Schönau II deklassiert überraschend Keldenich-Scheven. Verletzungsbedingter Spielabbruch bei Nöthen-Pesch-Harzheim gegen Rotbachtal/Strempt.
Kreisliga-KolumneBillig/Veytal springt nach Sieg in Füssenich auf Rang zwei

Nicht zu stoppen ist hier Billgs Kapitän Raphael Effen.
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TB-SV Füssenich-Geich – SG Billig/Veytal 1:4 (1:1). Die einen wollen nicht absteigen, die anderen spielen um den Aufstieg. Gesamttabellarisch war die Partie zwischen der TB-SV und der SG eine klare Sache: Der Dritte gastierte beim – lässt man die zurückgezogenen Zweitvertretungen von Bessenich und Erftstadt-Lechenich außer Acht – Tabellenletzten. Allerdings: Vor der Partie stand die Heimelf in der Rückrundentabelle mit einem Punkt Vorsprung vor den Gästen, die alle vier Pflichtspiele im April verloren hatten.
Dass Billig/Veytal etwas gutzumachen hatte, sah man schon nach anderthalb Minuten. Da hätte die SG nämlich durchaus 2:0 führen können. Nach 20 Sekunden schlenzte Dennis Küpper einen Ball an den Pfosten. Eine Minute später rettete das Aluminium bei einem Schuss von Jannik Koch erneut. „Wenn wir vorne die Dinger machen, ist das Spiel schnell entschieden“, sagte Billigs Co-Trainer Benjamin Wiedenau. Füssenich-Geichs Trainer Axel Sendscheid gab zu: „Billig hätte hier nach zehn Minuten 3:0 führen können.“
Billig/Veytal nutzt Konfusion im Strafraum aus, Füssenich-Geich nicht
Stattdessen führten die Gäste nach elf Minuten nur 1:0 – und das auch eher überraschend. Eine unübersichtliche Situation im Füssenicher Strafraum schien eigentlich geklärt. Doch der Ball fiel Simon Hutter vor die Füße, der irgendwie den Führungstreffer erzielte. Sinnbildlich für die aktuelle Lage: Eine ähnlich konfuse Situation gab es 25 Minuten später auf der anderen Seite. Doch Füssenichs Viktor Loznytsia war gleich mehrfach nur zweiter Sieger gegen Billigs Schlussmann Peter Weber, bis Philipp Barg endgültig klärte.

Sinnbild für die Füssenicher Situation: Viktor Loznytsia (in Grau) hat in dieser Szene gleich mehrfach die Führung auf dem Fuß.
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Es wäre die 2:1-Führung für Füssenich gewesen, nachdem David Dams einen langen Ball erst am herausstürmenden Weber vorbeigespitzelt und dann ins leere Tor geschoben hatte (33.). Es war die beste Phase der Gastgeber, die ab der 20. Minute mehr vom Spiel hatten – zumindest für den Rest der ersten Hälfte.
Freistöße von Maurice Diefenthal waren brandgefährlich
Doch in der zweiten Halbzeit ließ Füssenich die bisher gezeigte Kompaktheit in der Defensive vermissen, Billig drehte auf. „Wir waren offenbar zu euphorisch“, vermutete Sendscheid. Nach einem Freistoß von Maurice Diefenthal hielt Benedikt Hannewald den Fuß hin und schob den Ball gegen die Laufrichtung von Torwart Gregor Nellen ins Netz (53.). Sechs Minute später war Küpper auf außen durch und schlenzte den Ball an Nellen vorbei ins Tor, der vollkommen frei stehende Hutter musste nicht mehr eingreifen. Einen Freistoß verwandelte Diefenthal nach vorangegangenem Foul an Küpper direkt (70.). Da war das Spiel dann gelaufen. Lediglich Füssenichs Sinan Hannes sah noch Gelb-Rot nach wiederholtem Foulspiel. „Wenn wir einmal ins Rollen kommen, sind wir schwer zu stoppen“, sagte Wiedenau.
