Abo

Meisterschaft in SchleidenDarts boomt im Kreis Euskirchen – Es gibt schon vier Ligen

4 min
Das Bild zeigt einen Darter beim Werfen der Pfeile.

Volle Konzentration ist auch bei der Schleidener Stadtmeisterschaft erforderlich – sonst wird's nichts mit der Finalrunde.

224 Darter traten bei der ersten Runde der Schleidener Stadtmeisterschaft an. Die Finalrunde wird am kommenden Wochenende ausgetragen.

Die Tage rund um den Jahreswechsel gehören dem Darts. Bei der   Weltmeisterschaft im legendären Ally Pally London sowieso, aber auch in der Eifel. Während die WM schon vorbei ist und mit Luke Littler der Champion feststeht, kommt bei der Schleidener Stadtmeisterschaft das Spannendste noch. Nach der Vorrunde an diesem Wochenende steht am Samstag und Sonntag, 10. und 11. Januar, die Finalrunde auf dem Programm.

Darts fasziniert immer mehr Menschen. Und so ist die Stadtmeisterschaft, die in diesem Jahr zum fünften Mal ausgetragen wird, mittlerweile zum Szenetreff der Eifeler Dartsspieler geworden. Was sich auch in der Teilnehmerzahl niederschlägt. Waren es im vergangenen Jahr 180 Teilnehmer, die sich beim Veranstalter, dem Junggesellenverein Olef anmeldeten, so wuchs das Feld, das im Bürgerhaus in Herhahn antrat, in diesem Jahr auf 224 an.

Doch es hätten noch viel mehr sein können, sagte JGV-Vorsitzender Lars Griskewitz: „Wir hatten über 300 Anmeldungen für die Veranstaltung.“ Um nicht mehr als 120 Dartsspielern eine Absage erteilen zu müssen, sei der Modus noch einmal kräftig überarbeitet und das Maximum von 180 nach oben korrigiert worden. Aber: „224 Spieler ist das Maximum, das der Spielort und der Spielplan vertragen.“

Sieger der vergangenen beiden Meisterschaften musste absagen

Um den Ansturm bewältigen zu können, wurden mehr Partien in den Vorrunden angesetzt. 224 Spieler verteilten sich auf 32 Gruppen zu je sieben Spielern, die gegeneinander antraten. Die drei Erstplatzierten jeder Gruppe kommen weiter, so dass am nächsten Samstag 96 Teilnehmer zur zweiten Gruppenphase antreten. „Wenn wir da ein K.o.-System angesetzt hätten, müssten viele Leute bereits nach einem Spiel nach Hause fahren“, erläuterte Griskewitz.

32 Gruppen zu je drei Spielern gebe es daher, die ihre Sieger ausspielen. Die treten am Sonntag im Finale an – dann geht es im K.o.-System bis zum Endspiel.

Blick in das voll besetzte Bürgerhaus mit mehreren Dart-Scheiben.

Das Familientreffen der Dartsszene findet zum Jahresbeginn im Herhahner Bürgerhaus statt. Wegen des Andrangs haben die Organisatoren jedoch einigen Spielern absagen müssen.

Mehrere Männern in weißen Hemden sitzen und stehen in einem Zimmer und blicken in die Kamera.

Organisiert wird das Turnier von den Olefer Junggesellen.

Eines steht bereits fest: Der Sieger der vergangenen beiden Meisterschaften wird nicht auf dem Siegertreppchen stehen. Leon Ebmeier, Schleidener Stadtmeister 2024 und 2025, musste verletzungsbedingt absagen. Er will den Preis, den er im vergangenen Jahr gewonnen hat, in der kommenden Woche einlösen. Er hatte sich ein Ticket für die PDC Q-School erspielt, über die sich Dartsspieler eine Tourcard für die Profi-Turniere erspielen können. Auch in diesem Jahr gibt es für den Sieger von Herhahn wieder ein Ticket für die Qualifikationsrunde im kommenden Jahr zu gewinnen.

Eifeler Darter und Fans schauten sich gemeinsam das WM-Finale an

Ein besonderes Schmankerl hatten die Organisatoren schon für den ersten Vorrundenspieltag vorbereitet – wobei sich das fast von selbst versteht: Logischerweise schauten die Eifeler Darter und Fans das WM-Finale zwischen Luke Littler und Gian van Veen gemeinsam im Dorfsaal.

Denn die Stadtmeisterschaft, deren Teilnehmer längst nicht nur aus der Stadt Schleiden kommen, ist auch so etwas wie ein Familientreffen der Darter. Schließlich gebührt dem JGV Olef die Ehre, mit seiner Veranstaltung die Initialzündung für die Eifeler Dartsligen gegeben zu haben. Und die wachsen ständig weiter. Nach dem erfolgreichen Start wetteifern die Darter im Kreis Euskirchen bereits in vier Ligen gegeneinander, jeweils zwei im Süd- und im Nordkreis.

„Darts boomt ohne Ende“, sagte Christian Butzke. Er leitet die Dartsabteilung des SV Sötenich mit zwei Mannschaften. Eine dritte sei angesichts der hohen Nachfrage in der Überlegung, doch da gebe es ein Problem. „Wir bekommen ein neues Sportlerheim und haben deshalb unseren Spielort verloren“, sagte Butzke. Derzeit wird in der alten Fußballumkleide gespielt. „Wenn das Heim fertig ist, haben wir wieder einen schönen Spielort. Dann können wir das auch mit der dritten Mannschaft angehen.“

42 Mannschaften spielen inzwischen in den vier Eifeler Ligen

Fußball sei in Sötenich eben nicht mehr das Nonplusultra, so Butzke, der auch Kapitän der zweiten Mannschaft ist. Jedenfalls nicht direkt. Denn eines sei beim SVS auffällig: „Alle Darter sind ehemalige Fußballspieler und haben vorher bei den Alten Herren gespielt.“ Denn der Sport biete die Möglichkeit, ohne viel Training weiter die Gemeinschaft zu leben.

42 Mannschaften spielen inzwischen in den vier Eifeler Ligen um die Titel. Man sei dabei komplett eigenständig und wolle das auch bleiben, betonte Ingo Höger, Leiter der ersten Schleidener Liga: „Das soll eine Freizeitliga bleiben.“

Einer der Clubs mit den meisten Mitgliedern im Kreis ist der Dartsclub Stotzheim. 57 Darter seien dort Mitglied, so der Vorsitzende Christian Kessen. Allein die Stotzheimer Darter haben vier Mannschaften, die am Ligabetrieb teilnehmen. „Es ist eine große Community“, so Kessen. „Darts sind in der Eifel angekommen, und es hat hier auch eine Zukunft“, sagte Butzke.