Abo

A-Junioren-MittelrheinpokalEin Hauch von Champions League in Kuchenheim

3 min
JSG-Spieler Mamadou Diaby (M.) mit dem Ball in die Tiefe. Zwei Gegenspieler bedrängen ihn, im Hintergrund gestikuliert der Schiedsrichter.

Spielt einen Ball in die Tiefe: JSG-Spieler Mamadou Diaby (M.).

Bezirksliga-Spitzenreiter JSG Erft 01 Euskirchen empfing in der zweiten Runde des Verbandspokals den Mittelrheinliga-Zweiten Bonner SC.

JSG Erft 01 Euskirchen – Bonner SC 1:5 (1:1). „Natürlich wären wir gerne weitergekommen, aber wir können sehr stolz auf unsere Leistung sein“, resümierte JSG‑A‑Junioren‑Trainer Marcel Schmitz nach der 1:5-Niederlage in der zweiten Runde des U19‑Verbandspokals. Unter Flutlicht auf dem Kuchenheimer Kunstrasen traf seine Mannschaft auf den Bonner SC. Die Ausgangslage versprach Spannung: Während die Gastgeber nach drei Rückrundensiegen als Bezirksliga-Tabellenführer in das Heimspiel mit „Champions‑League‑Atmosphäre“ gingen, reiste Bonn als Zweiter der Mittelrheinliga mit der Empfehlung einer Fünf‑Spiele‑Siegesserie an. Die Partie hielt, was die Ausgangslage versprach: Ein intensives Duell zweier formstarker Mannschaften, das über weite Strecken auf Augenhöhe verlief.

JSG-Erft-Spieler Aaron Mertens mit dem Ball ab Fuß, von hinten stößt ihn ein Gegenspieler.

Erzielte das einzige Euskirchener Tor Aaron Mertens (r).

Mutig startete die JSG in die von Marcel Schmitz im Vorfeld als Bonusspiel eingeordnete Partie und setzte den Favoriten von Beginn an unter Druck. „Wir haben eine verdammt gute erste Halbzeit gespielt, waren von Anfang an präsent, haben unseren Plan sehr gut umgesetzt und den BSC nicht ins Spiel kommen lassen“, bilanzierte der Coach. Die frühe Führung durch JSG-Stürmer Aaron Mertens (15.) nach „tollem Ballgewinn“ war die logische Konsequenz, ehe der Gegner die laut Schmitz erste sich ihm bietende Chance zum Ausgleich nutzte (24.). „Schade, aber ein tolles Halbzeitergebnis“, so der Erft-Coach, der in Hälfte zwei an die mutige, offensive Spielweise anknüpfen wollte.

Marcel Schmitz kritisiert Entscheidung des Schiedsrichters

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Ein aus Schmitz' Sicht umstrittener Elfmeter brachte die Gäste in Führung: „Foulelfmeter zu geben war eine absolute Fehlentscheidung. Das haben selbst die Bonner gesagt.“ Seine Spieler, die sich im weiteren Verlauf zwei „Riesenchancen“ zum Ausgleich erarbeiteten, ließen diese ungenutzt. „Eine müssen wir machen, dann steht es 2:2“, haderte der JSG-Coach. Im Gegenzug führte eine Unachtsamkeit in den Reihen der Nulleinser zum 1:3 – der Knackpunkt in der Partie, der seinen Spielern „ein bisschen den Stecker gezogen“ habe, befand Schmitz. Umschaltmomente über seine „superschnellen Schienenspieler“ nutzte der BSC konsequent und erhöhte in der Schlussphase gegen weiter mutig nach vorne spielende JSG-Akteure auf 5:1.

Trotz der deutlichen Niederlage will Schmitz die Leistung seiner Mannschaft nicht am Ergebnis festmachen: „Das liest sich klarer, als es war. Wir waren niemals vier Tore schlechter. Im Gegenteil: Wir haben das Spiel lange Zeit offen gehalten. Am Ende machen Nuancen den Unterschied. Das Manko war leider wieder einmal unsere Chancenverwertung.“ Lobend hob er hervor, dass seine Schützlinge die offensive Spielidee auch gegen den ambitionierten Mittelrheinligisten, dessen Spieler sich durch eine hohe individuelle Qualität auszeichnen, durchsetzen konnten: „Das zeigt, dass unser Plan funktioniert und wir auch gegen höherklassige Gegner mithalten können.“