Abo

Sportlerwahl 2025Markus Mey aus Morsbach war nach der Zwangspause erfolgreich

3 min
Markus Mey trägt beim Laufen eine Kappe mit dem Schirm nach hinten und hält in einer Hand eine Trinkflasche.

Das Jahr und er selbst sind gut gelaufen: Markus Mey.

Für Markus Mey aus Schleiden-Morsbach hieß es 2025: „Weniger ist mehr“. 20 Wettkämpfe absolvierte der Dauerläufer aber dennoch.

6600 Laufkilometer, 200 Stunden Aquajogging, 20 Wettkämpfe mit Distanzen zwischen 3,5 und 73,9 Kilometern. Zahlen, die beeindrucken und Markus Meys Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Ebenfalls beeindruckend: seine Titelsammlung. Auch 2025 sahnte der vielfache deutsche Seniorenmeister kräftig ab: Einzel- und Mannschaftsgold, Silber, Bronze bei Deutschen Meisterschaften sowie Gesamt- und Altersklassensiege – Mey krönte jeden Lauf mit Edelmetall. Und das, obwohl das Jahr ihn auf eine harte Probe stellte.

Eine hartnäckige Verletzung, ausgelöst durch das ehrgeizige 2024er-Projekt „Fünf Marathons in 35 Tagen jeweils unter drei Stunden“, zwang ihn zunächst zur Laufpause. „Man hält sich für unkaputtbar und lässt sich zu so einem Blödsinn hinreißen“, blickt der Vielstarter selbstkritisch zurück. Doch die Verletzung nutzte er als Chance. Muskelpartien, die beim Laufen vernachlässigt werden, trainierte er gezielt. Im April wagte Mey das Comeback. Und was für eines: Er wurde Vizemeister in seiner Altersklasse M50 bei den Deutschen Marathon-Meisterschaften in Hannover. Sein Motto für 2025: „Weniger ist mehr.“ Statt wie früher 16 Marathons, absolvierte er „nur“ sieben.

Altersklassensieg beim größten Landschaftslauf Europas

Drei Rennen machen den Morsbacher besonders stolz: Im Mai triumphierte er beim legendären Rennsteiglauf in Thüringen, dem größten Landschaftslauf Europas. Über 73,9 Kilometer und 1.874 Höhenmeter holte er nicht nur den Altersklassensieg, sondern verbesserte auch seine Vorjahreszeit um satte 15 Minuten. Und das, obwohl lange Läufe nicht zu seiner Spezialdisziplin gehören: „Ich laufe lieber schnelle, etwas kürzere Distanzen und bin immer froh, wenn ein langer Lauf vorbei ist“, erklärt der Allrounder. Den Grundstein für diese überragende Ausdauerleistung habe er bei seinen unzähligen Aquajogging-Kilometern in der Winter-Trainingsphase gelegt.

Im August folgte der Monschau-Marathon, der über 767 Höhenmeter durch heimisches Terrain führte. Um fünf Minuten unterbot der Lokalmatador seine Vorjahreszeit: Silber im Gesamtklassement. Ein Rennen, das unter die Haut ging: „Manchmal ist es nicht die Platzierung, sondern das Gefühl, das man bei einem Lauf hat.“

Über Strohballen, durch Schlamm und Sand zum einzigen Einzel-Titel

Meys drittes Highlight: die Deutschen Crosslauf-Meisterschaften im November in Darmstadt. Als ältester Läufer seiner Altersklasse ging der Eifeler mit Respekt an den Start der 6-Kilometer-Strecke. Die Konkurrenz? Hochkarätig: Unter den Startern waren die Deutschen Meister über 1500 und 5000 Meter. Vier kräftezehrende Runden führten über Strohballen, durch Schlamm und Sand. Mey behielt die Nerven: Mit cleverer Renntaktik und smarter Vorbereitung errang er den einzigen Einzel-Meistertitel des Jahres. „Es ist nicht selbstverständlich, in meinem Alter noch ganz vorn zu laufen. Die Konkurrenz wird immer stärker.“

2026 wechselt Mey in die Altersklasse M55 und plant, „als Jüngster in der Klasse dort für ein bisschen Wirbel zu sorgen“. Wer den Morsbacher kennt, weiß, was das heißt.


Die Nominierten der Sportlerwahl werden in lockerer Reihenfolge vorgestellt. Abgestimmt werden kann noch nicht. Sobald die Abstimmung freigeschaltet ist, wird die Redaktion das separat ankündigen.