Sportlerwahl 2021Siegreiche Underdogs aus Dahlem

Siegreich im Pokalfinale: Die JSG Zwanzig-18 aus der Gemeinde Dahlem setzte sich im A-Jugend-Pokalfinale gegen die JSG Mechernich/Feytal/Weyer durch.
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Dahlem-Schmidtheim – Ein bisschen waren sie schon überrascht, die Jungs von der A-Jugend der JSG Zwanzig-18, als bekannt wurde, dass sie für die Wahl zur Mannschaft des Jahres im Kreis Euskirchen ausgewählt wurden, doch irgendwie auch nicht. Denn die vermeintlichen Underdogs aus der Eifel hatten sich in einem packenden Endspiel den Kreispokal gegen die JSG Mechernich/Feytal/Weyer mit 5:2 gesichert und auf dem Weg dorthin auch höher eingeschätzte Mannschaften aus dem Wettbewerb geworfen.
Das Endspiel um den Pokal, das in Eiserfey stattfand, hatte es in sich. Nachdem die Heimmannschaft in Führung gegangen war, konnten die Zwanzig-18er aus Dahlem das Spiel drehen und führten zur Halbzeit mit 2:1. Nach der Pause wurde das Spiel zunehmend hektisch, sodass ein Spieler der Dahlemer Mannschaft die Rote Karte sah. Über 40 Minuten spielte Zwanzig-18 in Unterzahl und konnte doch schließlich den Pokal für sich entscheiden.
Jungs sind Eigengewächse
„Wenn das Geläuf gut ist, dann können wir Ball und Gegner laufen lassen“, bemüht Christian Lenz schmunzelnd einige Fußballklischees. Mit Marco Wassong trainiert er den 2003er-Jahrgang der JSG, obwohl, wie er sagt, es keine klare Jahrgangsmannschaft sei. „Wir haben nicht das Luxusproblem, dass die Spieler hier vorstellig werden“, sagt er. Stattdessen seien die Jungs alles Eigengewächse.
Lenz und Wassong trainieren die Mannschaft, seit die JSG Zwanzig-18 vor vier Jahren mit Marmagen/Nettersheim ins Leben gerufen worden ist. Die Zusammenarbeit hat auch Vorteile. So kann die Mannschaft auf den Sportplatz in Nettersheim ausweichen, wenn, was im Winter schon einmal vorkommen kann, der heimatliche Kunstrasenplatz in Schmidtheim wegen Schnee nicht bespielbar ist.
Trainerjob ist Ehrensache
„Christian hat die Trainerlizenz, ich war der bessere Fußballer“, sagt Wassong lächelnd. Je älter die Jungs würden, desto mehr sportliches Futter bräuchten sie. Für ihn ist der Trainerjob Ehrensache, ist doch auch sein Sohn in der Mannschaft aktiv. „Es macht Bock, wenn man sieht, wie die sich fußballerisch entwickeln“, erzählt er.
Die gute Ausbildung der jungen Fußballer sei wichtig. „Das ist das letzte Jahr, bevor sie zu den Senioren gehen“, sagt er. Es sei wichtig für die Seniorenmannschaften, diesen Unterbau zu haben. „Wenn man keine Jugend hat, geht es nicht weiter“, betont er. Es sei enorm, wie gut es den Nachwuchsspielern mittlerweile gelinge, sich über 90 Minuten zu konzentrieren, ergänzt Lenz. „Auch der Anspruch der Jungs an sich selber ist gewachsen“, hat er beobachtet.
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Gerade in den Pokalspielen sei es immer schwieriger geworden, erinnert sich Wassong. „Wir haben uns aber gut durchgesetzt. Und wir hatten Glück“, gibt er zu. Nun spielt das Team in der Sonderstaffel um die Kreismeisterschaft. „Ziel ist das Double“, gibt Christian Lenz die Marschrichtung vor. Es sei schließlich totaler Quatsch zu sagen, man wolle Dritter werden, wenn ein Sieg möglich sei. Wichtig sei nur: „Fair geht immer vor. Lieber fair verlieren, als unfair gewinnen!“


