Kai Karamouzas ist beim SSV Weilerswist nicht nur Leistungsträger, sondern auch Kapitän. Allerdings wird er nach der Saison kürzertreten.
Sportlerwahl 2025Kai Karamouzas ist beim SSV Weilerswist mehr als nur ein Leistungsträger

SSV-Kapitän Kai Karamouzas (r.) gewinnt das Laufduell gegen seinen Gegenspieler.
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Der Wert eines Spielers für eine Mannschaft zeigt sich vor allen Dingen dann, wenn es einmal nicht so läuft und schwierige Phasen zu überstehen sind. Dass es sich dabei nicht immer um eine sportliche Krise handeln muss, demonstrierte das Beispiel des SSV Weilerswist.
Im März des vergangenen Jahres verletzte sich Stürmer Patrick Hinsch beim Spiel in Hellenthal nach einem Zusammenprall mit dem gegnerischen Torhüter schwer, musste mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden und wurde ins künstliche Koma versetzt. „Wir wussten nicht: Wacht er überhaupt noch einmal auf? Wird er ein Härtefall, der im Rollstuhl sitzt“, berichtete sein Trainer Frederik Ziburske damals über die quälende Ungewissheit.
Kapitän hält Mannschaft nach Horrorszenario zusammen
Obwohl Hinsch das „Horrorszenario“ überlebt hat und die Geschehnisse nun fast ein Jahr zurückliegen, kann von Normalität oder völliger Unbeschwertheit im Verein nach wie vor keine Rede sein. „Es gibt bei uns Spieler, die seitdem nicht mehr auf dem Platz gestanden haben, weil sie den Vorfall noch nicht verarbeitet haben“, sagt der SSV-Coach, dem es ebenfalls nahegeht, wenn das Thema zur Sprache kommt.
Umso dankbarer ist er für den Umstand, dass es Akteure in seinem Team gibt, die ihm als Verantwortlichem damals unter die Arme gegriffen haben. „Einige Jungs haben mir, der noch nicht so lange als Trainer da war, extrem geholfen, die Mannschaft zusammenzuhalten. In diesen Momenten sieht man, auf wen man sich verlassen kann“, weiß Ziburske, der dabei vor allem seinen Kapitän Kai Karamouzas im Sinn hat.
Innenverteidiger seit vielen Jahren Leistungsträger beim SSV Weilerswist
Der Innenverteidiger ist seit vielen Jahren Leistungsträger in Weilerswist und hat knapp 250 Spiele absolviert. Das Toreschießen gehört nicht unbedingt zu den Lieblingsbeschäftigungen des Defensivstrategen, aber wenn er mal trifft, dann sind es stets wichtige erfolgreiche Abschlüsse.
Im Spitzenvergleich mit dem SV Sötenich gelang „Mouzi“ zum Beispiel in der Nachspielzeit das Führungstor. Nicht weniger intensiv bejubelt wurde sein 3:2-Siegtreffer im Derby gegen Vernich. Auf dem Platz ist der 33-Jährige laut Ziburske „ein harter Hund“, auch gegen sich selbst.
„Er hat sich einen Finger, der nach einem unglücklichen Zusammenprall ausgekugelt war, wieder eingerenkt. Das war nicht unbedingt vernünftig, zeigt aber seine Einstellung“, so der SSV-Trainer. Ab der kommenden Saison muss er auf Karamouzas aber verzichten. Der Kapitän möchte sich mehr um die Familie kümmern.

