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Kreisliga-KolumneFairness und Kaltgetränke nach Spielabbruch in Dom-Esch

7 min
Ein Fußballer legt den Ball an einem grätschenden Verteidiger vorbei.

Auf dem Weg zum 2:1 ist Jan Luca Lenz, der hier zunächst Verteidiger Patrick Kolb aussteigen lässt.

In der Kreisliga B vergibt der SSC Firmenich einen Matchball gegen Houverath/Mutscheid. Hellenthal verliert gegen Dreiborn.

Kreisliga B2: SSC Firmenich – SG Houverath/Mutscheid 1:3 (1:1). Vier Teams befinden sich in der Kreisliga B2 noch im Abstiegskampf, zwei von ihnen werden die zurückgezogene TSV Feytal in die Kreisliga C begleiten. Zwei dieser vier Mannschaften spielten am Sonntag gegeneinander: Der SSC Firmenich, der das Quartett anführt, empfing Houverath/Mutscheid, vor der Partie der letzte der vier. Während die Heimmannschaft mit einem Sieg sieben Punkte Vorsprung auf Houverath gehabt hätte (bei dann noch neun zu vergebenen Punkten) und einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen konnte, ging es für Houverath hingegen darum, diesen Matchball abzuwehren.

Zunächst bekamen die Zuschauer vor allen Dingen einen Eindruck davon, warum beide Teams überhaupt in Not gekommen sind. Bei beiden klappte in den ersten 45 Minuten nicht viel, es war eher Abstiegskrampf: Bälle versprangen, Pässe kamen nicht an, Chancen waren oft Zufallsprodukte. Besonders bei der Eckenausführung der Houverather stellte man sich unweigerlich die Frage, ob die Bolzplatzregel „Drei Ecken, ein Elfer“ nicht eher angebracht wäre (auch wenn die SG einen später noch Lügen strafen sollte).

Nach der Führung stellte Firmenich das Fußballspielen ein

Die besseren Chancen in der Anfangsphase hatte die Heimmannschaft: Leon Flaschentreher scheiterte mit einem Schuss aufs kurze Eck an Gästekeeper Lars Haag (9.). kurz danach versuchte es Nils Wagner (11.). Erfolgreich war Wagner bei seinem zweiten Versuch: Einen Schuss versenkte er unhaltbar im langen Eck (16.). Doch anstatt von der Führung beflügelt zu sein, hörte Firmenich mit dem Fußballspielen auf und ließ Houverath immer mehr ins Spiel.

Ein Fußballer entwischt seinem Gegenspieler.

Duellierten sich immer wieder auf der Außenbahn: Jonas Wald zieht an Henric Meyer vorbei.

Parierte Firmenichs Torwart Niklas Lanzerath noch einen Schuss aus dem Getümmel heraus (35.), gelang Jonas Wald vier Minuten später der sehenswerte Ausgleich per Heber über den herausgelaufenen Lanzerath. Das hatte Wald 26 Minuten zuvor schon einmal versucht, wobei der Ball danebengegangen war. Hitzig wurde es in der sechsten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, als Houveraths Jan-Philipp Kremer gegen Heim-Kapitän Aaron Lehser unnötig hart einstieg. Lehser schubste Kremer danach um, Schiedsrichter Günther Kimmerl verwarnte beide.

Houverath/Mutscheid dreht das Spiel und gewinnt verdient

In Halbzeit zwei spielte dann nur noch Houverath – und zwar richtig gut. Die Gäste machten das Spiel breit, hatten erfolgreiche Eins-gegen-eins-Situationen und am wichtigsten: Sie schossen die Tore. Den Führungstreffer erzielte Jan Luca Lenz, der einen langen Ball von Kapitän Mario Jokic annahm, dann einen Abwehrspieler und Lanzerath austanzte und lässig einschob (70.). Sechs Minuten später erzielte Jan Dederichs den Siegtreffer: Eine Ecke von Fynn Mauel wurde von Lukasz Zsibrita mit dem Kopf verlängert und fand Dederichs am langen Pfosten.

Es war ein verdienter Sieg für die SG, was auch Firmenichs Trainer Patrick Züll neidlos anerkannte. Er ärgerte sich vor allen Dingen, dass seine Mannschaft mehr mit sich selbst beschäftigt war als mit dem Gegner. „Wir müssen nach einer Führung cleverer und ruhiger spielen“, so Züll. Gästetrainer Frank Müller freute sich, dass er „zum ersten Mal in dieser Saison adäquat wechseln“ konnte und dass die Neuen „Dampf gemacht“ haben.


Gemütliches Beisammensein nach zehn Minuten „Arbeit“

Dass Fußball auch Gegner zusammenbringt, zeigte sich am Sonntag in Dom-Esch. Denn Fußball gespielt wurde kaum. In der Vorwoche hatte die Vertretung des heimischen TuS fünf Platzverweise kassiert. Dementsprechend groß waren die Personalprobleme beim Team von Trainer Marco Schlarb.

Mit nur acht Feldspielern ging Dom-Esch II in die Partie beim Aufstiegskandidaten Euskirchener TSC, der nach zehn Minuten durch einen Treffer von Spielertrainer Salih Yavuz in Führung ging. Kurz danach war Schluss. Zwei Akteure der Heimmannschaft verletzten sich. Das Spiel wurde abgebrochen und wird wohl für Euskirchen gewertet.

Doch wie der ETSC auf seinem Instagram-Kanal veröffentlichte, ging es dann in anderer Form weiter. Der „sehr faire und sympathische Gastgeber“ spendierte noch „eine Kiste Kaltgetränke. So ließen beide Mannschaften gemeinsam bei bestem Wetter einen schönen und sportlich fairen Vormittag ausklingen“.

