG-Trainer nicht ganz unzufrieden, mit 25 Gegentoren könne er auswärts gut leben. „Der Abwehr kann ich keinen Vorwurf machen“, stellt Rösgen heraus. Für ihn gilt es, die Partie abzuhaken und mit einem hoffentlich größeren Kader bereits am Mittwoch gegen Schwarz-Rot Aachen (20.30 Uhr, Peter-Weber-Halle Kuchenheim) und am Samstag gegen Brühl (19.30 Uhr, ebenfalls Kuchenheim) Jagd auf jeweils zwei Punkte zu machen.

HSG Euskirchen: Gebertz, Jonas – Bünder (5), Berbuir (1), Gast (4/1), Drehsen, Schwarzbach (2), Schreiber (3), Schramm (2), Jankowski, Maheswaran (1/1).


Palmersheimer A-Juniorinnen hadern mit dem Schiedsrichterduo

Oberliga A-Juniorinnen: SV Heißen – TV Palmersheim 22:21 (14:13). Einen bitteren Spielausgang gab es für die A-Juniorinnen des TVP in Heißen. Die Mannschaft von Tabea Bung und Hannah Runnebohm war nah dran an einem Punktgewinn. Allerdings hatte nach Ansicht der Palmersheimerinnen das Schiedsrichterduo etwas dagegen, denn der Ausgleichstreffer in der Schlusssekunde wurde wegen eines angeblichen Schrittfehlers aberkannt. In einer ausgeglichenen Partie mit insgesamt fünf Führungswechseln zeigten die Palmersheimerinnen eine gute Leistung und hätten diesen Punktgewinn nach eigener Ansicht verdient gehabt.