Kreis Euskirchen – In Zukunft wird es an drei Punkten im Kreis jetzt noch schärfere Bilder von Autofahrern geben, falls sie die höchstzulässige Geschwindigkeit überschreiten. Und sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit zunächst nicht einmal bemerken, dass sie geblitzt worden sind. Dafür dürfte dann aber die Überraschung groß sein, wenn später der Bußgeldbescheid eintrudelt.
Drei moderne stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen wird der Kreis Euskirchen in den kommenden Tagen installieren lassen, zwei davon an neuen Standorten. Diese werden an der Kreuzung der B 266 mit der Enzener Straße in Obergartzem sowie in Euskirchen auf der L 264 (Frauenberger Straße) in Höhe der Einfahrt zur Mercator-Kaserne in Fahrtrichtung zur Autobahn 1 aufgestellt.
Digitale Beweissicherung
Es handelt sich um Messgeräte vom Typ „S 330“ der Firma Jenoptik Robot. Diese verfügen über digitale Beweissicherung. Die Messung der Geschwindigkeit erfolgt über in der Fahrbahn eingelassene Sensoren nach dem Prinzip der „Weg-Zeit-Messung“.
Die Geräte, so wirbt der Hersteller auf seiner Internet-Seite, seien mit „revolutionärem BlackFlash“ ausgestattet. Die Blitz-Technik im Infrarotbereich soll für das menschliche Auge nahezu unsichtbar bleiben. Das hat nach Angaben der Firma einen positiven Sicherheitsaspekt: Bei Geschwindigkeitsverstößen wird der Fahrer nicht geblendet und aufgeschreckt. Die digitale „Robot SmartCamera“ zeichne hochauflösende Bilder auf, mit denen Kennzeichen und Fahrer eindeutig identifizierbar seien.
Die Aufstellung der neuen „Blitzer“ in Obergartzem ist quasi die Ultima Ratio der Behörden. Mehrmals kam es dort in den vergangenen Monaten zu schweren Unfällen, am 23. März starb ein Mensch. Regelmäßig wird derzeit an dieser Stelle von Rasern die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern überschritten. Gemessene Geschwindigkeiten von 100, 120 und sogar 130 km/h seien keine Seltenheit, teilte Kreispressesprecher Walter Thomaßen mit. Außerdem sei bei Kontrollen festgestellt worden, dass die dort installierte Ampel vielfach ignoriert werde.
Durch das Zusammentreffen von Rotlichtmissachtung und überhöhter Geschwindigkeit des Querverkehrs sei es in der Vergangenheit zu den schweren Unfällen gekommen. Da dem Übel mit baulichen Veränderungen nicht beizukommen sei, bestehe nur in der konsequenten Ahndung der Vergehen eine Chance, die Gefahrenlage zu entschärfen. Die Messanlage werde unmittelbar vor der Kreuzung installiert, um zu erreichen, dass die Fahrer rechtzeitig bremsten. Die zweite neue „Blitze“ wird auf der Frauenbergerstraße (L 264) in Euskirchen in Fahrtrichtung A 1 in Höhe der Bushaltestelle Mercator-Kaserne aufgestellt. Dort werde häufig wesentlich schneller als die zulässigen 70 km/h gefahren. Walter Thomaßen: „Messungen des Landesbetriebs Straßenbau NRW haben ergeben, dass die durchschnittlich gefahrene Geschwindigkeit sogar 107 km/h beträgt.“
Mehr Sicherheit für Fußgänger
Es bestünden daher erhebliche Gefahren für Personen, die zur Bushaltestelle oder zur Kaserne queren müssten. Auch der Querverkehr der Kaserne soll dadurch sicherer werden. Die derzeit dort in Gegenrichtung installierte Messanlage vom Typ „TraffiPhot S“ wird im Zuge von Baumaßnahmen ebenfalls durch eine moderne „S 330“ ersetzt.
Die Anlagen kosten den Kreis übrigens nichts; denn die Firma Jenoptik stellt diese selbst auf und erhält dafür einen gewissen Anteil der anfallenden Bußgeldern. „In Bruchteilen von Sekunden“, so Thomaßen, gelangten die Aufnahmen über Datenleitungen zur Bußgeldstelle. Sabotage sei also nutzlos. Damit sollte eigentlich jeglicher Anreiz wegfallen, die Anlagen zu beschädigen. Sollte doch jemand sein Mütchen daran kühlen wollen, trägt den Schaden die Firma Jenoptik. Und die ist entsprechend versichert.
