Euskirchen – In vier Wochen wird Horst Belter 70 Jahre alt. Nahezu die Hälfte dieser Zeit war er Stadtverordneter in Euskirchen. In der Aula der Marienschule ging also ein Ära zu Ende, als der SPD-Politiker am Donnerstag verabschiedet wurde. Belter hatte im Frühjahr angekündigt, sein Mandat nach fast 33 Jahren niederzulegen. Er müsse „langsam zur Ruhe kommen“, sagte er in seiner letzten Rede im Rat.
Vorher hatten Bürgermeister Sacha Reichelt (parteilos) und die Sprecherinnen und Sprecher jener Fraktionen, die in der letzten Sitzung vor der Sommerpause vertreten waren, die Verdienste Belters gewürdigt. Die Schwerpunkte seiner politischen Arbeiten lagen über Jahrzehnte hinweg in den Bereichen Umwelt und Planung sowie Kultur, Freizeit und Sport.
Im Integrationsrat engagiert
Zudem engagierte er sich besonders stark im Integrationsrat und für die Euskirchener Städtepartnerschaften. Nicht zuletzt war er 18 Jahre zweiter stellvertretender Bürgermeister. In diesem Amt folgt ihm Sandra Höllmann, während Faruk Demir für ihn in den Rat nachrückt.

Faruk Demir (l.) wurde von Bürgermeister Sacha Reichelt als Stadtverordneter ins Amt eingeführt.
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Reichelt erklärte, dass er Belter mit großem Bedauern verabschiede, gehe dem Stadtrat damit doch viel Erfahrung verloren. „Horst, wir werden dich vermissen“, schloss er seine Rede.
Mit Herz und Seele Lokalpolitiker
SPD-Sprecher Michael Höllmann sagte, dass Belter sich mit Herz und Seele für seine Stadt eingesetzt und als studierter Architekt und Stadtplaner viel Expertise in die SPD-Fraktion eingebracht habe. „Sein Wissen wird uns fehlen, und auch menschlich geht etwas verloren“, fügte er hinzu, bevor sein Pendant auf CDU-Seite, Klaus Voussem, vom Ende einer außergewöhnlichen politischen Karriere sprach. Er wies auch auf Belters „enge Verbundenheit zum Ehrenamt“ hin.

Sandra Höllmann ist jetzt die zweite Stellvertreterin von Bürgermeister Sacha Reichelt.
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Während Josef Burkart (AfD) die stichhaltigen Wortbeiträge des SPD-Mannes im Rat und den Fachausschüssen lobte, bezeichnete FDP-Vize Hans-Joachim Schaefer ihn als stets unkomplizierten und verlässlichen Ansprechpartner. Grünen-Sprecherin Dorothee Kroll sagte: „Fast ein Dritteljahrhundert im Stadtrat – das kann nicht jeder vorzeigen.“ An den scheidenden Stadtverordneten gewandt, ergänzte sie: „Wir haben jetzt weniger Belter, Sie haben mehr Zeit – mehr Zeit für Familie und Hobbys.“
Urgestein der politischen Landschaft
Auch Markus Schmidt (UWV) stimmte in den allgemeinen Tenor ein: „Wir verlieren einen Profi im politischen Diskurs.“ Belter gehöre zum Urgestein der politischen Landschaft in Euskirchen. Der derart Gepriesene selbst erinnerte anschließend daran, dass er eigentlich schon 2020 mit der Arbeit im Stadtrat aufhören wollte, sich aber zu einer weiteren Kandidatur überreden ließ. Als Letzter auf der Reserveliste platziert, holte er ein Direktmandat („als einziger Sozi“), und so ging es doch weiter mit Fraktions-, Ausschuss- und Ratssitzungen und anderen Terminen. „Aber jetzt ist Schluss.“
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Solidarität, Team-Arbeit, für andere da sein und helfen – „das ist mein Leben und mein Ziel“, sagte Belter im Beisein seiner Familie. Er sei immer bereit gewesen, sich zu engagieren, egal ob in der Politik, in Sport und Karneval, in der evangelischen Kirchengemeinde oder im Arbeitskreis Christen und Muslime. Nun sei es Zeit, sich mehr um seine Ehefrau, um Kinder und Enkel zu kümmern.



