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Heimatliebe„Die Eifel lässt einen nicht mehr los“

4 min

Es wird für Rosa schwer sein, eines Tages Abschied zu nehmen von der Eifel, ihrer Heimat.

Eifel – Mit Sicherheit kennen viele Jugendliche, die in der Eifel leben, die Langeweile, mit der sie an verregneten Nachmittagen und am Wochenende zu kämpfen haben. Abends kann man nirgendwohin gehen, tagsüber nirgendwo einkaufen, ohne das Auto benutzen zu müssen.

Auch sind irgendwann alle Unternehmungsmöglichkeiten abgeklappert. Die Tiere im Wildfreigehege sind alle gestreichelt, die Filme im Kino, die Serien im Internet alle schon gesehen. Im Gegensatz zu den Kindern und Jugendlichen, die in der Stadt leben, müssen junge Menschen, die in ländlich strukturierten Gegenden wohnen, einen unglaublichen Ideenreichtum entwickeln, was ihre Freizeitgestaltung betrifft.

So viele Gesichter

Ich habe mich ewig darauf gefreut, mit der Schule fertig zu sein, um endlich wieder in eine Stadt zu ziehen. Dort bin ich schließlich auch aufgewachsen. Damals beschlossen meine Eltern, aufs Land zu ziehen. Als Kind kam dort auch keine echte Langeweile auf, und wenn, dann ließ sie sich schnell beheben. Aber mit den Jahren wurde das anders. Irgendwann fing ich an, mich auf die Rückkehr in die Großstadt zu freuen, ich schmiedete mit Freunden Pläne für Wohngemeinschaften und gemeinsame Universitätsbesuche.

Jetzt stehe ich kurz davor, die Umzugskisten packen zu können, der Schulabschluss ist zum Greifen nahe. Und was ist? Ich finde ständig neue Gründe, die Eifel ein wenig mehr zu lieben.

Aber was heißt hier schon Eifel? Alle paar Kilometer verändert sich die Landschaft und somit das gesamte Erscheinungsbild. So unterscheidet sich das bergige Schleidener Tal vom Kreis Düren, dem Kermeter, wo es sanfte Hügel gibt. Auch ist die Vulkaneifel eine ganz andere als die Wacholdereifel bei Hillesheim. Es spielt keine Rolle, wo man sich hier hinbegibt, es ist überall anders und die Region ist erstaunlich vielseitig.

Die pralle Natur genießen

Meist fällt mir die Naturschönheit der Eifel auf, wenn ich mit den Hunden spazieren gehe und hinter einem scheinbar nicht endenden Berg grüne Wiesen oder bunte Mischwälder auftauchen. Bislang jedenfalls konnte ich mich noch nicht entscheiden, zu welcher Jahreszeit ich die Eifel am schönsten finde. Im Frühjahr, wenn alles von einem leichten grünen Flaum überzogen ist und die ersten Blumen ihre bunte Pracht zeigen, fühle ich mich ausgesprochen wohl.

Und wenn dann Bäume, Büsche und Blumen blühen und es allmählich wärmer wird, oder wenn das Laub in sämtlichen Rottönen leuchtet, dann genieße ich die pralle Natur. Vor allem der Herbst hat es mir angetan. Wenn überall haufenweise Blätter liegen, und die Wälder fast noch schöner anzusehen sind als im Sommer, weil es von gelben, roten, goldenen bis hin zu lilafarbenen Tönen alles gibt und manche Bäume aussehen, als ob sie brennen.

Jede Jahreszeit ist die schönste

Und dann gibt es noch den Winter. In der Eifel kenne ich viele, die sich als „Winterkinder“ bezeichnen. Menschen, die es lieben, sich mit Schals und Mützen einzupacken, durch den Schnee zu stapfen und sich später am Ofen aufzuwärmen. Eigentlich ist hier jede Jahreszeit die schönste.

Schon oft habe ich diese Sehnsucht nach der Eifel bei Freunden und Bekannten mitbekommen. Viele konnten gar nicht schnell genug wegziehen. In Berlin oder München angekommen, sehnten sie sich aber bald wieder zurück. Es gab auch diejenigen, die ursprünglich weg wollten, dann doch hier geblieben sind. Ich habe es nicht verstanden, aber allmählich sickert die Erkenntnis durch, dass auch ich bleiben will.

Eigentlich lässt es sich nicht beschreiben, aber es scheint, als ließe die Eifel einen nicht mehr los. Es ist kein Stolz und erst recht kein Patriotismus, den ich dieser Region gegenüber habe. Es ist eher eine gewisse Verbundenheit. Selbstverständlich will ich mich nicht in einer Blockhütte verschanzen, Pilze, Kräuter und Wurzeln sammeln und nur von der Natur leben. Ich möchte die Welt sehen. Menschen und Kulturen kennenlernen und Geschichten erleben.

Unbedingt will ich viele verschiedene Städte sehen! Und mit Sicherheit gibt es auch zahlreiche andere Orte, an denen es so schön ist wie hier. Die Hürde, Abschied zu nehmen, ist aber dennoch eine große. Es wird vermutlich nicht leicht werden, meiner Heimat den Rücken zu kehren.