Am Sonntag kommt es zum Duell zwischen Dreiborn und DoRi

In der Kreisliga B1 hat Füssenich-Geich am Sonntag den Sprung aus den Abstiegsrängen geschafft. 5:0 besiegte das Team auswärts den SV Metternich und rutschte am SC Wißkirchen II vorbei, der bei Inter Euskirchen mit 3:5 unterlag. Füssenich hat zwar nun einen Punkt mehr als Wißkirchen, aber auch ein Spiel mehr bestritten. Beide Mannschaften müssen noch gegen Roitzheim ran, Wißkirchen bekommt es zunächst aber mit der SG Billig/Veytal zu tun, die noch um den Aufstieg kämpft.

Und am letzten Spieltag könnte es dann zum Endspiel in Füssenich kommen. Apropos Aufstieg: Bliesheim hat aktuell vier Punkte Vorsprung auf Bürvenich/Schwerfen/Sinzenich (hat nur 0:0 in Dom-Esch gespielt) und Billig, Bürvenich hat aber noch ein Spiel mehr als die Kontrahenten zu bestreiten.

Dollendorf mit schwerem Restprogramm

In der Kreisliga B2 hat der FC Dollendorf-Ripsdorf durch den 5:0-Sieg am Freitag in Firmenich vorgelegt und konnte am Sonntag dann ganz entspannt vernehmen, dass der ärgste Konkurrenz um den direkten Aufstiegsplatz, die SG Hellenthal, beim TuS Dreiborn gepatzt hat. Drei Spieltage vor Schluss beträgt der Vorsprung von DoRi sechs Punkte.

Allerdings hat es das Restprogramm in sich, denn es geht noch gegen zwei Mannschaften, die Platz zwei erreichen können, der die Teilnahme am Entscheidungsspiel um den Aufstieg bedeutet. DoRi trifft zunächst auf Dreiborn und dann auf Keldenich/Scheven. Mit Rotbachtal/Strempt am letzten Spieltag wartet auch kein leichter Gegner.

Drei Mannschaften sind noch im Rennen um Platz 2. Dreiborn hat durch den Sieg gegen Hellenthal die Chance gewahrt. Wäre das Spiel andersherum ausgegangen, hätte das das Aus bedeutet. Allerdings: Dreiborn hat nur noch zwei Spiele zu bestreiten, Hellenthal und Keldenich/Scheven jeweils drei. Hellenthal (gegen Firmenich) und Keldenich (gegen Houverath/Mutscheid) bekommen es jetzt zunächst mit Mannschaften im Abstiegskampf zu tun.

Denn auch der ist in der Kreisliga B2 noch spannend. Vier Teams sind involviert: Firmenich (17 Punkte), Houverath/Mutscheid und Dahlem-Schmidtheim II (je 16 Punkte) sowie Schönau II (13 Punkte). Zwei dieser Mannschaften steigen ab. Teilweise spielen sie noch gegen Aufstiegsaspiranten, aber auch gegeneinander.

Firmenich bekommt es nicht nur mit Hellenthal zu tun, sondern am letzten Spieltag mit Dahlem, Houverath hat nicht nur Keldenich als Gegner, sondern am letzten Spieltag Schönau II. Dahlem hat als einen der Kontrahenten auch noch Dreiborn. Das verspricht Spannung, Spaß und Schokolade, für manche aber in der Bitter-Variante.

Mechernich II steht vor dem Aufstieg in die Kreisliga B

In der Kreisliga C1 ist es ebenfalls noch etwas kompliziert. Blessem II und der ETSC haben (die drei ETSC-Punkte aus dem Dom-Esch-Spiel schon eingerechnet) einen gewaltigen Vorsprung. Aber anstatt den Aufstieg perfektmachen zu können, hat Blessem spielfrei. Euskirchen könnte sich mit einem Sieg gegen Niederelvenich-Mülheim-Wichterich der Verfolger Bessenich III (bei Frauenberg II) und Weilerswist II (bei Dom-Esch II) entledigen. Aber selbst bei einer Frauenberger Niederlage wäre der ETSC theoretisch noch nicht aufgestiegen, weil Frauenberg ein Spiel weniger hat und auch noch auf den ETSC trifft. Das Hinspiel endete 4:1 für den SVF. Direkter Vergleich und so...

In der Kreisliga C2 steht die TuS Mechernich II vor dem Aufstieg, der mit einem Sieg beim SSC Satzvey besiegelt wäre. Dahinter besteht noch ein wenig Restspannung. Flamersheim/Kirchheim II hat zwar einen Punkt Vorsprung vor Rotbachtal/Strempt II und fünf vor Arloff/Kirspenich, aber nur noch zwei Spiele zu bestreiten, die beiden Kontrahenten jeweils drei. FlaKi II fährt am Sonntag zu Bürvenich II, Rotbachtal II zu Kommern II und Arloff hat ein Heimspiel gegen Billig II.

In der Kreisliga C3 hätte Dollendorf-Ripsdorf II aufsteigen können, wenn sie a) gewonnen und b) Kommern verloren hätte. Genau das Gegenteil ist eingetreten. DoRi verlor in Weyer 2:3, Kommern gewann gegen Keldenich II 6:1. Und jetzt wird es noch mal spannend. DoRi hat nur noch einen Punkt Vorsprung vor Kommern. Dahinter lauert Oleftal mit sechs Punkten Rückstand, die SG hat aber drei Spiele weniger absolviert, darunter zwei Nachholspiele. Und die SG trifft auch noch auf die beiden anderen Aufstiegskandidaten.