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Appell an rasende Biker
Schilder gegen Lärm und zu hohes Tempo am Hollerather Berg

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Mit großformatigen Warnschildern bitten die Gemeinde Hellenthal und der ADAC die Motorradfahrer um geräuscharme Fahrweise.

Hellenthal-Hollerath – Die Probleme sind altbekannt, doch die Methoden, die dagegen eingesetzt werden, sind zumindest an dieser Stelle neu. „Rücksicht nehmen. Leise fahren. Danke!“ ist auf den leuchtendgelben Schildern zu lesen, die am bei Motorradfahrern beliebten Hollerather Berg an der B265 aufgestellt wurden.

Schilder warnen vor Gefahren

Doch auch der Kreis Euskirchen warnt in Abstimmung mit dem Ordnungsamt Hellenthal seit neuestem auf zwei Schildern vor der Sturzgefahr auf dem kurvigen Abschnitt zwischen Hellenthal und Hollerath.

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Auf Initiative des Kreises stellte Straßen NRW auch zwei spezielle Warnschilder auf.

Denn der Lärm, über den sich die Anwohner beklagt haben, ist nur eines der Probleme. „Das ist eine beliebte Einsatzstelle für unsere Feuerwehr“, stellt Bürgermeister Rudolf Westerburg mit säuerlichem Lächeln fest. Bei der unteren Kurve hätten die Motorradfahrer noch Angst, aus der Kurve getragen zu werden. „Da haben auch die Fahrer mit den Gumminoppen an den Knien Respekt“, so Westerburg.

Aber bei der Kurve am Parkplatz würden die Stative für Filmaufnahmen aufgestellt. „Da fliegen die Funken“, weiß er. Hier habe die Feuerwehr schon einige Einsätze gehabt, weil Motorradfahrer die Kurve nicht schafften.

Kleine Gruppe von Bikern verursacht große Probleme

Übermäßiger Lärm und überhöhte Geschwindigkeit sind die Probleme, die nur ein kleiner Teil der Motorradfahrer verursachen. „Wir haben immer wieder versucht, bei Terminen mit der Polizei an die Köpfe der Fahrer heranzukommen“, berichtet Frank Höher, Verkehrssicherheitsberater beim ADAC Nordrhein. Doch an die, bei denen es nötig wäre, komme man nicht ran.

Deshalb nun der Versuch, mit Schildern eine Verbesserung zu erzielen. „Wir haben nichts gegen Motorradfahrer, aber wir wollen nicht, dass Strecken gesperrt werden“, betont er. Ihm wäre am liebsten eine Aktion wie die „Hallo Partner – danke schön“-Kampagne, die der Deutsche Verkehrssicherheitsrat in den 1970er Jahren umgesetzt hatte.

Bundesweite Kampagne des ADAC

Anwohner hätten sich wegen des Lärms an den ADAC gewendet, so dass vor zwei Jahren die Kampagne mit den gelben Schildern ins Leben gerufen wurde. „Das ist das erste Schild im Bereich des ADAC Nordrhein, das so groß geworden ist“, freut sich Höher. Layout und Konzept besorgte der ADAC, die Schilder bezahlte die Gemeinde.

Ein zweites derartiges Schild, allerdings deutlich kleiner, stehe am Ortseingang in Blankenheim. Eine bundesweit laufende Kampagne sei das, betonte der ADAC-Vertreter. In ganz Deutschland seien 157 Schilder aufgestellt worden, die meisten davon in Rheinland-Pfalz. Rückmeldungen, ob sich dadurch etwas geändert habe, gebe es noch nicht.

Anwohner beschwerten sich über Lärm

Mit der gemeinsamen Aktion mit dem ADAC reagiert die Gemeinde auf die Beschwerden der Anwohner des Hollerather Berges wegen des Motorradlärms. „Der Gemeinderat hat sich damals, als die Silent-Rider-Initiative gegründet wurde, dagegen entschieden, Mitglied zu werden“, erinnert Westerburg. Seit längerer Zeit habe man davon auch nichts mehr gehört. „Eine Kooperation wie die mit dem ADAC ist mir lieber“, so der Bürgermeister.

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Vor etwa fünf Wochen wurden die gelben Schilder des ADAC aufgestellt, vor drei Wochen kamen noch zwei dazu, die vor der Sturzgefahr in den engen Kurven warnen. „Es ist spät im Jahr, aber noch nicht zu spät“, betonte Westerburg. Viele Motorradfahrer würden ihre Maschinen gar nicht mehr abmelden. „Sobald die Sonne scheint, ist der Hollerather Berg wieder voll“, betonte er.

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