Der Darts-Verein aus Kall-Sötenich hat ambitionierte Ziele. Aber auch in der Gegenwart feiert er bereits beachtliche Erfolge.
Sportlerwahl 2025Die Flying Bulls Sötenich treffen ins Schwarze

So sehen Sieger aus: die Mannschaft der Flying Bulls Sötenich.
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Es ist die Trendsportart Nummer eins: Darts. Die Preisgelder steigen, Spieler werden zu Stars, und die Weltmeisterschaften sind längst TV-Events mit Millionenpublikum. Auch im Kreis Euskirchen hat der Boom längst Einzug gehalten. Im Südkreis hat sich ein Club an die Spitze gesetzt, der sich ganz dem beliebten Präzisionssport verschrieben hat: die Flying Bulls aus Sötenich.
Der Dart-Boom in der Eifel ist noch jung – und seine Anfänge eher bescheiden. 2022 riefen die Olefer Junggesellen erstmals zur Austragung der Schleidener Stadtmeisterschaften im Steeldart auf. Was als lokales Spaßturnier begann, wurde rasch zum Magnet: Aus anfangs 128 wurden inzwischen 224 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das Turnier entwickelte sich zum Treffpunkt der regionalen Dart-Szene – und wurde zur Geburtsstätte einer Idee: der Gründung einer eigenen Liga.
2024 startete der Darts-Ligabetrieb im Kreis Euskirchen
2024 startete schließlich der offizielle Ligabetrieb – zweigleisig, aufgeteilt in Nord und Süd, unter den Namen ESD-Liga und AKS-Liga. Der Zuspruch war so groß, dass die Ligen schon nach der Premierensaison 2025 aufgeteilt werden mussten, weil etliche Clubs gleich mehrere Mannschaften gemeldet hatten.
Im Südkreis Euskirchen ist Sötenich heute eines der Zentren des regionalen Dartsports. Neben dem SV Sötenich, der inzwischen zwei eigene Teams stellt, sind die Flying Bulls zum Aushängeschild geworden. Sie beendeten die vergangene Saison in der AKS-Liga souverän als Tabellenerster – angeführt von ihrem Captain Leon Ebmeier, der nicht nur als Mitorganisator der Liga fungiert, sondern auch zu den besten Spielern der Region zählt.
Leon Ebmeier warf in der Liga elfmal die 180
Ebmeier warf in der Liga elfmal die 180 – das Maximum mit drei Darts – und gewann zudem vor zwei Wochen zum dritten Mal in Folge die Schleidener Stadtmeisterschaften.
Der Erfolg hat in Sötenich eine längere Vorgeschichte. „Wir haben 2016 angefangen, uns einmal pro Woche zum Werfen zu treffen“, erinnert sich Dieter Hammes, Mitgründer des Clubs. „Anfangs waren wir nur ein paar Leute – drei, vier Jahre später war Darts bei uns ein richtiges Ding.“ Viele der Spieler reisen regelmäßig zu Turnieren in der Region. Mit der Gründung der beiden Kreisligen habe die Entwicklung endgültig Fahrt aufgenommen. „Keiner hätte gedacht, dass so viele mitmachen“, sagt Hammes.
Die Ligen im Kreis Euskirchen sind keinem Verband angeschlossen
Wie die Ligen selbst sind auch die Flying Bulls keinem Verband angeschlossen. „Wir sind ein eigenständiger Club“, betont Hammes. Zwölf aktive Mitglieder gehören aktuell zur Mannschaft, darunter noch zwei Gründungsmitglieder. Eine zweite Mannschaft ist bereits in Planung.
„Der Sport macht einfach Spaß – man trifft immer neue Leute“, erklärt Hammes die Faszination. Außerdem erfordere Darts volle Konzentration: „Jeder muss ständig rechnen. Und wenn du das letzte Doppel nicht triffst, verlierst du.“ Im englischen Sprachraum ist dieses Phänomen als „Double Trouble“ bekannt – und jeder Spieler kennt es.
Leon Ebemeier wollte sich eigentlich eine internationale Tourcard erspielen
Der stärkste Spieler der Flying Bulls ist unbestritten Leon Ebmeier. Dass er kürzlich erneut die Stadtmeisterschaften gewann, war allerdings nicht geplant. Nach einer Verletzung wollte er ursprünglich gar nicht antreten, sondern das im Vorjahr gewonnene Ticket für die PDC Q-School nutzen – die Qualifikationsserie, über die sich Spieler eine Tourcard für die internationalen Profiturniere erspielen können.
Doch als am zweiten Turniertag kurzfristig mehrere Teilnehmer absagten, entschied sich Ebmeier spontan, es doch zu versuchen – trotz Verletzung. Mit überwältigendem Erfolg: Er holte sich zum dritten Mal in Folge den Titel und bewies einmal mehr, warum er zu den besten Dartspielern der Region zählt.
Die Flying Bulls sind längst mehr als eine Freizeittruppe. In Sötenich treffen sich Amateure, junge Talente und Routiniers – verbunden durch denselben Spaß am Spiel. Und sie haben ehrgeizige Pläne: eine zweite Mannschaft, Nachwuchsarbeit und den Sprung in den offiziellen Verbandsbetrieb.