Was die Aufstiegschancen angeht, war er realistisch. Zwar ist Billig/Veytal wieder an Bürvenich/Schwerfen/Sinzenich vorbeigezogen. Doch der Kontrahent hat nur einen Punkt weniger – und noch zwei Spiele mehr zu absolvieren. „Wir werden unsere Hausaufgaben erledigen und müssen dann auf andere hoffen“, so Wiedenau. Für Füssenich-Geich läuft alles auf das Endspiel gegen den Abstieg gegen Wißkirchen II hinaus. Das Duell findet am letzten Spieltag, 7. Juni, um 15.15 Uhr auf dem Rasenplatz in Füssenich statt.
Keldenich/Scheven dürfte von Pawel Hoppe geträumt haben
Bei einigen Ergebnissen vom Wochenende waren wohl auch die Schiedsrichter überrascht, die die Ergebnisse in das offizielle System des DFB übertragen müssen. So wurde dem TSV Schönau II zunächst ein Treffer unterschlagen: 6:2 anstatt 7:2 stand im Ergebnisdienst. Dabei zählt für das Team von Trainer Sven Gräbe doch jeder Punkt und vielleicht auch jeder Treffer im Abstiegskampf. Aktuell hat man zwei Punkte Rückstand auf Dahlem-Schmidtheim II auf dem rettenden Platz. Schönau hat ein Torverhältnis von minus 28, Dahlem eines von minus 27.
Die 2:7-Niederlage von Keldenich/Scheven hatte wohl zwei Dinge zur Folge: Das Team von Trainer Michael Nelles dürfte in der Nacht von Schönaus Urgestein Pawel Hoppe geträumt haben, der zwischen der 12. und 73. Minute für vier der sieben Tore verantwortlich war und auch noch das 7:2 von Kai Marc Fessel vorbereitete – und die SG hat im Aufstiegsrennen einen herben Rückstand erlitten.
Verletzungsbedingter Spielabbruch nach Gehirnerschütterung
Die zweite Verwirrung gab es in Schöneseiffen, wo die heimische Zweitvertretung gegen Kommern 0:7 verlor. Auf der offiziellen Seite stand allerdings ein 7:7 (das es so auch in die Zeitung geschafft hat). 14 Tore! Der dritte Punkt für den sieglosen SV Schöneseiffen II in dieser Saison! Rückschlag für Kommern! Allerdings ist alles gut. Schnappatmung nicht mehr nötig. Mittlerweile steht auch das richtige Ergebnis auf der DFB-Homepage.
Abgebrochen werden musste die Partie zwischen der Spielvereinigung Nöthen-Pesch-Harzheim und der SG Rotbachtal/Strempt, und das kurz vor Schluss. Ein Spieler der Gastgeber war unglücklich gestürzt und klagte danach über Kopf- und Nackenschmerzen. Ein Rettungswagen wurde gerufen, der Spieler behandelt. „Da es für beide Mannschaften um nichts mehr geht, haben wir entschieden, das Spiel abzubrechen“, sagte Volker Schwermann von der Spielvereinigung auf Anfrage. Die beiden Vereine haben besprochen, dass das Spiel mit 1:0 für Rotbachtal (so stand es zum Zeitpunkt des Abbruchs nach einem Eigentor von Nöthens Kai Zinken) gewertet wird und hoffen, dass die Staffelleitung und das Sportgericht dem folgen. Der Nöthener Spieler erlitt eine Gehirnerschütterung.
Fünf Platzverweise gegen den TuS Dom-Esch II
Auffallend war noch ein weiteres Spiel: In der Partie Euskirchen Türk Gencligi gegen TuS Dom-Esch II verteilte der Schiedsrichter fünf Platzverweise gegen die Gäste. Den ersten gegen Dom-Esch II gab es kurz vor dem Halbzeitpfiff, die anderen vier, darunter eine glatt Rote, in der 90. Minute und der Nachspielzeit. Kurz zuvor hatte Türk Gencligis Abdullah Gül per Foulelfmeter den 2:1-Siegtreffer erzielt.
Verärgerung über einen Unparteiischen gab es auch in Arloff. In der 16. Minute blockte ein Spieler von Mechernich II einen Ball im eigenen Strafraum mit der Hand. Es existiert sogar Videomaterial von dem Vorfall. Doch die Pfeife des Schiedsrichters in diesem Duell um den Aufstieg bliebt stumm. Statt eines Strafstoßes für Arloff-Kirspenich beim Stand von 0:0 wurde weitergespielt, Gästespieler Marcel Zahn gelang in der sechsten Minute der Nachspielzeit das Tor des Tages.

